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Primoz Roglic weiter in Gelb Ausreißer Andersen strampelt zum Tagessieg

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Andersen riss kurz vor dem Ziel aus und belohnte seine Mühen mit einem Etappensieg.

(Foto: imago images/Sirotti)

"Ich hatte den ganzen Tag super Beine. Ich habe es einfach probiert." Sören Kragh Andersen belohnt seinen Mut mit dem Tagessieg bei der Tour der France. Der 26-jährige Däne beschert seinem Team Sunweb den zweiten Erfolg binnen 48 Stunden. Der unermüdliche Lennard Kämna ärgert sich dagegen.

Sören Kragh Andersen hat Sunwebs Ausreißer-Könige erneut jubeln lassen und dem Team mit der deutschen Lizenz den zweiten Etappensieg bei der 107. Tour de France binnen 48 Stunden beschert. Zwei Tage nach dem Soloritt des Schweizers Marc Hirschi in Sarran triumphierte der Däne in Lyon und ließ auch seinen deutschen "Road Captain" Nikias Arndt jubeln. "Ich habe keine Worte. Ich habe davon geträumt. Aber man weiß nicht, dass man gut genug dafür ist, bis man es geschafft hat", sagte der 26 Jahre alte Kragh Andersen in der historischen Tour-Stadt, die 1903 erster Zielort einer Etappe überhaupt gewesen war: "Ich hatte den ganzen Tag super Beine. Ich habe es einfach probiert."

Kragh Andersen hatte sich in der wilden Schlussphase der 14. Etappe entscheidend gelöst und lag im Ziel nach 194 km in der Rhone-Stadt 15 Sekunden vor dem Slowenen Luka Mezgec (Mitchelton-Scott). Bester Deutscher war der unermüdliche Lennard Kämna (Bora-Hansgrohe), der kurz vor Schluss erneut attackiert hatte und letztlich 54. wurde. Ex-Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) verpasste als Vierter zwar erneut den so ersehnten Etappensieg für das deutsche Bora-Team, das immensen Aufwand betrieb, meldete sich aber im Kampf um sein achtes Grünes Trikot zurück - sein großer Widersacher Sam Bennett ging fast leer aus.

Dennoch war Kämna mit der Ausbeute für Sagan, der immer noch 43 Punkte Rückstand hat, alles andere als zufrieden. "Es ist ärgerlich, dass Kragh Andersen da noch wegfährt und gewinnt", schimpfte der 24-Jährige: "Es ist saumäßig schade, dass es so geendet hat. Am Ende ist alles explodiert. Es ist schon echt scheiße gelaufen, wenn man ehrlich ist."

Bennett findet den Anschluss nicht mehr

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Slowene Primoz Roglic (Jumbo-Visma) erfolgreich, der sich in der Schlussphase mit zwei knackigen Bergwertungen auf den letzten zehn Kilometern ganz weit vorne gezeigt hatte. Roglic und Co. schonten sich ansonsten weitgehend - am Sonntag sind die Gelb-Favoriten schließlich reichlich gefordert: Die bislang schwerste Bergankunft führt über 17,4 km und 1250 Meter Höhenunterschied auf den Grand Colombier.

Einen Tag nach dem großen Auftritt von Kämna und Max Schachmann, die sich bei der schweren Bergetappe am Puy Mary im Zentralmassiv nur dem ausgebufften Kolumbianer Daniel Martinez hatten geschlagen geben müssen, war das Bora-Team erneut sehr aktiv. Diesmal rackerte das verbliebene Septett der Raublinger Mannschaft an der Spitze des Pelotons, um Sprinter Sagan im Kampf um das Grüne Trikot wieder in Position zu bringen.

Dessen Rivale Sam Bennett, der die Punktewertung anführt, hatte am Freitag das Ziel auf der allerletzten Rille erreicht und sich völlig verausgabt. Boras Plan, zugunsten des bergfesteren Sagan den Iren abzuhängen und damit punktlos im Finale zu lassen, ging auf. Trotz der Hilfe seiner Quick-Step-Kollegen musste Bennett am schwersten Anstieg des Tages, dem Col du Beal, nach einem Drittel der Etappe abreißen lassen - und schaffte nicht mehr den Anschluss. Bennett musste sich mit zehn Punkten aus dem Zwischensprint zufriedengeben, schon da hatte Sagan fünf Zähler mehr gesammelt.

Quelle: ntv.de, dbe/sid