Kommentare

Kommentar Wer schleuste Siksak?

Von Ulrich W. Sah, Jerusalem

Der Suizidbomber von Eilat war der 21 Jahre alte Palästinenser Muhammad Faisal al Siksak aus den Sadschaiejeh Viertel von Gaza. Das wirft die Frage auf, wie er nach Eilat gelangen konnte, denn die schwer befestigte Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen gilt als "dicht". Zudem verhindern Kontrollen auf der einzigen Straße vom Norden Israels nach Eilat, dass Palästinenser die Urlauberstadt am Roten Meer betreten. Israel argwöhnte, ob der Attentäter über die Grenze zu Ägypten geschmuggelt worden sei. Bekanntlich ist El Kaida auf der Sinaihalbinsel aktiv und hat schon mehrere schwere Anschläge verübt. Obgleich der Attentäter ein Aktivist der El Aksa Märtyrer Brigaden war, behauptete die extremistische Dschihad Islami Organisation, dass el Siksak in der Tat über Ägypten nach Eilat gelangt sei.

Die Ägypter verstanden, dass Israel sie der Mitverantwortung bezichtigen könnte und dass Dschihad Islami Streit zwischen Kairo und Jerusalem anzetteln wolle. Die Ägypter reagierten schnell und scharf. Es sei "unmöglich", dass der Mann über ihr Territorium zum Tatort gelangt sei. Inzwischen behaupten Palästinenser in Gaza, er sei über Jordanien eingereist. Auch mit dieser Behauptung versuchen sie wohl Streit unter Friedenspartnern auszulösen. Amman dementierte umgehend.

Eine neue Qualität enthielt auch die amerikanische Verurteilung des Anschlags. Neben der üblichen Anteilnahme machten die Amerikaner die "Palästinensische Autonomie-Regierung" verantwortlich, weil sie gescheitert sei, den Terror zu unterbinden. Damit könnten die Amerikaner nicht nur die ausdrücklich erwähnte "Terror-Organisation Hamas" meinen, sondern durchaus auch den Präsidenten Mahmud Abbas und seine Fatah-Partei, deren Angehöriger das Attentat verübt hat. Die Amerikaner drohen sogar, dass der Anschlag "die Bestrebungen des palästinensischen Volkes nach einem eigenen Staat unterminiere". Es klingt, als sei mit dem Anschlag eine Mine unter das von Präsident Bush verkündete Ziel gelegt worden, am Ende aller Friedensbemühungen einen palästinensischen Staat zu sehen.

Quelle: n-tv.de