Ratgeber

Wenn die Wut hochkocht Wie mit lästigen Nachbarn umgehen?

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Manche Nachbarn rauben einem den letzten Nerv.

(Foto: imago/blickwinkel)

Müll im Hausflur, lästiger Zigarettengeruch, störende Geräusche: So mancher ärgert sich immer wieder über nervige Nachbarn. Doch wie lassen sich diese Konflikte lösen, damit das Wohnen nicht zum Albtraum wird?

Nachbarschaft hat an Bedeutung verloren. Besonders in den Großstädten wissen viele Mieter nicht einmal mehr, wer die Nachbarn eigentlich sind. Das ändert sich in der Regel schnell, wenn es einen Anlass gibt, sich über die anderen Mieter aufzuregen.

Verschiedene Interessen führen zu Konflikten

Anlässe zum Streiten gibt es jede Menge unter Nachbarn. Dabei spielen vor allem Interessenskonflikte eine große Rolle, wie der Psychologe Prof. Dr. Ulrich Wagner von der Universität Marburg weiß: "Je erfolgreicher die eine Seite ihre Interessen durchsetzen kann, umso mehr sieht die andere Seite ihre Interessen gefährdet. Das kann zu Streitigkeiten führen", sagt er im Gespräch mit ntv.de. Da häufig extrem unterschiedliche Lebenswelten und Wertevorstellungen aufeinander prellen, bietet gerade die Nachbarschaft ein großes Konfliktpotenzial. Während die Studenten-WG gern einmal ausgelassene Partys feiert, legt eine junge Familie natürlich Wert auf eine erholsame Nacht. In vielen Fällen lassen sich jedoch Konflikte bereits im Vorfeld vermeiden, indem man auch an die Interessen der Nachbarn denkt. Will man also eine Party feiern, sollten diese darüber informiert werden. In einem Gespräch kann man sich auf die maximale Lautstärke und Dauer der Feier einigen.

Bloß nicht ausrasten

Generell sollte man bei Ärgernissen über den Nachbarn, trotzdem überlegt handeln. Kommen Störangelegenheiten, wie die laute Party oder Platzieren des Mülls im Hausflur, nur sehr selten oder gar zum ersten Mal vor, rät Wagner dazu, sich in Gelassenheit zu üben. Dann kann es auch ratsam sein, den "Zustand" einfach mal zu ertragen. Will man das nicht, sollte man den Schritt auf den Nachbarn zugehen. Das gilt vor allem dann, wenn man sich oft über ihn ärgert: "Es ist sinnvoll, mit dem anderen auf eine vernünftige Art und Weise das Gespräch zu suchen und zum Beispiel darum zu bitten, die Musik leiser zu machen. Dabei sollte man die eigene Situation betonen, weshalb die Nachtruhe unbedingt nötig ist", sagt Wagner. Reagiert der störende Nachbar uneinsichtig oder gar nicht auf die Bitten, ist das letzte Mittel der Wahl dann doch die Polizei zu rufen oder die Hausverwaltung über den Störenfried zu informieren. Auch professionelle Streitschlichter können bei häufigen Konflikten eingesetzt werden, um den Gang zur Hausverwaltung oder zum Gericht zu vermeiden. In einem Konfliktlösungsgespräch mit einer neutralen Person können oftmals hilfreiche Lösungsansätze gefunden werden, damit sich beide Parteien dauerhaft einigen können.

Quelle: ntv.de, imi