Ratgeber

Kapseln und Öle aus Hanf Was taugen CBD-Produkte?

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Warentest hält viele CBD-Produkte für nicht sicher.

(Foto: imago images/Alexander Limbach)

CBD? Steht für den derzeit wohl angesagtesten Pflanzenstoff: Cannabidiol. Der ist aus Hanf und soll so was wie ein Zaubermittel sein und sanft für Wohlbefinden und Entspannung sorgen. Und ist in vielen Formen zu haben. Warentest hat diverse Produkte untersucht.

CBD-Produkte sollen so ziemlich für und gegen alles gut sein. Vor allem aber sollen sie gegen Schmerzen helfen, entspannen und das Wohlbefinden steigern. Und das auch noch auf die sanfte Tour. Zu haben sind sie mittlerweile fast überall. Ob im Bio-Supermarkt, der Drogerie oder auf Online-Platt­formen.

Zeit also für die Stiftung Warentest, sich mit der Materie genauer auseinanderzusetzen. Zu diesem Zweck wurden 16 CBD-Öle, CBD-Kapseln, Aromaöle und ein Verdampfer zum Einnehmen, Träufeln und Einatmen untersucht. Und die Tester stellen gleich mal eines vorneweg fest: Billig sind die Produkte nicht. Niedrig dosiertes Öl gibt es ab 17 Euro für 10 Milliliter, ein 10-prozentiges kostet bis zu 80 Euro. So kostet beispielsweise das Öl von Canobo mit 2,75 Prozent CBD für 10 Milliliter im Test 20 Euro, für das 10-prozentige von Canitat M müssen rund 80 Euro auf den Tisch gelegt werden.

Im Labor wurden dann die Inhaltsstoffe untersucht und nach Schad­stoffen gefahndet. Ergebnis: Nicht immer ist auf den ausgelobten CBD-Gehalt Verlass, er kann nied­riger ausfallen oder lässt sich nicht eindeutig aus den Zutaten ableiten. Auch fanden die Tester unerwünschte Mineral­ölgehalte, die sich durch verbesserte Produktions­abläufe vermeiden ließen.

Vier mit zu viel THC

Alle Produkte im Test enthalten auch THC, die berauschende Substanz aus Hanf. Meist sind es nur Spuren. In den Ölen von Canobo und Duowell sowie den Kapseln von Hempamed und Natcan wurde allerdings mehr THC nachgewiesen, als die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit für unbe­denk­lich hält. In der EU ist nur Nutzhanf mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent zugelassen. Die genannten Öle werden demnach von Warentest als nicht sicher bewertet, psycho­gene Effekte wie eine verminderte Reaktions­fähig­keit können nicht ausgeschlossen werden. Von THC-Dosen, wie sie arzneilich einge­setzt werden, waren die Funde im Test dann aber weit entfernt, erst recht von denen eines Joints. Wer sich von CBD-Produkten ein "High" verspricht, dürfte also enttäuscht sein.

Noch dazu kann CBD stattdessen reizbar machen, statt zu beruhigen. Auch ist noch unklar, wie sich eine dauerhafte Anwendung auf Organe wie die Leber auswirkt oder mit welchen Arzneien Wechselwirkungen entstehen. Wer Medikamente einnimmt, sollte auf CBD-Mittel ebenso verzichten wie Schwangere und Stillende. Die Stiftung Warentest hält aus diesen Gründen keines der geprüften CBD-Mittel zum Einnehmen für sicher.

Grauzone bei Produkten zum Verzehr

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Auf Nachfrage von Warentest stellte keiner der Anbieter im Test Studien zu seinem Produkt und dessen Nutzen zur Verfügung. Die Tester fanden für Produkte mit Cannabidiol keine Beweise und Studien, die sie metho­disch überzeugten. Fundierte Belege über die Wirksamkeit gibt es nur für einige wenige zugelassene Medikamente.

Zudem sind CBD-Produkte, die zum Verzehr gedacht sind, eigentlich auch nicht legal. Sie befinden sich recht­lich noch in einer Grauzone. Als Nahrungs­ergän­zungs­mittel sind sie laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht zugelassen und dürften nicht verkauft werden. Im Dezember 2020 hat die EU-Kommission aber mitgeteilt, CBD könne als Lebens­mittel angesehen werden. Entsprechende Zulassungsanträge der Hersteller werden derzeit geprüft. Ergebnis offen.

Quelle: ntv.de, awi