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23 Prozent Inflation Bahn-Tickets bei Saturn

Die Bahn hat sich für ihre Fahrkarten mal wieder einen neuen Vertriebskanal ausgesucht. Nach McDonalds, Tchibo und Lidl sind nun die Saturn-Märkte an der Reihe. Ab 7. Juni warten 250.000 Vierer-Tickets auf willige Bahnkunden.

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An den Kassen der Saturn-Märkte sind ab Montag die Bahn-Tickets erhältlich.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Ticket-Heft mit vier einfachen Fahrten kostet 122 Euro. Die letzte Vierer-Kette gab es 2006 bei McDonalds – damals allerdings noch für 99 Euro. Im Vergleich zur McDonalds-Aktion sind die Tickets also 23 Prozent teurer geworden. Bei Tchibo und Lidl wurden die Tickets nur im Doppelpack verkauft, was für den Reisenden natürlich komfortabler war, da ein Ticketheft quasi für eine Hin- und Rückfahrt verwendet werden konnte.

Die Rahmenbedingungen sind ähnlich wie bei den vergangenen Aktionen. Haupthindernis ist, dass die Saturn-Tickets grundsätzlich freitags nicht eingesetzt werden dürfen. Der große Pluspunkt zu den normalen Sparpreis-Tickets der Bahn ist, dass die Saturn-Tickets nicht zuggebunden sind und auch kurzfristig für eine spontane Fahrt genutzt werden dürfen.

Einfache Fahrt zweiter Klasse

Jedes Ticket berechtigt zu einer einfachen Fahrt zweiter Klasse in ICE-, IC- und EC-Zügen zwischen dem 12. Juni und dem 31. August. Ausgenommen sind die Strecken zu den Nordseeinseln wie etwa Sylt. Jeder Kunde darf maximal fünf Fahrkartenhefte kaufen und erhält zusätzlich ein Fanpaket mit Trikot, Schminke und WM-Spielplan.

Kinder bis einschließlich fünf Jahren reisen generell kostenlos und benötigen keine Fahrkarte. Eigene Kinder/Enkelkinder von sechs bis einschließlich 14 Jahren reisen in Begleitung eines Eltern-/ Großelternteils oder dessen Lebenspartner kostenlos, wenn die Anzahl der Familienkinder auf der Fahrkarte eingetragen ist. Kinder können auch alleine reisen. Das Saturn-Ticket gilt dann wie für einen erwachsenen Reisenden.

Fernverkehrszug muss dabei sein

Pflicht ist außerdem, dass eine Teilstrecke im ICE, IC oder EC zurückgelegt wird. Für ICE-Sprinter ist ein Aufpreis in Höhe von 11,50 Euro fällig. Zudem besteht dort Reservierungspflicht. Eine Reservierung kostet 4,50 Euro pro Fahrt und Person.

Da das Ticket bis drei Uhr des Folgetages gültig ist, können Fahrten auch unterbrochen werden. Allerdings untersagt die Bahn, das Fahrtziel auf Umwegen anzufahren. Wer von München nach Hamburg fahren möchte, darf also beispielsweise nicht über Berlin fahren. Ausgeschlossen sind auch Rundfahrten sowie Kreuz- und Querfahrten.

Auch den Weiterverkauf der Saturn-Tickets untersagt die Bahn. Das wird Käufer allerdings nicht davon abhalten, die Tickets auf Auktionsplattformen wie Ebay anzubieten.

Vorher Preise vergleichen

Ob sich der Kauf der Tickets überhaupt lohnt, muss im Einzelfall genau durchgerechnet werden. Wer bereits eine Bahncard 25 besitzt, sollte mit dem Kauf besonders vorsichtig sein, denn inzwischen verbilligt diese auch die Sparpreis-Tickets für 29 Euro um 25 Prozent. Selbst ein Sparpreis-Ticket, das 39 Euro kostet, wird mit der Bahncard 25 noch günstiger als das ein Teil der Viererkette des Saturn-Tickets. Wer also seine Fahrten länger im Voraus plant, sollte zuvor Alternativen prüfen, denn die Saturn-Tickets haben auch keine City-Berechtigung und gelten somit nicht im städtischen Nahverkehr.

Bei den Saturn-Tickets gibt es zwar keine Zugbindung und somit sind spontane Fahrten eher möglich, doch ein bisschen Planung ist auch von Nöten. Wer nicht alle Fahrten bis zum 31. August absolviert hat, hat Pech gehabt, denn die restlichen Fahrscheine verfallen dann. Richtig lohnen sich die Saturn-Tickets eh nur auf Fernstrecken. Wer also beispielsweise von Hamburg nach München reisen, flexibel bleiben möchte und keine Bahncard 25 besitzt, ist mit einem Saturn-Ticket gut bedient. In jedem Fall sollte man vorher auf www.bahn.de die Preise vergleichen.

Quelle: n-tv.de

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