Ratgeber

Jetzt aber wirklich! Im Februar wird IBAN Pflicht

Zwei Jahre hatten Bankkunden Zeit, sich an die 22-stellige IBAN zu gewöhnen. Im nächsten Jahr wird es ernst, dann müssen wirklich alle die neue Nummer nutzen. Warum man die alte Kontonummer trotzdem nicht vergessen sollte und was passiert, wenn man sich im Zahlenwust vertippt.

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Die IBAN sollte man sich merken, den BIC kann man dagegen getrost vergessen.

(Foto: imago/Eibner)

Die zehn Ziffern der Kontonummer können die meisten Menschen im Schlaf herunterbeten. Dazu noch die Bankleitzahl - kein Problem. Die Bankverbindung begleitet einen schließlich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Doch im nächsten Jahr heißt es endgültig Abschied nehmen von den altbekannten Kombinationen. Am 1. Februar 2016 endet die Übergangsfrist beim neuen Sepa-Standard. Auch Privatpersonen müssen dann für alle Überweisungen die IBAN mit ihren 22 Stellen verwenden.

Ist die Iban nicht schon lange Pflicht?

Für Unternehmen und Vereine schon. Sie müssen seit 2014 das Sepa-Verfahren nutzen. Privatkunden brauchten ihre IBAN dagegen bisher nur im Zahlungsverkehr mit anderen EU-Ländern. Während einer zweijährigen Übergangsfrist konvertieren die Banken die alten Bankverbindungen. Doch ab dem 1. Februar ist Schluss mit dem Umrechnen. Dann werden nur noch Zahlungsaufträge ausgeführt, die dem Sepa-Standard entsprechen.

Derzeit müssten die Geschäftsbanken noch etwa zehn Prozent aller Überweisungen auf das neue Verfahren umstellen, heißt es bei der Bundesbank. Die meisten Bürger hätten sich an die IBAN gewöhnt. "Aber eine kleine Minderheit hält immer noch an der alten Kontonummer fest", so Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Ob die sich noch bis zum 1. Februar umstimmen lassen, da ist Thiele skeptisch. "Ich bin besorgt, ob das bis dahin wirklich jeder weiß."

Was genau ändert sich für die Kunden?

Daueraufträge haben die Banken bereits 2014 automatisch umgestellt, hier muss man jetzt also nichts weiter unternehmen. Bei Lastschriften sind die Empfänger für die Umstellung verantwortlich. Auch das ist bei bestehenden Einzugsermächtigungen schon passiert. Neu ist eigentlich nur eins: Wer künftig Zahlungsaufträge erteilt, muss dafür grundsätzlich die IBAN nutzen. Denn selbst wenn sie es wollten: Aus Kulanz umstellen - wie bisher - dürfen die Banken dann nicht mehr.

Kann man die alte Kontonummer jetzt vergessen?

Nein. Die alte Bankverbindung verschwindet nicht, sondern wird Teil der IBAN. 18 Ziffern der 22-stelligen IBAN stehen somit schon von vornherein fest. Der Rest ist auch recht leicht zu merken: Am Anfang steht der Ländercode DE für Deutschland. Dann folgt eine zweistellige Prüfziffer. Wenn man sich bei der Eingabe vertippt, wird das durch den automatischen Prüfsummen-Abgleich erkannt. Nach der Prüfziffer folgen die achtstellige Bankleitzahl und dann die Kontonummer. Hat die alte Nummer weniger als zehn Stellen, wird sie linksbündig durch Nullen aufgefüllt. Insgesamt muss man sich also nur vier neue Stellen merken. Ganz so schrecklich ist "IBAN die Schreckliche" also doch nicht.

Und was ist mit der BIC?

BIC ist die  internationale Bankleitzahl. Die Buchstaben stehen für Bank Identifier Code. Seit 2014 können internationale Überweisungen nur mit BIC durchgeführt werden. Ab Februar 2016 wird es einfacher. Weil alle relevanten Informationen schon in der IBAN enthalten sind, kann man den BIC künftig weglassen. Das gilt innerhalb Deutschlands, aber auch für internationale Zahlungen.  

Was passiert mit falsch ausgefüllten Datenträgern?

Beim Onlinebanking und beim Eintippen am Bankenterminal ist die Sache simpel: Durch die Prüfziffer fallen Fehler sofort auf und man kann sie direkt korrigieren. Bei Überweisungsträgern aus Papier könnte der Fehler bei der Kohärenzprüfung auffallen. Die Bank muss nämlich grundsätzlich checken, ob das Empfängerkonto überhaupt existiert. Wenn nicht, schickt sie den Überweisungsträger einfach zurück. Das ist natürlich ärgerlich, wenn es auf eine zeitnahe Ausführung ankommt, aber immer noch besser als die andere Variante: Wenn es die angegebene IBAN tatsächlich gibt, überweist die Bank die Summe auf das Konto. Die Empfängernamen muss sie nämlich nicht abgleichen. Manchmal lässt sich das Geld dann noch über die Bank zurückholen. Im schlimmsten Fall müsste man es vom unrechtmäßigen Empfänger herausklagen. In der Praxis passiert das aber nur äußerst selten.

Wenn man ab Februar ein Überweisungsformular mit der alten Kontonummer verwendet, passiert das gleiche wie bei der falschen IBAN: Die Bank schickt den Träger einfach zurück. Manche Banken werden wohl auch einfach anrufen, um den Kunden Ärger zu ersparen. Das ist aber reine Kulanz, darauf verlassen sollte man sich nicht.

Kann man alte Überweisungsträger noch verwenden?

Auf Standard-Überweisungsträger sind IBAN und BIC schon lange vorgesehen. Ältere Formulare, auf denen nur die Kontonummer Platz hat, kann man ab Februar nicht mehr verwenden. Sie werden aber auch schon seit Jahren nicht mehr ausgegeben.

Quelle: ntv.de, mit dpa