Sport

Drakonische Strafe für den Klub 14 Festnahmen nach "barbarischer" Gewalt

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Im Stadion von Querétaro eskalierte die Gewalt.

(Foto: AP)

Die Bilder und Videos der brutalen Ausschreitungen im Fußballstadion La Corregidora sorgen nicht nur in Mexiko für Entsetzen - die FIFA nennt sie "barbarisch". Der mexikanische Verband reagiert nun mit harten Strafen. Die Staatsanwaltschaft meldet 14 Festnahmen.

Nach den Krawallen mit 26 Verletzten bei einem mexikanischen Fußballspiel hat der nationale Verband FMF eine Reihe von Strafen gegen den Heimverein FC Querétaro verhängt. Dieser muss unter anderem ein Jahr lang alle Heimspiele - auch der Frauen- und Jugendmannschaften - vor leeren Rängen austragen, wie der FMF mitteilte. Die Gesellschaft, der der Klub gehört, muss diesen zudem bis Ende des Jahres verkaufen. Nach einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Querétaro wurden inzwischen 14 mutmaßlich an der Gewalt Beteiligte festgenommen.

Am vergangenen Samstag war es bei einem Spiel der ersten mexikanischen Fußballliga zwischen dem FC Querétaro und Atlas Guadalajara auf den Rängen zu heftigen Schlägereien zwischen Anhängern der beiden Mannschaften gekommen. Einige Menschen trugen schwere Verletzungen davon - ein Mann verlor sogar ein Auge. Die Partie wurde in der 62. Minute beim Stand von 0:1 abgebrochen, alle Spiele der Liga am Sonntag fielen aus. Die Regierung des zentralmexikanischen Bundesstaates suspendierte fünf Beamte, darunter den für das Spiel verantwortlichen Einsatzleiter der Polizei, und kündigte Verträge mit einer privaten Sicherheitsfirma.

Das Spiel wird mit 0:3 gewertet, wie der Verbandspräsident Yon de Luisa und der Ligachef Mikel Arriola nun bei einer Pressekonferenz verkündeten. Zu den weiteren Strafen, über die die FMF-Disziplinarkommission entschied, zählt den Angaben zufolge ein Ausschluss der Vorstandsmitglieder des FC Querétaro für fünf Jahre von Führungs- und Verwaltungspositionen in mexikanischen Vereinen. Die aktuelle Vereinsführung sei nicht in der Lage gewesen, die Sicherheit der Anhänger im Stadion zu gewährleisten, sagte Arriola.

Gesichtserkennung für Fans soll kommen

Außerdem dürfen die Ultras des Klubs drei Jahre lang keine Heim- und ein Jahr lang keine Auswärtsspiele besuchen. Die Ultras - in Mexiko Animationsgruppen genannt - von Atlas dürfen sechs Monate lang bei keinem Auswärtsspiel im Stadion sein. Bei der Pressekonferenz wurden auch allgemeinere Neuerungen verkündet. So sollen künftig Fans per Gesichtserkennung in den Stadien identifiziert werden. Wer bei einem Spiel Gewalt verübt hat, soll lebenslanges Stadionverbot erhalten.

Der Weltverband FIFA nannte die Szenen zunächst "barbarisch" und hatte in einer Stellungnahme geschrieben, man sei "schockiert von diesem tragischen Vorfall". Die FIFA werde den mexikanischen Verband bei der Aufarbeitung unterstützen: "Für Gewalt ist im Fußball absolut kein Platz."

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Querétaro wurden gegen die 14 festgenommenen Männer Haftbefehle wegen des Verdachts auf versuchten Mord, Gewalt bei einer Sportveranstaltung und Befürwortung von Straftaten vollstreckt. 16 weitere Verdächtige würden noch gesucht. Zu ihrer Identifizierung wurden den Angaben zufolge 583 Bilder, 78 Videos und mehr als 1000 Hinweise aus der Bevölkerung ausgewertet. 21 Wohnungen wurden durchsucht.

Der Querétaro Fútbol Club - auch Gallos Blancos (weiße Hähne) genannt - trägt seine Heimspiele in Querétaro, der Hauptstadt des gleichnamigen zentralmexikanischen Bundesstaates, aus. In seinem Stadion La Corregidora bestritt Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1986 alle drei Vorrundenspiele.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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