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"Tolerieren keine Verharmlosung" Bundesligist wirft russischen Olympiasieger raus

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Nach den Spielen in Tokio nahm Nagornyy Glückwünsche von Präsident Putin entgegen.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Bei den Olympischen Spielen in Tokio gewinnt Nikita Nagornyy für Russland drei Medaillen, jetzt ist er seinen Job im Tagesgeschäft los. Bundesligist TG Saar trennt sich von dem Ausnahmeturner. Dieser hat sich demnach in sozialen Medien unterstützend zum russischen Angriffskrieg geäußert.

Turn-Bundesligist TG Saar hat sich vom russischen Mannschafts-Olympiasieger Nikita Nagornyy getrennt. Das teilte der Klub auf seiner Internetseite mit. Hintergrund sind Nagornyys Äußerungen in den sozialen Medien zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Die TG Saar distanziert sich ausdrücklich von den gewalttätigen Übergriffen in der Ukraine und toleriert keinerlei Verharmlosung oder Unterstützung dieses Angriffskriegs", teilte der Verein mit.

Der 25 Jahre alte Russe, der 2021 noch für den Bundesliga-Dritten geturnt hatte, besaß noch einen Vertrag für diese Saison. Wegen einer Schulter-Operation wäre er für den Frühjahrs-Teil der Saison nicht eingeplant gewesen. Nagornyy, der Leutnant der russischen Nationalgarde und Generalstabschef der Jugendarmee ist, hatte sich zuletzt unterstützend zum Krieg in der Ukraine geäußert. "Wir haben keine andere Wahl", sagte der TG-Vorsitzende Torsten Michels der "Saarbrücker Zeitung".

Dem Bericht zufolge ist Nagornyy "Leutnant der russischen Nationalgarde und Generalstabschef der Jugendarmee". Ein Video zeigt demnach, wie sich der mehrfache Welt- und Europameister dazu äußert, wie man "unser Militär bei ihrem Spezialeinsatz unterstützen könne". So lässt der Kreml den Angriffskrieg offiziell bezeichnen, das Wort "Krieg" steht in Russland inzwischen unter Strafe. Mit Verweis auf das Fachportal berichtet die "Saarbrücker Zeitung" weiter, Nagornyy sei "auf einer Propagandatournee und tritt aktuell und aktiv vor Kindern aus der Donbass-Region auf, initiierte und überreicht Unterstützerbriefe und Care-Pakete an verwundete russische Soldaten".

Der Weltturnverband FIG hatte seine Sanktionen gegen Russland und Belarus schon vor einigen Wochen verschärft. Bis auf Weiteres dürfen die Sportler aus beiden Nationen nicht mehr an Veranstaltungen unter der Hoheit der FIG teilnehmen. Gleiches gilt für Offizielle und Kampfrichter. Die TG Saar wünscht ihrem ehemaligen Athleten, der bei Olympia in Tokio neben Mannschaftsgold auch Bronze im Mehrkampf und am Reck gewann, in den Schlussworten des Statements trotz der den eigenen Worten nach unvermeidlichen Trennung "für die Zukunft alles Gute".

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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