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Was Chefs beachten sollten Wie gelingt gute Führung im Homeoffice?

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Anstatt auf die Stundenzahl, sollten Chefs lieber auf die erbrachte Leistung achten.

(Foto: imago images/Rene Traut)

Die Coronakrise hat auch die Arbeitswelt stark verändert: Plötzlich befinden sich die Mitarbeiter im Homeoffice. Das stellt auch neue Anforderungen an Führungskräfte, denn die Kommunikation findet oft nur noch auf Distanz statt. Wie kann ein gutes Team-Management dann gelingen?

Arbeiten die Mitarbeiter im Homeoffice genauso effektiv wie im Büro? Diese Frage stellen sich viele Führungskräfte und sie ist auch berechtigt. Schließlich gibt es immer wieder schwarze Schafe, die Homeoffice als Einladung zum Faulenzen sehen. Allerdings gibt es die auch im Büro vor Ort. Eine gute Führung verhindert das und motiviert die Mitarbeiter auch während der Arbeit zu Hause. Weiterhin ist ein regelmäßiger Austausch zwischen Chef und Mitarbeitern unerlässlich, damit bei aufkommenden Problemen frühzeitig eingegriffen und das Teamgefühl gestärkt werden kann. Doch wie sieht eine gute Führung nun konkret aus?

Funktionierende Technik zur Verfügung stellen

Ohne ein funktionierendes IT-Setup geht im Homeoffice gar nichts. Deswegen ist es wichtig, dass Chefs den Mitarbeitern alle wichtigen Geräte und Zugänge zur Verfügung stellen. Dazu gehören ein PC oder Laptop, ein Ladegerät, Kopfhörer, Mikrofone, Webcams sowie die Einrichtung der VPN-Zugänge. Weiterhin verfügen alle Mitarbeiter über die benötigten Kommunikationstools und wissen, wie diese funktionieren.

Tools nutzen

Um im Homeoffice flüssig mit den Mitarbeitern kommunizieren zu können, sind E-Mails eher ungeeignet. Führungskräfte sollten daher auf zusätzliche Kommunikationstools wie Skype, Slack, Microsoft Teams oder Zoom zurückgreifen. Sie ermöglichen den schnellen Austausch, Video-Konferenzen und die Angabe des jeweiligen Aktivitätsstatus aller Mitarbeiter (zum Beispiel abwesend, in der Mittagspause oder im Urlaub). E-Mails hingegen sollten intern lieber zum Schicken von allgemeinen Firmen-Informationen, Zusammenfassungen von Meetings und Informationen zu Kunden beziehungsweise Projekten genutzt werden. Videokonferenzen ermöglichen den digitalen Face-to-Face-Austausch und sind daher gut geeignet, um auch schwierigere Themen zu besprechen. Telefongespräche ermöglichen schnelle und konkrete Nachfragen, ohne lange Chatverläufe, die auch schon mal ausufern und zu viel Zeit in Anspruch nehmen können.

Feste Regeln etablieren

Nicht nur für viele Arbeitgeber ist Homeoffice komplettes Neuland, sondern auch für die Mitarbeiter. Vielen fehlt der geregelte Ablauf im Büro und nicht wenige haben Schwierigkeiten, sich selbst zu organisieren. Hier können Führungskräfte Unterstützung leisten, indem sie feste Regeln und Routinen etablieren. Dazu gehört auch die Formulierung von Zielen, die erreicht werden sollen. Denn: Die bloße Zahl der abgeleisteten Arbeitsstunden sagt nichts über die Produktivität aus. Wesentlich wichtiger ist das ergebnisorientierte Arbeiten. So können Chefs beispielsweise die zu erledigenden Aufgaben in einem Video-Meeting zum Tagesbeginn gemeinsam mit den Mitarbeitern festlegen und am Ende des Tages schauen, ob die Ziele erreicht worden sind. Hier können dann auch aufgekommene Fragen der Angestellten beantwortet und eventuell bestehende Probleme gelöst werden. Sehr effektiv sind auch wöchentliche Einzelgespräche, in denen Führungskräfte Feedback geben und erhalten, sowie auf individuelle Befindlichkeiten ihrer Mitarbeiter eingehen können.

Virtuelle Events nach Feierabend, wie ein gemeinsames Feierabend-Bier, können das Teamgefühl trotz räumlicher Distanz aufrechterhalten und sogar stärken. Das trägt auch zur Motivation der Mitarbeiter bei. Auch sollten Führungskräfte den Plausch nutzen, um die Angestellten auch mal zu loben.

Auf Transparenz und Flexibilität achten

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Weil sich der komplette Arbeitsalltag durch Homeoffice ändert, trifft dies auch häufig auf neu eingeführte Strukturen und Regelungen zu. Nicht immer erweisen sich diese als für die entsprechende Firma geeignet und müssen daher wieder umgeworfen werden. Hier sollten Führungskräfte keine Scheu vor der offenen Kommunikation haben, denn Transparenz stärkt auf Dauer das gegenseitige Vertrauen. Wichtig dabei ist es, die Mitarbeiter immer mit einzubeziehen. Was aus Führungssicht manchmal eine gute Lösung erscheint, muss nicht immer auch auf das Team zutreffen. Deswegen ist der regelmäßige gegenseitige Austausch enorm wichtig. Chefs sollten weiterhin darauf achten, dass alle Informationen über Probleme und Neuerungen auch jeden im Team erreichen, damit keine Missverständnisse entstehen und der Zusammenhalt nicht unnötig gefährdet wird.

Studien zufolge arbeiten Angestellte im Homeoffice nicht nur motivierter, sondern sogar mehr. Deshalb sind digitale Überwachungsprogramme eigentlich unnötig, zumal diese auch das Vertrauensverhältnis zwischen Chef und Angestellten negativ beeinflussen können. Führungskräften ist daher prinzipiell anzuraten, darauf zu achten, dass die vereinbarten Ziele erfüllt werden. Weiterhin ist es wichtig, einmal etablierte Regelungen und Routinen immer wieder auf deren Praktikabilität und Sinnhaftigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls neu anzupassen oder auszuwechseln.

Quelle: ntv.de, imi

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