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Kein kulinarisches Entwicklungsland Schlemmen in Schleswig-Holstein

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Das Holstentor ist ein Wahrzeichen Schleswig-Holsteins - gut essen und trinken können Besucher der Region aber nicht nur in Lübeck.

Schwer, fett, fantasielos: Dieser Ruf ging Schleswig-Holsteins Küche viele Jahre lang voraus. Doch heute weht dort ein frischer Wind in der Küche. Das nördlichste Bundesland hat sich zum Urlaubsziel für Feinschmecker gewandelt.

Es waren einmal ganz im Norden Schleswig-Holsteins zwölf Restaurants, die bewirteten die Besucher des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Weil sie damit so erfolgreich waren, schlossen sie sich 1987 zur Kooperation Gastliches Wikingland zusammen und gründeten das Schleswig-Holstein Gourmet Festival. Renommierte Köche aus ganz Deutschland gastierten im Norden, um den kulinarischen Horizont ihrer norddeutschen Kollegen zu erweitern. Inzwischen findet das Festival zum 25. Mal statt.

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Butt gehört zu den Klassikern unter den Fischgerichten - beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival bis 18. März 2012 beteiligen sich Restaurants zwischen Ahrensburg bei Hamburg und Wenningstedt auf Sylt.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

An 32 Galaabenden stehen bis zum 18. März 2012 vielfach ausgezeichnete Gastköche mit unterschiedlichen Kochstilen bei ihren schleswig-holsteinischen Kollegen am Herd. Darunter sind bekannte Kochkünstler wie Harald Wohlfahrt und junge Trendsetter wie Magnus Ek aus Schweden. "Wir möchten unseren Gästen und Mitarbeitern immer wieder neue Impulse geben. Daher achten wir auf eine gute Mischung aus bewährten und neuen Gastköchen", sagt Klaus-Peter Willhöft, der Präsident der Kooperation.

Längst ist Schleswig-Holstein kein kulinarisches Entwicklungsland mehr. Die Zahl der Restaurants mit einem oder mehreren Sternen im "Guide Michelin" hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast verdoppelt. Auch abseits der Sterne-Gastronomie wird Leckeres aufgetischt: Geschnetzeltes vom Holsteiner Rehbock zum Beispiel oder Amrumer Lammcarrée mit Birnen, Bohnen und Speck.

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Typisch für den hohen Norden - in Dithmarschen werden jedes Jahr rund 80 Millionen Kohlköpfe geerntet.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Regionaltypische Gerichte, zubereitet mit frischen Zutaten aus der Region nach handwerklichen Grundsätzen - das ist das Credo der Kooperation "Feinheimisch". Den Mitgliedern des Vereins - Restaurants und Produzenten von der Bäckerei bis zum Ziegenzüchter - geht es um mehr als nur um gutes Essen. Die Mitglieder wollen dazu beitragen, die Artenvielfalt im Land zu erhalten und die handwerkliche Produktion von Lebensmitteln zu fördern.

In Dithmarschen widmen sich die Landwirte im großen Stil dem Kohl. Im größten zusammenhängenden Kohlanbaugebiet Europas werden jedes Jahr rund 80 Millionen Kohlköpfe geerntet. Das Kohlmuseum "Kohlosseum" in einer ehemaligen Sauerkrautfabrik zeigt, wie das Gemüse angebaut und von Hand geerntet wird. Alte und zum Teil längst vergessene Obstsorten gibt es im Obstmuseum "Pomarium Anglicum" in Winderatt zu bestaunen.

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Das "Kohlosseum" zeigt in einer ehemaligen Sauerkrautfabrik in Dithmarschen, wie Kohl angebaut und geerntet wird - in der Region in Schleswig-Holstein gibt es das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Etwa 120 Birnensorten und mehr als 700 Apfelsorten mit Namen wie Angelner Krumpeter oder Weigelts Zinszahler gedeihen hier. Stattlich ist die Zahl der Käsesorten aus Schleswig-Holstein. Mehr als 100 Sorten werden in kleinen Hofkäsereien produziert, die im Verein Käsestraße Schleswig-Holstein zusammengeschlossen sind.

In Sachen Kuchen und Torten werden Leckermäuler im hohen Norden fündig. In Hofcafés im Kreis Herzogtum Lauenburg duftet es nach warmem Obst- und Streuselkuchen, und rund um die Schlei tut sich ein richtiges Tortenparadies auf. Im "Café Krog" im Dörfchen Ulsnis gibt es nicht nur selbst gebackene Torten, man kann sich auch wie im Film fühlen: Das Café spielt als "Maren Jantzens Gasthof" in der Fernsehserie "Der Landarzt" mit.

Quelle: n-tv.de, dpa

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