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Halbzeit bei Schach-WM Caruana erzwingt erneut ein Remis

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Der WM-Halbzeitstand zwischen Carlsen (l.) und Caruana beträgt nun 3:3.

(Foto: imago/Bildbyran)

Titelverteidiger Magnus Carlsen tut sich bei der Schach-WM in London weiter schwer. Erneut ringt ihm sein Herausforderer Fabiano Caruana ein Remis ab. Kurzzeitig steht der "Schach-König" sogar vor dem Aus, doch eine brillante Idee rettet ihn.

Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana haben sich auch in der sechsten Partie der Schach-WM in London mit einem Remis getrennt. Damit steht es nach der Hälfte des auf zwölf Partien angesetzten Vergleichs bei der WM 3:3. In einer vielschichtigen Kampfpartie bestimmte Caruana lange das Geschehen. Insbesondere in der Schlussphase übernahm der US-Amerikaner die Initiative und der Weltmeister konnte den halben Punkt nur durch eine Festung in letzter Sekunde retten.

Zunächst begann die Partie mit einem ausgeglichenen Eröffnungsverlauf. Carlsen eröffnete zum ersten Mal bei dieser WM mit dem Doppelschritt des e-Bauern und Caruana antwortete mit seiner Hauptwaffe, der Russischen Verteidigung. Der 27-jährige Norweger hatte eine seltene Variante vorbereitet, doch sein ein Jahr jüngerer Kontrahent aus den USA kannte sich in der Eröffnung wieder bestens aus. Beide Großmeister führten im Zentrum das gleiche Springermanöver durch und es verschwanden schon im achten Zug die Damen vom Brett.

Caruana spielte energisch, öffnete Linien für seine Türme und ergriff nach einer weißen Ungenauigkeit im 29. Zug die Initiative. Der Norweger Carlsen versuchte seine Verteidigungsaufgabe mit dem Tausch aller Schwerfiguren zu erleichtern. Nach dem Erreichen der Zeitkontrolle im 40. Zug traf er eine drastische wie fragwürdige Entscheidung, indem er eine Figur für drei Bauern opferte. Im Anschluss gewann Caruana sogar zwei weitere Bauern und bekam mehr und mehr Oberwasser. Doch Carlsen fand eine brillante Rettungsidee: Er verschanzte seinen König und errichtete er eine Festungsstellung, die Caruana nicht knacken konnte.

Nach fast 6,5 Stunden und 80 Zügen gab der Herausforderer schließlich seine Bemühungen auf und forcierte das Remis. Die siebte Partie findet am Sonntag nach einem Pausentag statt. Magnus Carlsen eröffnet mit Weiß. Das Match in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Sieger einer Begegnung erhält einen Punkt, bei einem Remis bekommen beide Spieler jeweils 0,5 Punkte. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.

Carlsen hatte sich 2013 mit 22 Jahren zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte gekrönt und verteidigte seinen Titel seither zweimal erfolgreich. Er führt seit 2011 die Weltrangliste an, Caruana liegt dahinter auf Platz zwei.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/sid

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