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Tiefe Fleischwunde am BeinBode Miller muss aufgeben

06.02.2015, 03:12 Uhr
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War es das letzte Rennen seiner Karriere? Bode Miller auf der "Birds of Prey" in Beaver Creek - Sekunden vor dem Sturz. (Foto: picture alliance / dpa)

Die WM ist für Bode Miller gelaufen: Der Abfahrtsläufer zieht sich bei einem schweren Sturz im Super-G eine schwere Verletzung zu. Eine Skikante schlitzt ihm unterhalb der Kniekehle die Wade auf. Der Lokalmatador muss seine Comeback-Hoffnungen begraben.

Für Publikumsliebling Bode Miller ist die Heim-WM nach seinem Sturz im Super-G vorzeitig beendet. Wie US-Herren-Chefcoach Sasha Rearick am Abend nach dem Rennen bestätigt, muss Miller aufgrund einer tiefen Fleischwunde am rechten Bein alle Hoffnungen auf eine Medaille bei den Weltmeisterschaften in Beaver Creek und Vail aufgeben.

"Das ist eine riesige Enttäuschung, vor allem für ihn persönlich. Eine wirklich große Enttäuschung", sagte Coach Rearick. "Im Team haben wir aber auch andere Jungs, die gut gefahren sind, als Bode nicht dabei war. Wir müssen nach vorne schauen und einen Weg finden, das Beste aus der Situation zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Abfahrt und der Kombination auch so gut abschneiden werden."

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Durch den Rennzug tief ins Fleisch: Der Schnitt mit der Skikante durchtrennte bei Skistar Bode Miller eine Sehne in der Kniekehle. (Foto: picture alliance / dpa)

Für Miller ist das frühe Ausscheiden ein herber Rückschlag: Der viermalige Weltmeister aus den USA wollte bei der WM eigentlich ein furioses Comeback feiern. Als neunter Starter des Feldes lag er bei der dritten Zwischenzeit in Führung, ehe er auf der Raubvogel-Piste in Beaver Creek kurz vor dem Zieleinlauf in Sichtweite des Publikums mit dem linken Arm an einem Tor hängen blieb. Der Sturz war danach nicht mehr zu verhindern.

Heftiger Sturz kurz vor dem Ziel

Der Widerstand des Tores riss den 37-Jährigen gewaltsam aus der Fahrt. Miller drehte sich in der Luft und schlug hart mit dem Rücken auf die Piste. Im Herumwirbeln traf ihn offenbar eine scharfe Kante seines eigenen Skis am Bein. Miller erlitt eine klaffende Fleischwunde in der Kniekehle oberhalb der rechten Wade.

Zunächst winkte Miller noch in Richtung Publikum, als sei nichts gewesen. Kurz darauf konnte er sich ohne fremde Hilfe aufrappeln. Im Zielraum war dann unter seinem zerschnittenen Rennanzug die tiefe Fleischwunde zu erkennen, die sich quer über den oberen Teil seiner rechten Wade zog.

Dem Publikum gewunken

Von der Piste humpelnd musste er sich in ärztliche Behandlung begeben. Nach der Erstversorgung vor Ort ließen ihn die Verantwortlichen ins Krankenhaus einliefern. Die Diagnose dort machte allen Rennträumen vorerst ein Ende: Der Schnitt ging tiefer als gedacht. Der Ski durchtrennte eine Sehne in der Wade. Miller wurde noch am gleichen Tag operiert.

Dabei hatte Lokalmatador Miller offenbar noch Glück im Unglück: Erst Mitte November hatte er sich einer größeren Operation am Rücken unterziehen müssen. Bei seinem Sturz auf der "Birds of Prey"-Strecke kam er jedoch ohne Knochenbrüche davon. "Ich fühle mich glücklich, es hätte schlimmer kommen können", twitterte Miller nach dem womöglich letzten großen Rennen seiner Karriere mit einem Grinsen und erhobenem Daumen vom Krankenbett der Klinik in Vail aus.

Sein vorzeitigen Ausscheiden ist für den Profisportler dennoch ein schweres Los: Zehn Wochen nach seiner Rückenoperation war der Super-G in Beaver Creek Millers erster Start in dieser Saison. Beobachter halten es für fraglich, ob Miller im kommenden Jahr noch einmal antreten wird. Womöglich war der Start bei der diesjährigen Ski-WM die letzte Großveranstaltung für den Olympiasieger von 2010 (Kombination) und vierfachen Weltmeister.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/sid

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