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Busreisende müssen noch warten Mehr Rechte für Schiffspassagiere

Schiffsreisende in der EU werden künftig bei Verspätungen entschädigt. Sie sollen ähnliche Rechte wie Flug- und Bahnpassagiere haben, entschied das Europaparlament. Für den Busverkehr gab es jedoch noch keine Einigung - hier gehen die Verhandlungen zwischen Parlament und EU-Ministerrat weiter.

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Künftig werden bei Verspätungen von mehr als 90 Minuten wartende Schiffsreisende finanziell entschädigt.

Ähnlich wie für Flug- und Zugreisende sollen in der EU auch Schiffspassagiere ab 2012 besser bei Verspätungen oder Unfällen entschädigt werden. Darauf zielt eine Neuregelung ab, die vom Europaparlament verabschiedet wurde. Da es bereits eine Einigung mit den EU-Mitgliedsländern gibt, dürfte der Ministerrat die Neuregelung in Kürze absegnen. Über die Rechte für Busreisende konnten sich Parlament und Rat hingegen nicht einigen. Sie werden nun in einem Vermittlungsverfahren nach einem Kompromiss suchen.

Schiffsreisenden muss künftig die Erstattung des Fahrpreises oder eine alternative Transportmöglichkeit angeboten werden, wenn ihr Schiff mehr als 90 Minuten Verspätung hat. Wenn die Betroffenen aufgrund der Verspätung übernachten müssen, steht ihnen dafür ein Betrag von je 80 Euro für maximal drei Nächte zu. Die Unternehmen müssen zudem Passagieren mit eingeschränkter Mobilität, etwa Rollstuhlfahrern, kostenlose Unterstützung anbieten. Die Neuregelung gilt für Schiffe, die auf der See oder auf Flüssen mehr als zwölf Fahrgäste befördern. Ausgenommen sind einige Ausflugs- und Besichtigungsfahrten sowie Fähren, die Fahrten unter 500 Metern zurücklegen.

Bei Busreisen noch keine Einigung

Für Busreisende forderte das Parlament ebenfalls Entschädigungen - und zwar bei Verspätungen von mehr als zwei Stunden. Außerdem will die EU-Volksvertretung durchsetzen, dass Busunternehmer für verlorene oder beschädigte Gepäckstücke bis zu 1800 Euro zahlen müssen. Die Abgeordneten verlangen ferner eine uneingeschränkte Haftung der Unternehmer bei Unfällen. Gegen diese Forderungen gibt es jedoch Widerstand im Rat, in dem die Verkehrsminister der 27 EU-Staaten vertreten sind. Das Europaparlament hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht. Vertreter von Parlament und Rat müssen nun versuchen, einen Kompromiss zu finden. Die Verhandlungen darüber sollen nach der Sommerpause aufgenommen werden.

Quelle: n-tv.de, abe/AFP/dpa

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