Ratgeber

Krankenversicherung im Alter Als Rentner in Pflichtversicherung wechseln

Kostenfalle Krankenversicherung? Zumindest ist das Wechseln von privat zu gesetzlich alles andere als leicht. Foto: Kai Remmers

Auch für Privatversicherte kann es unter engen Voraussetzungen ein Zurück in die GKV geben.

(Foto: dpa)

Zurück in die Pflichtversicherung? Das können Rentner, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Krankenkasse prüft dann die Vorversicherungszeit.

Rentner, die bisher freiwillig versichert sind und in die Pflichtversicherung wechseln wollen, sollten die zuständige gesetzliche Krankenkasse bitten, die Vorversicherungszeit zu prüfen. Das rät die Deutsche Rentenversicherung Bund. Denn nur bei Neurentnern prüft die Krankenkasse automatisch die Vorversicherungszeit, wenn der Rentenantrag gestellt wird.

Wer bereits als Rentner freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, kann dort einen formlosen Antrag stellen. Privat krankenversicherten Rentnern empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung dagegen, sich an ihre letzte gesetzliche Krankenkasse zu wenden.

Für jedes Kind gibt's pauschal drei Jahre

Rentner, die bislang freiwillig krankenversichert sind, können in die Pflichtversicherung wechseln, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Dafür müssen sie in der zweiten Hälfte ihres Arbeitslebens zu mindestens 90 Prozent in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen sein. Ob freiwillig, pflicht- oder familienversichert spielt dabei keine Rolle. Für jedes Kind werden pauschal drei Jahre angerechnet. Dies gilt auch für Adoptiv-, Stief- oder Pflegekinder.

Pflichtversicherte müssen auf Mieteinkünfte und Kapitalerträge keine erhöhten Beiträge zahlen - freiwillig gesetzliche krankenversicherte Rentner dagegen schon. Letztere müssen jährlich per Selbstauskunft bei der Krankenkasse angeben, ob derlei Einnahmen vorliegen.

Rentner, die privat versichert sind, haben genau wie freiwillig Versicherte die Möglichkeit in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln - wenn sie in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens auch mindestens 90 Prozent der Zeit in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren und zudem eine gesetzliche Rente bezogen wird. Ist dies nicht der Fall, können Privatversicherte zumeist wenigstens sparen. Denn viele Versicherer bieten parallel mehrere Tarife an. Unter Umständen ist es so möglich, die gleiche Leistung bei derselben Versicherung in einem anderen Tarif für deutlich weniger Geld zu bekommen. Eine entsprechende Anfrage bei der eigenen Krankenkasse kann so einige Hundert Euro im Monat sparen. Grundsätzlich sind die Konzerne sogar dazu verpflichtet, bei einer Beitragserhöhung ihre Kunden über diese Möglichkeit zu informieren.

Wechsel in den Basistarif?

Wem die Beitragslast dennoch zu hoch ist, der hat die Möglichkeit, beim eigenen Versicherer in einen sogenannten Basistarif zu wechseln. Dieser bietet gesetzlich vorgeschrieben das gleiche Leistungsniveau wie die gesetzliche Krankenversicherung. Bei hohen Beitragszahlungen lassen sich hierdurch die Belastungen nahezu halbieren. Natürlich aber auch zulasten der Leistung.

Wer zu einem anderen privaten Versicherer wechseln möchte, kann seinen alten Vertrag innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Beitragserhöhung kündigen. Allerdings muss der Versicherte dann meist mit einer erneuten Gesundheitsprüfung, sowie wegfallenden Altersrückstellungen rechnen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa