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Hamburg & Schleswig-Holstein Knicks sind im waldarmen Norden wichtige Lebensräume

Eine Luftaufnahme zeigt grüne Baum- und Gestrüpphecken, sogenannte

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Ein Knick ist ein Wald, dessen Ränder ganz eng zusammengerückt sind. Je breiter der Knick ist, desto waldähnlicher werden die Bedingungen im Inneren.

Kiel/Bremen (dpa/lno) - Knicks sind im waldarmen Schleswig-Holstein wichtige Lebensräume. Besonders in den ganz alten Strauchhecken wachsen viele Waldpflanzenarten, wie die Untersuchung eines Forschungsteams der Universität Bremen ergab. Aber auch jüngere Strauchhecken erwiesen sich als artenreicher als erwartet, teilte das Institut für Ökologie am Montag mit. Sie können sich bei richtiger Pflege innerhalb einiger Jahrzehnte zu typischen und wertvollen Habitaten entwickeln. "Aus Sicht der Forschenden sind die Wildbiotope essenziell für den Erhalt der regionalen Vielfalt in Schleswig-Holstein", sagte Ökologin Kathrin Litza. Für ihre Untersuchung verglichen die Bremer Forscher mindestens 140 Jahre alte Knicks mit 14 bis 80 Jahre alten Strauchhecken. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im "Journal of Vegetation Science".

Knicks gibt es in Schleswig-Holsteins seit rund 200 Jahren. Die "lebenden Zäune" an den Rändern von Feldern und Wiesen sind in Deutschland einzigartig und prägen die Landschaft des nördlichsten Bundeslandes. "Knicks kann man sich wie zwei Waldränder vorstellen, die ganz eng zusammengerückt sind. Je breiter der Knick, desto waldähnlicher werden die Bedingungen im Inneren", sagte Litza. Dabei gehe es vor allem um die höhere Feuchtigkeit und stabilere Temperaturen im Innenraum. Die Waldpflanzen findet man daher häufig in der Mitte des Walls oder auf der Nordseite von Knicks.

Schleswig-Holsteins Knicks erstrecken sich zwischen Nord- und Ostsee auf rund 45 000 Kilometer. Die Baum- und Gestrüpphecken nehmen nach Angaben des Nabu ein Prozent der Landesfläche ein und prägen so im waldarmen Schleswig-Holstein das Bild einer gehölzreichen, vielfältig strukturierten Landschaft. Ihre ökologisch wichtige Funktion können sie aber nur bei entsprechender Pflege erfüllen. Sonst "verkümmern" sie zu einer lichten Baumreihe", sagte Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski.

Biologen kennen in Schleswig-Holstein rund 85 Knicktypen. Nach Angaben des Nabu werden sie mittlerweile von rund 7000 Tierarten als Ersatzlebensraum genutzt: In einen Kilometer Knick können bis zu 1800 unterschiedliche Arten leben und bis zu 30 Vogelpaare brüten.

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