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"Werden wir nie mehr vergessen" Als die Bayern um Zipsers Leben bangten

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Zipser ist wieder dabei. Spielen kann er aber noch nicht.

(Foto: imago images/kolbert-press)

Im Juni begibt sich Paul Zipser wegen Gleichgewichtsstörungen in Behandlung, es folgt die Schock-Diagnose: eingebluteter Hirntumor am Hirnstamm. Statt um den Ball kämpft der Basketballer um sein Leben. Bayern-Geschäftsführer Marco Pesic blickt zurück auf einen der "schwierigsten Momente".

Das Drama um Basketball-Nationalspieler Paul Zipser war für Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic "einer der schwierigsten Momente" seines Lebens. "Das werden wir alle nie mehr vergessen. Ich war mir aber sicher, dass er es schafft, wenn nur der schwere Eingriff erfolgreich sein würde", sagte Pesic der "Süddeutschen Zeitung".

Beim 27-jährigen Zipser war mitten in der Halbfinalserie gegen die MHP Riesen Ludwigsburg im Juni ein eingebluteter Hirntumor am Hirnstamm festgestellt worden. Er hatte sich wegen Gleichgewichtsstörungen untersuchen lassen. Der frühere NBA-Profi musste sich dann einer komplizierten Kopfoperation unterziehen, Familie und Verein bangten um sein Leben.

"Das war am Ohr, am Kleinhirn, schon eine beschissene Stelle. Eine angeborene Fehlbildung", erklärte Zipser im Bayern-Podcast "Open Court". "Dort sind im Gehirn einfach mehrere Zentren, die für verschiedene Sachen zuständig sind. Bei mir war es die Koordination, die ganze rechte Seite war von Anfang an sehr betroffen", sagte Zipser.

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"Ich sah es eigentlich auch als unmöglich an, zum ersten Endspiel nach Berlin zu fahren und am Tag seiner Hirn-OP zu spielen", sagte der 45 Jahre alte Pesic rückblickend. "Es ging ja vor allem darum, zusammenzustehen und mit den Ärzten Paul und seine Familie zu begleiten, um keine Minute zu vergeuden." Am Abend vor der OP habe er nicht geschlafen. "Ich musste dauernd daran denken, was Paul wohl durch den Kopf geht. Ich glaube, an seiner Stelle wäre ich durchgedreht."

Zipser erlitt während der Operation eine Lungenembolie, lag auf der Intensivstation. Danach mühte er sich wochenlang durch die Reha. Als Pesic seinen Profi dort besuchte, sei ihm "erstmals so richtig bewusst, womit er zu kämpfen hatte", so der Bayern-Geschäftsführer gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". "Er konnte nicht mehr alleine laufen. Ihn jetzt in seinem individuellen Training zu sehen, wie er kämpft, das macht uns alle glücklich." Spielen kann Zipser noch nicht wieder, "aber das ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit", sagte er bei "Open Court".

Quelle: ntv.de, ara/sid

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