Privat gut krankenversichert Die besten PKV-Tarife und Beihilfetarife für Beamte

Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, bindet sich oft ein Leben lang – und steht vor einer unübersichtlichen Tariflandschaft. Franke und Bornberg hat für ntv die besten Tarife für Selbstständige und Angestellte sowie die besten Beihilfetarife für Beamte ermittelt.
Rund 8,7 Millionen Menschen in Deutschland sind privat krankenvollversichert. Hinzu kommen fast 31,3 Millionen Verträge in der Krankenzusatzversicherung - insgesamt ist damit fast jeder zweite Deutsche in irgendeiner Form privat abgesichert. Diese Zahlen des Verbandes der Privaten Krankenversicherung belegen: Die private Krankenversicherung ist kein Nischenprodukt.
Gleichzeitig wird der Zugang zur privaten Vollversicherung für Arbeitnehmer enger. Für 2026 stieg die sogenannte Versicherungspflichtgrenze um knapp elf Prozent auf 77.400 Euro brutto im Jahr. Wer weniger verdient, bleibt in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Für Selbstständige und Beamte gilt diese Hürde nicht.
Was die private Vollversicherung bietet - und warum der Wechsel gut überlegt sein will
Der entscheidende Unterschied zwischen GKV und PKV liegt nicht in der Grundversorgung, sondern im Leistungsumfang. Privatversicherte haben je nach Tarif freie Arztwahl, werden in der Regel schneller behandelt und haben Anspruch auf Leistungen, die die gesetzliche Kasse nicht übernimmt - von der Chefarztbehandlung im Krankenhaus bis zum hochwertigen Zahnersatz.
Der Wechsel in die PKV sollte nicht vorschnell oder allein aus finanziellen Erwägungen erfolgen. Die Entscheidung begleitet Versicherte im besten Fall ein Leben lang - und sollte deshalb auf einem hochwertigen Tarif basieren, der langfristig zu den eigenen Bedürfnissen passt. Ein Angebot, das heute günstig erscheint, kann morgen durch Leistungslücken oder steigende Beiträge teuer werden. Wer auf einen starken Tarif setzt, ist auch dann gut aufgestellt, wenn sich die Lebensumstände ändern.
Wichtig zu wissen: Kinder sind in der PKV nicht automatisch mitversichert. Und wer einmal privat versichert ist, kommt nicht ohne Weiteres zurück in die GKV - eine Rückkehr ist meist nur möglich, wenn das Einkommen dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt.
Worauf es bei der Tarifwahl wirklich ankommt
"Für Top-Noten müssen bestimmte wichtige Sachverhalte zufriedenstellend abgedeckt sein", erklärt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. "Kunden sollten etwa auf die Höhe der Gebührenordnungssätze, die übernommen werden, auf Wahlleistungen im Krankenhaus und die Erstattungshöhe für Zahnersatz achten."
Konkret geht es um Fragen wie: Gilt ein Hausarztprinzip oder können Ärzte frei gewählt werden - mit Erstattungsanspruch auch über die Höchstsätze der ärztlichen Gebührenordnung hinaus? Wird das Einzelzimmer im Krankenhaus erstattet? Und wie viel übernimmt der Tarif, wenn teure Zahnbehandlungen anfallen?
Auch der Selbstbehalt verdient Aufmerksamkeit. "Ein genereller Selbstbehalt kann sinnvoll sein, sollte aber bei Arbeitnehmern nicht zu hoch sein und maximal zwischen 500 und 600 Euro betragen", so Franke.
Nicht zuletzt zählt die finanzielle Stabilität des Versicherers. Wer einen Anbieter wählt, der heute wirtschaftlich schlecht aufgestellt ist, riskiert stärkere Beitragserhöhungen in der Zukunft. "Mit dem PKV-Versicherer geht man im Zweifel eine lebenslange Bindung ein - also lohnt sich genaues Hinschauen, wie die Versicherer wirtschaften", sagt Franke.
So hat Franke und Bornberg für ntv getestet
Für den ntv-Vergleich hat Franke und Bornberg Leistungen, Preis und Finanzstärke der jeweiligen Tarife und Versicherer untersucht und bewertet - im Verhältnis 70:20:10. Ausgezeichnet werden jeweils die Tarife mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Bewertung unterscheidet zwei Kategorien: Komfortschutz und Premiumschutz. Beim Komfortschutz sind verbindliche Mindeststandards etwa die Chefarztbehandlung und ein Zweibettzimmer im Krankenhaus sowie eine Zahnersatz-Erstattung von mindestens 75 Prozent. Im Premiumschutz liegt die Messlatte höher: freie Arztwahl ohne Hausarztprinzip, Einzelzimmer und mindestens 85 Prozent Zahnersatz-Erstattung. Die Berechnungen basieren auf einem einheitlichen Musterfall, der am Ende der jeweiligen Tabelle dargestellt ist.
Beamte: Wenn staatliche Fürsorge und private Versicherung zusammenwirken
Beamte stellen inzwischen mehr als die Hälfte aller privat Krankenvollversicherten in Deutschland. Rund 4,6 Millionen von ihnen sind beihilfeberechtigt - und ihre Absicherung folgt einem Prinzip, das sich grundlegend von der Vollversicherung für Angestellte unterscheidet.
Der Staat übernimmt dabei einen Teil der Krankheitskosten: die sogenannte Beihilfe. Wie viel, hängt von der persönlichen Situation ab. Ein lediger Beamter ohne Kinder erhält in der Regel 50 Prozent der Behandlungskosten erstattet. Mit zwei oder mehr Kindern steigt dieser Anteil auf 70 Prozent, für die Kinder selbst auf bis zu 80 Prozent. Im Ruhestand erhalten Beamte in der Regel 70 Prozent der Kosten zurück.
Den Rest - also den nicht von der Beihilfe gedeckten Anteil - sichert eine private Krankenversicherung ab: die sogenannte Beihilfe-Restkostenversicherung. Weil Beamte damit nur einen Teil ihrer Kosten selbst tragen, ist dieser Schutz meist deutlich günstiger als eine klassische PKV-Vollversicherung.
Wo trotzdem Lücken entstehen: Ergänzungstarife
Doch auch mit Beihilfe und Restkostenversicherung können Versorgungslücken entstehen. Ein Beispiel aus der Praxis: Bei bestimmten Zahnarztleistungen gilt nur 40 Prozent der Material- und Laborkosten als beihilfefähig. Was darüber hinausgeht, bleibt an den Versicherten hängen - es sei denn, sie haben einen sogenannten Beihilfeergänzungstarif abgeschlossen. Dieser schließt gezielt die Lücken, die weder Beihilfe noch Restkostenversicherung abdecken.
Insgesamt kann eine vollständige Krankenabsicherung für Beamte aus zehn oder mehr Tarifbausteinen bestehen. Das macht die Wahl schwierig - und Fehler teuer.
Ein Markt, der sich langsam bewegt
Beihilfetarife werden häufig über persönliche Empfehlungen abgeschlossen - beim Kollegen oder beim gut vernetzten Vermittler eines bestimmten Anbieters. "Gute Kontakte und gewachsene Verbindungen zählen dabei oft mehr als objektive Qualität", sagt Franke. Wer sich ausschließlich auf solche Empfehlungen verlässt, verzichtet möglicherweise auf bessere oder günstigere Alternativen. Ein neutraler Vergleich lohnt sich deshalb - bevor der Vertrag unterschrieben wird.
Auch bei Beamtentarifen können die Beiträge im Laufe der Zeit steigen - getrieben durch wachsende Behandlungskosten, demografische Veränderungen und medizinischen Fortschritt. Wer von Anfang an auf einen leistungsstarken Tarif bei einem finanziell solide aufgestellten Versicherer setzt, ist langfristig besser geschützt als jemand, der allein auf einen günstigen Einstiegsbeitrag achtet.
"Die Qualität dieser Tarife ist entscheidend, da sie zusammen mit der Beihilfe die Gesundheitsversorgung abdecken - und das über Jahrzehnte hinweg", erklärt Franke.
So hat Franke und Bornberg Beihilfetarife für ntv getestet
Das Analyseverfahren für Beihilfe-Restkostentarife orientiert sich am Test der Vollversicherung für Angestellte. Beihilfeergänzungstarife sind im Testmodell eingeschlossen. Grundlage der Berechnungen ist ein einheitlicher Musterfall für den Beihilfeträger Bund.
Ob Vollversicherung für Angestellte und Selbstständige oder Beihilfetarif für Beamte: Die Qualität der gewählten Absicherung entscheidet über Jahrzehnte. Der Franke-und-Bornberg-Vergleich zeigt, welche Tarife Leistung, Preis und finanzielle Stabilität am besten verbinden - und worauf es bei der Wahl wirklich ankommt.