Reise

Roadtrip ins Silicon Valley In San José wird die Zukunft geboren

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Plaza de Cesar Chavez in San Jose.

(Foto: imago/UIG)

San José ist die drittgrößte Stadt Kaliforniens. Hier vermischen sich Spitzentechnologie, Geschichte, Kultur und Natur. Tausende Technologie-Unternehmen haben sich hier niedergelassen. Für Touristen interessant machen die Stadt aber andere Attraktionen.

Es hat schon seine Gründe, weshalb sich Denker, Träumer und Erneuerer hier mit dem Ziel niederließen, die Welt zum Positiven zu verändern. San José und das Silicon Valley sind eine unschlagbare Mischung aus Lebensqualität und Visionen. In der mit knapp über einer Million Einwohnern drittgrößten Stadt Kaliforniens vermischen sich Geschichte, Kultur, Natur und Spitzentechnologie.

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Museum of Modern Art in San Jose.

(Foto: imago stock&people)

1777 von Bauern gegründet, ist San José die älteste zivile Siedlung des Golden State und war von 1850 erste Hauptstadt des Bundesstaats. Heute prägen neben modernen Wohntürmen viele Museen, das Opernhaus und eine attraktive Innenstadt das Bild.

In Downtown allein haben sich mehr als 110 Technologie-Unternehmen niedergelassen, im gesamten Stadtgebiet sind es über 6600. Aber nicht nur deswegen ist es attraktiv: San Josés Innenstadt ist sauber, sicher und mit mehr als 60 gesprochenen Sprachen ein beispielhaftes multikulturelles Miteinander.

Wie wichtig San José für die USA und den Rest der Welt geworden ist, verdeutlichen Fakten: San José hat das höchste Durchschnittseinkommen der USA, ist führend bei der Zahl der Patentanmeldungen und mehr als die Hälfte aller im Silicon Valley ansässigen Erwachsenen haben einen College-Abschluss. In der Innenstadt liegt auch der 62 Hektar große Campus der San José State University, ein Sammelbecken künftiger Tech-Genies.

Spektakulärer Blick bis zur Sierra Nevada

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Radrennen am Mount Hamilton.

(Foto: AP)

Für Urlauber gibt es aber noch andere Highlights. Man nähert sich ihnen am besten von der höchsten Erhebung der Stadt, dem Copernicus Peak am Mount Hamilton in der Diablo Range. Die Einheimischen erzählen sich, dass die Straße von San José auf den Mount Hamilton 365 Kurven hat, eine für jeden Tag im Jahr. Und wenn man an einem Tag mit klarer Sicht - die gibt es bei durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr reichlich - oben angekommen ist, hat man einen spektakulären Blick bis zur Sierra Nevada. Und dann nichts wie runter, um San José zu genießen:

Eine der nur drei Japantowns der USA und die größte vietnamesische Gemeinde außerhalb von Vietnam warten. Oder sich erkundigen, in welchem der 193 Parks und Gärten gerade ein Event stattfindet. Man kann sich auch in den Kneipen und Restaurants unter die Einheimischen mischen. Oder - ein Tipp für sportliche Schläger - auf einem der 15 lokalen Championship-Golfplätze den Ball fliegen lassen.

Alternativ kann die Kreditkarte gezückt werden, San José ist ein Shopping-Paradies. Von Bauernmärkten über Outlets bis hin zu Mega-Einkaufszentren gibt es alles für jeden Geschmack. Man kann von San José, dieser Metropole mit dem liebenswerten Charme einer Kleinstadt nicht genug bekommen. Dabei wartet in der Umgebung eine Vielzahl Entdeckenswertes.

Gelobtes Land für Tech-Touristen

Im McEnery Convention Center von San José findet vom 5. bis 9. Juni die jährliche World Wide Developer Conference (WWDC) von Apple statt. Es ist nach 2004 und 2005 das dritte Mal, dass Apple San José für seine wichtigste Konferenz auserwählt. Aktuell führt Facebook in der Stadt Pilotstudien mit Terragraph durch, seinem neuen öffentlichen Wi-Fi-Netz mit Glasfasergeschwindigkeit, und Computergigant Dell verlieh San José 2016 den Titel "Beste für die Zukunft gerüstete Stadt der USA".

Technikbegeisterte Urlauber finden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der jüngeren Geschichte der Computer- und Digitalindustrie in San José und Umgebung. Immer mehr Unternehmen setzen außerdem auf Besucherzentren in ihren Hauptquartieren. Einige Techno-Triptipps:

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Apple Campus II: die Baustelle im März 2016. Das Gebäude im Neo-Futurismus wurde von Norman Foster entworfen.

(Foto: imago/Hans Blossey)

Apple Headquarters, Cupertino: Im Apple-Hauptquartier wandeln Besucher auf den Spuren von Steve Jobs und können im von Chefdesigner Jony Ive gestalteten Unternehmensshop exklusive Apple-Produkte kaufen, die nirgendwo sonst auf der Welt erhältlich sind. Im neuen, kreisrunden Apple Park, das Star-Architekt Norman Foster wie ein Raumschiff gestaltete, gibt es ein über 220 Quadratmeter großes Café und einen fast 1000 Quadratmeter umfassenden Shop für Besucher.

Googleplex Campus & Android Statue Garden, Mountain View: Auf dem Google-Campus dominieren die Farben des Konzernlogos Blau, Rot, Gelb und Grün. Und im Skulpturengarten wird bei jedem neuentwickelten Betriebssystem eine bunte Android-Skulptur in Form einer berühmten Süßigkeit aufgestellt, mit denen sich die Gäste fotografieren können. Natürlich gibt es einen Shop, und es kann schon mal passieren, dass das selbstfahrende Google-Auto um die Ecke kommt.

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Im Computer History Museum, Mountain View.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Computer History Museum, Mountain View: Warum beginnt die Geschichte der Computer schon vor 2000 Jahren? Wann nahm autonomes Fahren seinen Anfang? Wo liegen die Wurzeln des Internets? Antworten gibt das Computer History Museum anhand von über 1100 Exponaten, darunter auch einige der ersten Computer der Geschichte aus den 1940ern und 1950ern.

NASA Ames Research Center, bei Moffett Field: Dieses Forschungszentrum der US-Raumfahrtbehörde hat schon oft eine Schlüsselrolle bei Weltraummissionen gespielt. Im kostenlosen Besucherzentrum können Gäste den Alltag in einer Raumstation kennenlernen und etwas über die Arbeit des Forschungszentrums erfahren.

Lick Observatory, Mount Hamilton: In fast 1300 Metern Höhe erfährt man mehr über die Zusammenarbeit mit Physikgenie Stephen Hawking und die Suche nach intelligentem Leben im Universum. Im Sommer finden eine Konzertreihe mit Astronomievorträgen und nächtliche Sternbeobachtung mithilfe eines 36-Zoll Refraktoren-Teleskops statt.

The Tech Museum of Innovation, San José: Einen echten Roboter designen, mit tragbarer Technologie spielen und eine Erdbeben-Simulation erleben - das alles gibt es in diesem Museum.

Beam Store, Palo Alto: In der University Avenue 425 in Palo Alto werden Technik- und SciFi-Fans glücklich: Nicht ein Mitarbeiter ist körperlich anwesend; die Angestellten steuern aus der Ferne Roboter auf Rädern, die den Besuchern über Bildschirme, Lautsprecher und Sprachsteuerung behilflich sind.

Quelle: n-tv.de, abe/spot