Dossier

Christoph Ahlhaus Konservativer Hardliner

Hamburgs Innensenator Ahlhaus soll von Beust beerben und neuer Bürgermeister werden. Der grüne Koalitionspartner zeigt sich besorgt. Ahlhaus gilt als weitaus konservativer als von Beust.

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Der Heidelberger Ahlhaus gilt schon seit längerem als Nachfolger des Hanseaten von Beust.

(Foto: dpa)

Anders als Hamburgs zurückgetretener Bürgermeister Ole von Beust ist sein designierter Nachfolger kein gebürtiger Hanseat. Der 40-jährige Innensenator Christoph Ahlhaus, den der CDU-Landesvorstand noch am Sonntag nominierte, stammt aus Heidelberg. Gleichwohl ist er in den Reihen der Hamburger Christdemokraten längst tief verwurzelt: Zwischen 2001 und 2004 war er Landesgeschäftsführer der CDU, später innenpolitischer Sprecher ihrer Bürgerschaftsfraktion, dann Staatsrat und schließlich Chef der Innenbehörde.

Ahlhaus' politisches Profil unterscheidet sich stark von dem des liberalen von Beust. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Jurist gilt als deutlich konservativer, einigen gar als Hardliner mit Hang zu ausgeprägten "Law and Order"-Positionen. Aus den Reihen der seit zwei Jahren mit der CDU regierenden Hamburger Grünen waren zuletzt bereits besorgte Stimmen zu vernehmen, die vor einer Verschlechterung des Koalitionsklimas bei einer Nominierung des Innensenators warnten. In der Tat gab es im Bereich innere Sicherheit bereits früher Reibereien - etwa über die richtige Polizeistrategie im Umgang mit dem linksalternativen "Schanzenfest", bei dem es regelmäßig Krawalle gibt.

Ahlhaus hat schon alles geregelt

In der CDU galt Ahlhaus, der mit einer Betriebswirtin verheiratet ist, schon seit längerem als möglicher Nachfolger von Beusts. Zwar ließ zuletzt auch Hamburgs CDU-Sozialsenator Dietrich Wersich öffentlich verlauten, er könne sich das Bürgermeisteramt "grundsätzlich" vorstellen. Rückhalt aus der Partei erhielt er allerdings nicht. Wersich hat in der Hamburger CDU keine wirkliche Hausmacht - anders als Ahlhaus, der den einflussreichen großen Bezirksverband Nord führt.

Angesichts der Gerüchte um die Amtsmüdigkeit des Bürgermeisters hatten sich Ahlhaus und der CDU-Fraktionschef in der Bürgerschaft, Frank Schira, angeblich schon vor Monaten darauf geeinigt, wie der Weg in eine Ära nach von Beust zu beschreiten sei: Ahlhaus werde dessen Stelle im Senat einnehmen, während Schira auf eine Bewerbung für das Amt des Regierungschefs verzichte und stattdessen für den Landesvorsitz kandidiere. Tatsächlich wurde Schira Ende Juni auf dem CDU-Landesparteitag zum Nachfolger von Michael Freytag gewählt der als Parteichef und Finanzsenator Anfang März überraschend zurückgetreten war.

Quelle: n-tv.de, Sebastian Bronst , AFP