Hässlich ist kaum einerWeihnachtsbäume online bestellen?
Geschenke im Netz kaufen spart Zeit und Rennerei. Warum also nicht gleich auch den Weihnachtsbaum online bestellen? Vielleicht, weil man sich das Gehölz vorher nicht angucken kann. Zehn Versender wurden auf die Nadelprobe gestellt.
Festlich dekoriert erstrahlt der Weihnachtsbaum am Heiligabend. Doch bevor es so weit ist, muss er erstmal ins Haus kommen. Wer ein Auto hat, ist hier klar im Vorteil. Eine stattliche Nordmanntanne misst gut und gerne 170 Zentimeter und wiegt bis zu 20 Kilogramm. Will man das sperrige Gehölz nicht selbst in die Wohnung bugsieren, kann man es auch einfach liefern lassen. Eine kurze Weihnachtsbaum-Suche im Netz liefert reichlich Treffer. Vom spezialisierten Online-Baumhändler über Baumärkte bis hin zum Universalversender Amazon – alle versprechen, hübsche Bäume zeitnah zu liefern. n-tv hat sich zusammen mit dem Verbraucherportal sparwelt.de angeschaut, wie gut das klappt, und bei zehn Baum-Lieferanten eingekauft.
Im Straßenverkauf kosten mittelgroße Weihnachtsbäume meistens zwischen 20 und 30 Euro. So viel rufen auch die Onlinehändler auf. Dazu kommen dann aber noch Versandkosten zwischen 5 und 10 Euro. Einzig Amazon liefert portofrei. Aus Kostengründen ergibt die Onlinebestellung also wenig Sinn. Es ist vielmehr die Bequemlichkeit, die Kunden zur Tanne aus dem Netz treibt. "Verbraucher ersparen sich den Transport und viel Schmutz", erklärt Daniel Engelbarts von sparwelt.de.
Umtausch ausgeschlossen
Nun sind Weihnachtsbäume Naturprodukte. Keiner ist genau wie die andere und man kauft quasi die Katze im Sack. Der Umtausch ist ausgeschlossen, schließlich handelt es sich um verderbliche Ware. Den Baum selbst anschauen und aussuchen ist nicht drin. Bei weihnachtsbaumland.de kann man sich immerhin im Vorfeld per Whatsapp ein Bild des potenziellen Baums schicken lassen, die anderen Versender bieten diesen Service nicht. Umso wichtiger, dass sie selbst eine gute Vorauswahl treffen.
In der Regel klappt das offenbar ganz gut. Um die Bäume zu bewerten, haben sich die Tester professionelle Unterstützung vom Berliner Förster Marc Franusch geholt. Der prüft unter anderem die wichtigsten Qualitätsmerkmale: die Haltbarkeit der Nadeln und die Schnittflächen. Letztere sollten nicht grau sein, denn das deutet darauf hin, dass der Baum schon etwas länger liegt. Und natürlich kommt es auch auf den Wuchs an. Niemand will einen schiefen Baum mit spärlichen Zweigen. Da ist es beruhigend, dass man offenbar nicht viel falsch machen kann: den Nordmanntannen im Test attestierte Förster Franusch insgesamt gute bis sehr gute Qualität. Einzig die Testtanne vom Weihnachtsbaumversand war etwas unregelmäßig gewachsen, die Tanne von Paderbäumchen war deutlich zu groß. Auch die Hornbachtanne kam nicht ganz so gut weg, sie nadelte schon etwas, war also offenbar nicht mehr taufrisch.
Schnell geliefert
Apropos Frische: Zwischen zwei und fünf Tagen waren die Tannen unterwegs, am schnellsten lieferten Kaisertanne, Paderbäumchen und Planta Botanica, am längsten dauerte es beim Forsthof Nunkirchen und beim Weihnachtsbaumversand. Eine Online-Sendungsverfolgung sei bei den Versendern unüblich, bemängeln die Tester: "Das ist durchaus kritisch zu bewerten. Denn wer nicht weiß, wann die Tanne geliefert wird, verpasst möglicherweise den Postboten – und muss den sperrigen Baum am Ende doch in der Postfiliale oder beim Nachbarn abholen." Immerhin: Schaden dürften die Weihnachtsbäume nicht nehmen, wenn man sie durchs Treppenhaus schleift. Verpackt in robuster Kartonage kamen sie alle wohlbehalten an.
Und wo soll man nun bestellen? Insgesamt schnitt bei der Stichprobe kaisertanne.de am besten ab. Der Spezialversender konnte in allen Testbereichen überzeugen – insbesondere mit der schnellen Lieferung, einem günstigen Preis und einem übersichtlichen Onlineauftritt. Beim Preis-Leistungsverhältnis kam Hornbach am besten weg. Inklusive Lieferung zahlt man nur 25 Euro für eine mittelgroße Nordmanntanne, so günstig ist sonst keiner.