Politik
Samstag, 20. Februar 2010

Zwischen DVU und "Pro Deutschland": Wilders-Kopie kommt von rechts

Hubertus Volmer

"Ich möchte eine Rechte ohne Antisemitismus", sagt der schwedische Millionär Patrick Brinkmann. Er plant die Gründung der Partei "Pro Berlin" und will deren Vorsitzender werden. Sein Vorbild ist der niederländische Populist Geert Wilders. Doch Wilders' Begeisterung über den neuen Fan dürfte sich in Grenzen halten.

"Pro Köln"-Anhänger demonstrieren gegen den Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld. Im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW über das Jahr 2008 wird "Pro Köln" im Kapitel Rechtsextremismus behandelt.
"Pro Köln"-Anhänger demonstrieren gegen den Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld. Im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW über das Jahr 2008 wird "Pro Köln" im Kapitel Rechtsextremismus behandelt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wenn eine neue Partei rechts von der CDU in der Bundesrepublik dauerhaft Erfolg haben wollte, könnte sie sich am Vorbild der Niederlande orientieren: Die "Partei für die Freiheit" (PVV) von Geert Wilders hat Umfragen zufolge gute Chancen, stärkste Fraktion im niederländischen Parlament zu werden. Die Partei ist antiislamisch, aber nicht rechtsextremistisch, populistisch und wirtschaftsliberal.

Eine vergleichbare Partei gibt es in Deutschland bislang nicht. Neuerdings versucht die "Pro-Bewegung", sich mit diesem Thema zu profilieren. "Ich möchte eine Rechte ohne Antisemitismus", sagte der schwedische Millionär Patrick Brinkmann dem radikal islamkritischen Portal "PI-News". Brinkmann gab Anfang des Jahres seinen Beitritt zur "Pro-Bürgerinitiative" bekannt. "Pro Köln", die Mutter der Bewegung, versucht schon seit Jahren, sich mit radikaler Kritik am Islam zu profilieren.

Anti-Islam-Film schon geplant

Im März will Brinkmann "Pro Berlin" gründen und sich zum Vorsitzenden wählen lassen. Das Modell ist klar: "Unser nächstes Projekt ist ein Film gegen die Islamisierung Berlins nach dem Vorbild von 'Fitna', dem europaweit bekannten Anti-Islamisierungs-Film, mit dem Gert Wilders in den Niederlanden der politische Durchbruch gelungen ist", heißt es auf der Website von "Pro Berlin".

Doch die Distanz zum Rechtsextremismus ist neu und klappt noch nicht so richtig. Anders als "Pro Köln" und "Pro NRW" sieht Wilders den belgischen Vlaams Belang und die österreichische FPÖ nicht als befreundete Parteien an. Auch für Brinkmann ist die Sache mit der nicht-antisemitischen Rechten neu. Bislang war er als Finanzier der rechtsextremen DVU aufgetreten.

Die Chancen, dass Wilders sich zu seinem neuen Fan bekennt, sind gering. Für den Niederländer wäre es "eher eine Bedrohung, wenn er mit Rechtsextremisten oder mit ehemaligen Rechtsextremisten assoziiert würde", meint Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien an der Universität Münster, im Interview mit n-tv.de. "Wenn Wilders Kontakte zu Parteien wie der NPD oder der DVU in Deutschland aufnehmen würde, würde ihn das in den Niederlanden viele Wählerstimmen kosten."

Quelle: n-tv.de