Dossier

Diskriminierung in den USA Schwarz und arm

Etwa 12 Prozent der US-Bürger sind Afroamerikaner, zumeist Nachkommen von Sklaven. Schätzungsweise 650.000 verschleppte Afrikaner wurden bis zum Verbot der Sklaverei im Jahr 1865 in den Südstaaten als Plantagenarbeiter eingesetzt. Bis heute spiegelt sich die Verteilung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten in der Bevölkerungsstruktur wider: Noch immer lebt die Mehrheit der Afroamerikaner im Süden der USA.

Knapp 150 Jahre nach dem Sezessionskrieg (1861–1865), der zwischen den Nord- und Südstaaten um die Sklavenfrage geführt wurde, und ein halbes Jahrhundert, nachdem die Bürgerrechtsbewegung 1964 ein gesetzliches Verbot der Rassendiskriminierung durchsetzte, ist eine echte Gleichbehandlung der Ethnien im Alltag noch immer nicht gewährleistet. Zwar gehören mittlerweile zwei Drittel aller Afroamerikaner der Mittelschicht an – in den 1960er Jahren war es ein Drittel – und einige haben es in Politik und Wirtschaft zu höchsten Ämtern gebracht, trotzdem ist ihr Anteil unter den höher Gebildeten überproportional niedrig und in den Haftanstalten überproportional hoch.

Afroamerikaner hatten unter der Verarmung der Unterschichten während der letzten Jahrzehnte besonders zu leiden und die Rassentrennung hat über die Hintertür wieder Einlass in die Schulen gefunden: Ihre wirtschaftliche Situation erlaubt es nur wenigen Schwarzen, ihre Kinder auf teure Privatschulen zu schicken, deren Besuch für die Kinder der meisten weißen Familien fast eine Selbstverständlichkeit ist. Als 2005 nach der Flutkatastrophe in New Orleans die Hilfe nur sehr zögerlich anlief, wurde dies sogar im US-Kongress als Zeichen eines offensichtlichen Rassismus gebrandmarkt: Die Betroffenen waren nahezu ausnahmslos schwarz und arm.

Quelle: ntv.de

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