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Bei Deutschlands Handball-GalaBundestrainer gelingt diesmal Buzzer-Coup

28.01.2026, 19:50 Uhr
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Alfred Gislason, Buzzer-Gott. (Foto: picture alliance/dpa)

Alfred Gislason führt die deutsche Handball-Nationalmannschaft ins Halbfinale der EM. Gegen Titelverteidiger Frankreich findet der Bundestrainer mit dem DHB-Team die richtigen Lösungen. Und sorgt für einen Schmunzler.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht bei der EM im Halbfinale. Durch den 38:34 (18:14)-Sieg über Titelverteidiger Frankreich hat das DHB-Team die "Todesgruppe" (Nationalmannschafts-Manager Benjamin Chatton) überstanden und spielt am kommenden Wochenende um die Medaillen. Es ist auch ein Triumph für Bundestrainer Alfred Gislason, über dessen Entscheidungen zuvor schon mehrfach im Turnier diskutiert worden war. Nun lieferte der Isländer mit seinem Team eine beeindruckende Leistung - und musste in einer Szene sogar über sich selbst schmunzeln.

Beim Stand von 30:28 in der 51. Minute war die deutsche Mannschaft im Angriff, es war eine Phase, in der Frankreich nach einem Sechs-Tore-Rückstand wieder dran war. Spielmacher Nils Lichtlein wollte Johannes Golla am Kreis bedienen, doch der Pass der Berliners geriet ein Stückchen zu ungenau, der Ball wäre bei den Franzosen gelandet. Doch Gislason hatte gerade rechtzeitig den Buzzer für eine Auszeit gedrückt und weil Lichtlein nicht aufs Tor geworfen, sondern nur einen verunglückten Pass gespielt hatte, blieb das DHB-Team im Ballbesitz. Ex-Nationalspieler Gislason jubelte erst, als hätte er selbst ein Tor erzielt, dann musste er lächeln, bevor er seine Spieler zur Auszeit empfing. Co-Trainer Erik Wudtke herzte seinen Chef grinsend. Mit dem nächsten Spielzug nach Wiederbeginn erzielte Franz Semper das wertvolle 31:28.

Gislason sprach im ZDF nach dem Spiel über die Situation. "Das ist ein Risiko. Ich meine: Wenn Golla den Ball gefangen und ein Tor gemacht hätte, dann würden wir jetzt anders über die Szene reden", sagte der Bundestrainer im Gespräch mit dem Experte Sven-Sören Christophersen. Er sei dieses Risiko in seiner Karriere "bestimmt zehnmal" eingegangen, "und neunmal lag ich falsch".

Hintergrund der diebischen Freude des Bundestrainers: Im Vorrundenspiel gegen Serbien hatte er einen Wimpernschlag zu früh gebuzzert und damit seinem Spieler Juri Knorr damit den Ausgleich zum 26:26 geraubt. In der Folge verlor Deutschland erst den Faden und dann auch das Spiel (27:30). Gislason war dafür scharf kritisiert worden, später übernahm er die Verantwortung für die Niederlage. Nun spielt Deutschland am Freitag zehn Jahre nach dem Sensations-Titel von 2016, um den Einzug ins EM-Finale.

Quelle: ntv.de, ter

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