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Neue Fälle vor Hauptrunde Corona wütet beim DHB immer heftiger

Die deutsche Handball-Mannschaft will gegen Österreich den zweiten EM-Vorrundensieg einfahren.

Der DHB-Kader ändert sich im Augenblick ständig.

(Foto: Marijan Murat/dpa)

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft gewinnt bei der EM alle Spiele, wird aber täglich von neuen Hiobsbotschaften getroffen: Kein anderes Team wird vom Coronavirus derart heftig durcheinander gewirbelt. Auch bei der jüngsten Testreihe gibt es neue Fälle.

Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft weitere Corona-Fälle zu beklagen. Betroffen sind laut Verband die Spieler Sebastian Heymann, Djibril M'Bengue und Christoph Steinert sowie ein Mitglied des Funktionsteams. Somit steht Bundestrainer Alfred Gislason im Duell mit Titelverteidiger Spanien zum Auftakt der Hauptrunde an diesem Donnerstag (18 Uhr/ARD und im Liveticker auf ntv.de) wie schon gegen Polen nur ein Rumpfteam zur Verfügung.

Bei der lockeren Trainingseinheit am Mittag fehlten die Rückraumspieler Heymann, M'Bengue und Steinert bereits sowie Linksaußen Rune Dahmke. Das Training habe auf freiwilliger Basis stattgefunden, hieß es. Mit dabei waren die Nachrücker Daniel Rebmann und Patrick Zieker, die am Mittag in Bratislava eingetroffen waren. Insgesamt hat Gislason schon sieben Spieler nachnominiert.

Mit Julius Kühn, Kai Häfner, Timo Kastening, Lukas Mertens, Marcel Schiller, Andreas Wolff, Till Klimpke, Luca Witzke und Hendrik Wagner mussten bereits neun Nationalspieler im Laufe des Turniers wegen positiver Tests isoliert werden und fehlen der Mannschaft. Einzig Kühn könnte gegen Spanien wieder zur Verfügung stehen, wenn bis zum Anwurf zwei negative PCR-Tests vorliegen.

"Alle Varianten müssen auf den Tisch"

Trotz dieser Dezimierung hatte die deutsche Mannschaft das Vorrundenfinale gegen Polen am Dienstag mit 30:23 gewonnen und damit zwei Punkte in die Hauptrunde mitgenommen. Dort sind neben Spanien noch der EM-Dritte Norwegen, der WM-Zweite Schweden und Russland die Gegner.

In der Bundesliga wächst die Sorge um die eigenen Spieler weiter. In den nächsten Stunden werde es dazu eine Telefonkonferenz mit dem DHB geben, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker. "Das ist das, was wir am meisten gefürchtet hatten - aber durchaus auch das, womit man rechnen musste", sagte Schwenker. "Es macht natürlich keinen Sinn, jeden Tag drei bis fünf Spieler aus der Bundesliga nachzunominieren, wenn neue Fälle auftreten." Alles Weitere solle nun aber zunächst mit den DHB-Verantwortlichen besprochen werden. "Was bislang immer gut geklappt hat, war der Dialog untereinander", sagte Schwenker.

Angesichts der Häufung der Coronafälle brachten Verantwortliche der Handball-Bundesliga schon vor der neuerlichen Hiobsbotschaft sogar einen Rückzug von der EM ins Spiel. "Alle Varianten müssen auf den Tisch und mit allen Beteiligten ergebnisoffen diskutiert werden", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Manager Bob Hanning von den Füchsen Berlin glaubt zwar, dass einzig die Handball-Nation Deutschland so viele Ausfälle verkraften könne. Sollte es aber "in den kommenden Tagen zu weiteren Fällen kommen", sagte der frühere DHB-Vizepräsident, "dann muss man die Positionen nochmal überdenken und eine neue Risikoabwägung vornehmen." Bohmann betonte, es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine "klare Risikobewertung auch aufgrund der hohen Infektiosität".

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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