Sport
Was sehen wir? Die Zweitplatzierte Irina Krjuko aus Weißrussland, die Siegerin Justine Braisaz aus Frankreich und die Drittplatzierte  Laura Dahlmeier aus Deutschland stehen auf dem Podium.
Was sehen wir? Die Zweitplatzierte Irina Krjuko aus Weißrussland, die Siegerin Justine Braisaz aus Frankreich und die Drittplatzierte Laura Dahlmeier aus Deutschland stehen auf dem Podium.(Foto: dpa)
Sonntag, 17. Dezember 2017

"Drei, zwei, eins - top!": Biathlon-Königin Dahlmeier ist zurück

Drei Rennen, drei Podestplätze: Die deutsche Biathletin Laura Dahlmeier kommt immer besser in Fahrt. In den französischen Alpen wird sie zum Abschluss Dritte im Massenstart. Erik Lesser erkämpft sich mit Schnellfeuereinlagen zum Jahresabschluss Platz drei.

Laura Dahlmeier holte sich nach der Rückkehr in die Weltspitze schnell ihre dritte Medaille ab, auf den verdienten Weihnachtsurlaub musste die Biathlon-Königin aber nach ihrem erfolgreichen Weltcup-Wochenende noch ein bisschen warten. Einen Tag nach ihrem ersten Saisonsieg in der Verfolgung belegte sie nun in Annecy im Massenstart Platz drei - und trat schnurstracks nach der Siegerehrung ihre Reise nach Baden-Baden zur Wahl der "Sportler des Jahres" an. "Danach kann ich hoffentlich die Beine ein bisschen hochlegen."

Völlig erschöpft war sie wenige Minuten zuvor hinter der Ziellinie zusammengesackt und einige Momente im Schnee liegen geblieben. Schwer atmend - das Wochenende hatte ihr alles abverlangt. Doch nach drei Podestplatzierungen, darunter ihr erster Sieg des Olympia-Winters, verließ sie die französischen Alpen mit einem Lächeln. "Drei, zwei, eins - top!", lautete das freudige Fazit der 24-Jährigen. Das Strahlen ist endgültig wieder auf das Gesicht der Dominatorin des Vorwinters zurückgekehrt: Sieg in der Verfolgung, Zweite im Sprint am Freitag und zum Abschluss der dritte Platz im Massenstart - nach dem schwierigen Saisonstart ist Dahlmeier schon fast wieder ganz die Alte.

Innerhalb von nur zwei Wochen hat sich Dahlmeier vom Krankenbett zurück in die Weltspitze gekämpft. Noch bei ihrem Saisonauftakt im österreichischen Hochfilzen hatte sie sich nach Platz zehn in der Verfolgung im Zielbereich Tränen der Enttäuschung aus den Augen gewischt. Immerhin hatte sie sich ein bisschen mit dem Staffelsieg trösten können. Nun stand sie auch alleine ganz oben - und um ein Haar hätte es sogar zum Doppelschlag gereicht.

Sechs Rennen binnen zehn Tagen

"Ich habe auf der Schlussrunde versucht, alles zu geben. Ich habe von Anfang an gekämpft und bin ein hohes Tempo gegangen", sagte Dahlmeier, nachdem sie sich im Massenstart Lokalmatadorin Justine Braisaz und der Weißrussin Iryna Krijuko geschlagen geben musste. Doch nach einem abermals famosem Kampf musste sie den Strapazen von sechs Rennen binnen zehn Tagen in Hochfilzen und Annecy Tribut zollen: "Am Schluss haben vielleicht die nötigen Körner gefehlt."

Für den gelungenen Abschluss eines erfolgreichen Weltcups sorgte bei den Männern Erik Lesser (0) mit seinem dritten Platz im Massenstart. Nur der sechsmalige Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade (Frankreich/0) und der Dominator der bisherigen Saison, der Norweger Johannes Thingnes Bö (2), waren wie am gesamten Wochenende nicht zu schlagen. Arnd Peiffer (1) wurde Sechster. Massenstart-Weltmeister Simon Schempp enttäuschte zwar mit sechs Schießfehlern und Platz 25, doch zuvor hatte er sich als Vierter im Sprint und Fünfter in der Verfolgung in starker Form präsentiert. Mit seinem achten Platz im Jagdrennen knackte zudem Sprint-Champion Benedikt Doll die Norm für die Olympischen Spiele in Pyeongchang vom 9. bis zum 25. Februar.

Bei den Frauen hatte es sogar zum letzten Schießen nach einem Doppelsieg für den Deutschen Skiverband ausgesehen. Die bis dahin führende Denise Herrmann, die am Ende Zwölfte wurde, leistete sich beim ersten Massenstart ihrer Biathlon-Karriere aber am letzten Stehendanschlag drei Strafrunden, Dahlmeier verschoss einmal. Nach zuvor zwei fünften Plätzen kann sich aber auch Herrmann trotz der Fehler zum Abschluss hochzufrieden in den Weihnachtsurlaub verabschieden. Zweitbeste Läuferin des DSV war über 12,5 KilometerVanessa Hinz (1) auf Rang fünf. Franziska Hildebrand wurde Zehnte.

Quelle: n-tv.de