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Saug- und Wischroboter-Check Roborock Q7 Max+ im Test: Goodbye, Staubsauger?

Bereit zum Einsatz: Roborock Q7 Max+ mit Saugstation.

Bereit zum Einsatz: Roborock Q7 Max+ mit Saugstation.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Gerade im Herbst und Winter wird viel Dreck zur Haustür reingeschleppt. Wer keine Lust hat, dauernd zu saugen und den Mopp zu schwingen, kann das auch von einem Roboter machen lassen. Doch wie gut klappt das?

Klar, Putzen macht schlank - aber nicht unbedingt Spaß. Besonders beim Saugen scheint sich manchmal schon wieder Staub am Ausgangspunkt zu sammeln, wenn man gerade am anderen Ende der Wohnung angekommen ist. Abhilfe sollen Saugroboter schaffen, von denen viele mittlerweile auch wischen können. Klingt praktisch, aber kann man mit so einem Gerät tatsächlich Staubsauger und Wischmopp entsorgen? Mit dem Roborock Q7 Max+ tritt ein Saug- und Wischroboter an, der im März 2022 vorgestellt wurde und zu den gehobenen Mittelklasse-Modellen des Herstellers zählt. Es gibt ihn mit und ohne Saugstation, was jeweils daran zu erkennen ist, ob am Ende ein + steht. 649 Euro stellt Roborock als UVP in den Raum und wirbt mit folgenden Funktionen:

  • Saugkraft von 4.200 Pa (steht für Pascal, Saugroboter arbeiten üblicherweise im Bereich von 2.000 bis 4.000 Pa - zum Vergleich: Ein Staubsauger mit Kabel leistet zwischen 13.000 und 25.000 Pa)
  • 5.200 mAh Lithium-Ionen-Akku, der bis zu 3 Stunden durchhalten soll
  • LiDAR-Navigation (Distanzmessung via Laser)
  • 300 g einheitlicher Moppdruck
  • Auto-Entleerungsstation Pure mit 2,5 Liter Staubbeutel für bis zu 7 Wochen ohne Entleeren

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Roborock Q7 Max+
Roborock Q7 Max+
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Kurz und knapp: Unser Eindruck

Roborock überzeugt im Test mit guter Saugkraft, gründlicher Reinigung, einer intuitiven App und zielsicherer Navigation. Beim Wischen ist noch Luft nach oben und auch die etwas umständliche Reinigung des Saugroboters bietet noch Optimierungspotential. Eine Kaufempfehlung gibt es trotzdem, denn für den Preis bekommt man einen Haushaltshelfer mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten, der zwar weder Staubsauger noch Wischmopp komplett ersetzt, mit dem aber ohne Weiteres eine solide Grundreinigung der Wohnung möglich ist.

Das gefällt uns gut:

  • Gute Leistungen in der Primärdisziplin Saugen
  • Intuitive App mit vielen Funktionen
  • Absaugstation erleichtert Reinigung
  • Zielsichere Navigation und solider Akkui
  • Verhältnismäßig leise (außer beim Entleeren an der Absaugstation)

Und das nicht:

  • Beim Wischen besser mehrere Durchgänge wählen
  • Umständliche Reinigung
  • Erkennt kleinere Objekte und Teppiche nicht automatisch

Unboxing: Lieferumfang, Verarbeitung und Einrichtung

Roborock vor seinem ersten Einsatz

Roborock vor seinem ersten Einsatz

(Foto: ntv/Steinhaus)

Ungefähr so groß wie ein Umzugskarton ist die Roborock-Verpackung, die der Paketbote die Treppe hochwuchtet. Zum Lieferumfang gehören neben dem weißen Saugroboter und der Absaugstation eine Bedienungsanleitung, ein Schnellstart-Guide, die Wischvorrichtung mit Mopp und ein Ersatz-Staubbeutel – alles verpackt in Plastik. Das ist zwar bei elektronischen Geräten nicht unüblich, Nachhaltigkeit sieht allerdings anders aus.

Mit einem Durchmesser von 34 Zentimetern ist der Roborock ungefähr so groß wie eine ordentliche Familienpizza – und sieht mit seiner glänzenden weißen Oberfläche durchaus schick aus (wenn man das von einem Saugroboter so sagen kann). Man muss ihn also nicht eilig in die Besenkammer stopfen, falls unerwarteter Besuch auf der Matte steht. Möglich ist es aber, denn mit einer Höhe von ungefähr 9,6 Zentimetern passt der smarte Putzhelfer auch unters Bett und viele andere Möbelstücke. Die Verarbeitung wirkt solide – zwar bestehen Saugroboter und Ladestation zum Großteil aus Kunststoff, es wackelt aber nichts und auch Spaltmaße suchen wir vergebens. Unter der Abdeckung auf der Oberseite befinden sich Staub- und Wischtank, unten kehrt eine Gummibürste den Dreck zu einer roten Gummiwalze, die alles ins Gerät befördert.


Unterseite: Vorn wird der Mopp montiert.

Unterseite: Vorn wird der Mopp montiert.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Die Inbetriebnahme ist einfach und innerhalb von wenigen Minuten erledigt: Hersteller-App runterladen (wer mag, kann auch die Xiaomi Home App nutzen – Roborock gehört zum chinesischen Konzern), registrieren, Roborock einschalten, dann erkennt die App das Gerät und verbindet es mit dem W-Lan. Dass das geklappt hat, teilt der Roboter prompt auf Englisch mit. Gleichzeitig stellt die App fest, dass die Software ein Update braucht – geht aber nicht, denn Roborock hat nicht genug Energie. Also Kabel an die Entleerungsstation anschließen, beim Roboterrock auf die Haus-Taste drücken und schon dreht sich das Gerät zur Orientierung hin und her und braust los in Richtung Elektro-Tankstelle - vor der Arbeit erstmal ausruhen, so so. Nach gut 3 Stunden ist der Akku voll. Nach dem Update kann die Sprachausgabe auf Deutsch geändert werden und es kann losgehen.

Das Einsatzgebiet

Praktisch: Der Saugroboter kommt auch unters Sofa

Praktisch: Der Saugroboter kommt auch unters Sofa

(Foto: ntv/Steinhaus)

Testobjekt ist eine knapp 90 Quadratmeter große 4-Zimmer-Wohnung mit Laminat und weißen Fliesen, die Flecken magisch anzuziehen scheinen. Von draußen werden regelmäßig Erde, Sand vom Spielplatz und Blätterreste eingeschleppt. Drinnen warten Staub, Krümel, lange Haare und die ein oder andere heruntergekullerte Erbse auf den Roborock. Außerdem steht an vielen Ecken was rum: Hier eine Pflanze, dort ein Wäscheständer.

Unsere Anforderungen: Alles schön sauber saugen (bitte auch die Endgegner-Ecken unter dem Sofa) und hinterher Flecken wegwischen – am besten mit einer Akkuladung. Dann kann der Haushaltshelfer die Wohnung wienern, während man selbst nicht da ist. Aber Achtung: Roborock kann zwar saugen und wischen, aufräumen dagegen noch nicht. Die Gebrauchsanweisung warnt: Bitte Ordnung in die Bude bringen, bevor es losgeht – Kleinteile, lose Kabel und dergleichen erkennt der Roboter nicht, diese sollten also aufgesammelt werden, wenn sie nicht im Inneren der Maschine landen sollen.

Disziplin 1: Navigation

Zu Beginn stellen wir via App ein, dass Roborock saugen und dabei gleich eine Karte der Wohnung erstellen soll – mehr dazu später. Zielsicher navigiert das Gerät mit seinem Laser-Ausguck durch die Wohnung. Es dreht eine Runde unter dem Sofa, lässt sich vom Stuhlbeinwald unter dem Esstisch nicht beirren und macht auch vor der Klobürste nicht Halt – die wird eben ein paar Zentimeter verschoben. Hier merkt man die fehlende Objekterkennung. Auch mit einer Glastür hat das Gerät Schwierigkeiten, aber schließlich laufen auch Menschen schon mal gegen Scheiben. Angst vor einem Robo-Rowdy muss aber niemand haben: Größere Gegenstände werden zielsicher umfahren, kleinere rempelt Roborock gelegentlich sanft mit einem Bumper an und erfasst sie. Auch durch enge Stellen zirkelt das Gerät problemlos und bremst wenn nötig vorher ab. Beschädigungen an den Möbeln entdecken wir keine und auch festgefahren hat sich das Gerät im Testzeitraum nicht – starke Leistung.

Stuhlbeingewirr unter dem Tisch? Macht Roborock nichts aus

Stuhlbeingewirr unter dem Tisch? Macht Roborock nichts aus

(Foto: ntv/Steinhaus)

Unterwegs überwindet Roborock bis zu zwei Zentimeter hohe Hindernisse, etwas höhere Türschwellen sind also kein Problem. Auch die Geschwindigkeit überzeugt: Nach 85 Minuten hat der Haushaltshelfer 61 Quadratmeter unserer Wohnung gesaugt und kartografiert und teilt mit, dass er jetzt zur Ladestation zurückkehrt.

Disziplin 2: Saugen

Roborock bietet vier Saugleistungs-Stufen von „Leise“ über „Normal“ bis hin zu „Turbo“ und „Maximal“. Mit seiner kleinen Bürste wedelt der Bodenkriecher Krümel, Staub und kleinere Gegenstände unter das Gerät, wo eine rote Gummiwalze alles in den Schmutzbehälter befördert. Der Roboter fährt die einzelnen Zimmer im Zickzack-Kurs ab und kommt mit der Gummibürste gut an die Kanten heran. Unter dem Sofa oder dem Bett, wo sich viel Staub ansammelt, pustet der Roboter durch sein Abluftsystem schon mal die eine oder andere Flusenwolke durch die Gegend. Im weiteren Verlauf der Runde durch die Wohnung wird aber der Großteil davon sprichwörtlich weggeputzt. Nur in den Ecken hat es Roborock durch seine runde Bauweise schwer.

Mit seiner Bürste kommt Roborock auch an Wände - bei Ecken muss er aber passen.

Mit seiner Bürste kommt Roborock auch an Wände - bei Ecken muss er aber passen.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Die Lautstärke bewegt sich bei unserer Messung je nach eingestellter Saugleistung bei 59 (leise) bis 71 Dezibel (Maximal). Damit kann auch zu späterer Stunde noch mal schnell eine Runde durch die Wohnung gedreht werden, ohne dass die Nachbarn mit dem Besen gegen die Decke klopfen. Unser Kabelstaubsauger ist mit 77 bis 81 Dezibel deutlich lauter. Wie gut die Reinigungsleistung auf Teppichen ist, konnten wir nicht überprüfen, da in unserer Wohnung keiner vorhanden ist. Stiftung Warentest bewertete das hochpreisigere Modell S7 in dieser Disziplin mit „befriedigend“ – gute Gründlichkeit, aber schlechte Aufnahme von Fasern. Wichtig aber: Leider erkennt Roborock laut Bedienungsanleitung Teppiche nicht automatisch und würde auch diese wischen. Wer das nicht will, muss in der App eine wischfreie Zone einrichten – etwas umständlich, aber machbar.

Disziplin 3: Wischen

Im Gegensatz zu den hochpreisigeren Modellen von Roborock wischt der Q7 Max ohne Oszillation und Rotation. Das Umrüsten geht angenehm einfach: Der Mopp wird mitsamt der Platte zum Befestigen unter den Roboter geschnallt – fertig. Dann wird die Platte mit einem Druck von 300 Gramm über den Boden gezogen. Der Wasserdurchfluss lässt sich fünf Stufen von "Aus" und "Niedrig" bis hin zu "Hoch" und "Benutzerdefiniert" regulieren. Diese Einstellung ermöglicht ganze 30 Durchflussstufen, die bis zu "Extrem" reichen.

Fleck auf dem Boden vor dem Wischen, nach Durchgang 1 und nach Durchgang 2.

Fleck auf dem Boden vor dem Wischen, nach Durchgang 1 und nach Durchgang 2.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Im Test muss Roborock mit hoher Wischleistung durch die Küche fahren. Kleinere Flecken verschwinden direkt, hartnäckige Verschmutzungen dagegen schafft unsere Haushaltshilfe nicht – dazu fehlt einfach ein bewegliches Wischmodul. Nach zwei bis drei Durchgängen ist dagegen ein deutlich besseres Ergebnis erreicht. Soll Roborock gleichzeitig saugen und wischen, braucht er im Test pro Quadratmeter ungefähr eine Minute.

Verschiedene Hersteller bieten spezielle Reinigungskonzentrate für Saugroboter an, die ein besseres Wischergebnis versprechen. Roborock hat noch kein eigenes Produkt auf dem Markt und empfiehlt lediglich den Einsatz von Wasser. Auf eigene Mischungen mit Spülmittel oder ähnlichem sollte verzichtet werden, da dies die Leitungen verstopfen kann und die Garantie dann erlischt. Ausprobieren also auf eigene Gefahr. Wer aber kein Problem damit hat, auch mal den einen oder anderen hartnäckigen Fleck hinterher per Hand zu entfernen und mit einem ansonsten ausreichenden Wischvorgang zufrieden ist, dürfte mit diesem Modell glücklich werden.

Absaugstation und Reinigung: Haarige Sache

Nach getaner Arbeit fährt Roborock automatisch zurück zur Ladestation und entleert den Schmutzbehälter lautstark in den vorhandenen Staubbeutel. Das dauert ungefähr 10 Sekunden und macht ordentlich Krach, Dreck fliegt dabei aber nicht herum. Wenn es möglich ist, bietet es sich an, die Station in der Abstellkammer oder einem ähnlichen Ort zu positionieren, wo der Lärm nicht so stört. Der Beutel in der Station soll bis zu 7 Wochen halten und kann einfach entnommen werden, wenn der Deckel abgenommen wird.

Haarige Sache: Hier hilft nur noch eine Schere.

Haarige Sache: Hier hilft nur noch eine Schere.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Bei der anschließenden Untersuchung des Roboters stören uns zwei Dinge: Die rotierende Plastikbürste an der Seite hat sich fleißig mit langen Haaren umwickelt. Da sie nur mit einem Schraubendreher ausgebaut werden kann, müssen wir zur Schere greifen, um die Haare zu entfernen. Die rote Walze kann dagegen per Hand entnommen werden. Vor dem Einzugsschacht hinter der Walze hat sich eine beachtliche Staub- und Fusselansammlung gebildet, die wir per Hand entfernen. Beim Getöse, das beim Absaugen an der Reinigungsstation veranstaltet wird, hätten wir erwartet, dass so große Rückstände ebenfalls beseitigt werden.

Die App: Wenn Roborock um Hilfe ruft

Die intuitive App ist die Kommandozentrale des Roborock. Sie ist schön übersichtlich und sollte auch von Saugroboter-Neulingen ohne größere Probleme bedient werden können. Hier lassen sich unter anderem Saug- und Wischleistung einstellen, Karten bearbeiten und Reinigungs-Routinen für einzelne Räume festlegen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. So lässt sich beispielsweise ein Programm „Nach den Mahlzeiten“ erstellen, mit dem Roborock zu einer festen Uhrzeit unter dem Esstisch wienert. Es können aber auch bestimmte Räume von der Reinigung ausgeschlossen werden.

In der App kann mitverfolgt werden, wie Roborock wienert.

In der App kann mitverfolgt werden, wie Roborock wienert.

(Foto: ntv/Steinhaus)

Die Wohnung wurde präzise erfasst, hinterher konnten wir problemlos Grenzen zwischen den Räumen ziehen oder entfernen. Wer mag, kann verschiedene Bodenbeläge einstellen und sich die Wohnung in 3D anzeigen lassen. Dies ist jedoch mehr als Spielerei anzusehen. Roborock meldet sich außerdem, wenn Probleme auftauchen (einmal blieb er ohne ersichtlichen Grund während des Wischvorgangs stehen und wollte neu positioniert werden) und zeigt auch an, wenn etwas gewartet werden muss.

Der Preis

Lange Zeit lag der Preis für den Roborock Q7 Max+ über 500 Euro, mittlerweile ist der Reinigungshelfer zeitweise aber auch schon für weniger Geld zu haben. Wer auf die Absaugstation verzichten kann, bekommt den Roboter auch schon für rund 320 Euro - ein überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis.


Quelle: ntv.de

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