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Brutaler Sturz von van Aert Alaphilippe feiert sensationellen Etappensieg

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Unfassbares Zeitfahren: Julian Alaphilippe gewinnt die Etappe und verteidigt das Gelbe Trikot.

(Foto: REUTERS)

Ein Topfavorit stürzt schwer, der andere wird geschlagen: Völlig überraschend gewinnt Julian Alaphilippe das Einzelzeitfahren auf der 13. Etappe der Tour de France - und verteidigt so sein Gelbes Trikot. Während Emanuel Buchmann überzeugt, schaltet Tony Martin in den "Ruhemodus".

Julian Alaphilippe hat die 13. Etappe der Tour de France gewonnen und mit seinem zweiten Tagessieg das Gelbe Trikot verteidigt. Der Franzose entschied sensationell das 27,2 Kilometer lange Einzelzeitfahren in Pau für sich und verwies Vorjahressieger und Topfavorit Geraint Thomas aus Großbritannien um 14 Sekunden auf Platz zwei. Damit baute Alaphilippe seine Führung in der Gesamtwertung der Frankreich-Rundfahrt vor Thomas auf 1:26 Minuten aus. Tages-Dritter wurde der Belgier Thomas De Gendt.

Der Waliser Thomas nahm seinen Konkurrenten - außer Alaphilippe - dennoch wie erwartet viel Zeit ab. Teamkollege Egan Bernal verlor 1:22 Minuten, auch Jakob Fuglsang (53 Sekunden) und Frankreichs großer Hoffnungsträger Thibaut Pinot (35 Sekunden) mussten kräftige Einbußen im Duell mit dem 33 Jahre alten Ineos-Frontmann hinnehmen. Allerdings: In Sachen Tour-Sieg scheint man die Rechnung nicht mehr ohne Alaphilippe machen zu können.

Auch auf diesem Teilstück reichte es derweil nicht zum ersten Etappensieg für die deutschen Profis. Tony Martin hatte in seiner Spezialdisziplin Kräfte gespart, um in den kommenden Tagen wieder als Helfer für seinen aussichtsreich platzierten Teamkollegen Kruijswijk zu agieren. Er wurde 163. mit 6:45 Rückstand."Der Plan war, so wenig wie möglich zu machen und ein paar Kräfte zu sparen", sagte er. Bester Deutscher wurde Emanuel Buchmann als 15., 18. wurde Nils Politt. "Ich bin am Anschlag gefahren. Das Zeitfahren war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung", so Buchmann, der am Ende unter den besten 10 stehen will.

"Mir ist die Straße ausgegangen"

Der deutsche Meister Maximilian Schachmann, der nach der zweiten Zwischenzeit vorübergehend auf Rang vier lag, stürzte in einer Kurve und schleppte sich mit einem blutigen Knie und einer verletzten linken Hand ins Ziel. "Ich bin zu schnell in die Kurve reingefahren und habe sie falsch eingeschätzt, die war tückisch. Mir ist die Straße ausgegangen, dann bin ich ins Außengitter eingetaucht", sagte Schachmann. Dem 25-Jährigen droht bei seinem Tour-Debüt ebenso das vorzeitige Aus wie Martins Teamkollegen Wout van Aert. Der Topfavorit auf den Tagessieg nahm auf den letzten zwei Kilometern eine Kurve zu eng und blieb an einer Absperrung hängen. Er wurde dabei regelrecht vom Rad gerissen. Nach seinem schweren Sturz wurde der 24 Jahre alte Belgier mit einem Krankenwagen weggefahren. 

Auf der 14. Etappe liegt am Samstag (13 Uhr/ARD und Eurosport) das Ziel auf dem 2115 Meter hohen Tourmalet. Über 19 Kilometer geht es im Schnitt 7,4 Prozent hinauf. Wer hier von den Favoriten einen schwachen Tag hat, für den dürfte die Tour gelaufen sein.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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