Ratgeber
Bei den Eispackungen sollten die Verbaucher genau lesen, ob auch drin ist, was draufsteht.
Bei den Eispackungen sollten die Verbaucher genau lesen, ob auch drin ist, was draufsteht.(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)
Dienstag, 24. Juli 2018

Fehlende Transparenz bei Zutaten: Wenn die Eis-Verpackung zu viel verspricht

Verbraucherschützer beklagen eine schlechte Kennzeichnung von Angaben auf Eis-Verpackungen. In einem aktuellen Test wird deutlich: Bei den Informationen nehmen es die Hersteller nicht so genau. Vor allem bei den Zutaten sollten Konsumenten genau hinschauen.

Kakao statt Schokolade, Vanille-Aroma statt echter Vanille und ein Erdbeeranteil von nur zehn Prozent: Verbraucherschützer haben die teils mangelhafte Kennzeichnung von Speiseeis kritisiert. Die Abbildungen auf Speiseeis-Verpackungen wie saftige Erdbeeren oder hübsche Vanilleblüten machten Appetit - "doch nicht immer erfüllt das Eis die Erwartungen", erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Es fehle an transparenten Informationen zu Zutaten und Zutatenmengen, die Verbrauchern dabei helfen, Qualitätsunterschiede auszumachen.

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Das Projekt Lebensmittelklarheit des Verbandes und der Verbraucherzentralen untersuchte an 17 Schokoladeneissorten, 22 Vanilleeissorten und acht Erdbeereissorten, ob die Kennzeichnung und Aufmachung den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs entsprechen. Diese Leitsätze beschreiben zum Beispiel den Zutatenanteil für sogenannte wertgebende Zutaten - Erdbeeranteil in Erdbeereis etwa - und wie sich das in der Kennzeichnung und Aufmachung niederschlägt.

Das Ergebnis sei "unbefriedigend", erklärten die Verbraucherschützer. Zwar entsprächen die meisten untersuchten Produkte den Leitsätzen - verbraucherfreundlich sei die Kennzeichnung jedoch vielfach nicht. Beim Erdbeereis etwa wies nur die Hälfte der untersuchten Produkte den Erdbeeranteil klar aus. Wo der Erdbeeranteil erkennbar war, lag er zwischen zehn und 36 Prozent, und das bei ähnlicher Aufmachung der Verpackung.

Wenn keine Schokolade drin ist

Beim Schokoladeneis enthielten drei Produkte lediglich Kakao in der Eismasse, obwohl Schokolade auf der Verpackung abgebildet war. Beim Bourbon-Vanilleeis erfüllten nur sieben Sorten erkennbar die Leitsätze, wonach Bourbon-Vanilleeis ausschließlich Bourbon-Vanille enthalten soll. Ein Produkt enthielt zusätzlich "natürliches Vanillearoma", bei elf Produkten war die Kennzeichnung nicht eindeutig.

Der vzbv forderte die Anbieter auf, die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs immer zu beachten - diese sind nämlich nicht rechtsverbindlich. Nur dann könnten Bezeichnungen wie "Bourbon-Vanilleeis" oder "Erdbeerfruchteis" eine verlässliche Orientierung bieten. Zudem sollten Hersteller wertgebende Zutaten klar benennen und auch angeben, in welcher Menge diese Zutaten enthalten sind - selbst wenn dies keine Pflicht sei. Denn das wünschen sich die meisten Verbraucher, wie eine Umfrage des Projekts im vergangenen Jahr zeigte.

Quelle: n-tv.de