Sport

Kroatien bangt unverhofft DHB-Team siegt im ersten Spiel nach dem Aus

d11b151ee78c33e5a2679a5f29119552.jpg

Die deutschen Handballer bewiesen Moral.

(Foto: AP)

Für die deutschen Handballer geht es bei der WM sportlich um Nichts mehr. Mit dieser Nachricht unmittelbar vor Anpfiff geht das Team ins Spiel gegen Brasilien - und hält sich schadlos.

Ohne Chance auf das Viertelfinale haben die deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft in Ägypten Moral bewiesen. Obwohl das WM-Aus bereits festgestanden hatte, setzte sich die DHB-Auswahl im zweiten Hauptrundenspiel in Kairo mit 31:24 (16:12) gegen Brasilien durch. Damit rückte die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason immerhin auf den dritten Platz ihrer Hauptrundengruppe vor. Die Mini-Chance auf einen der ersten beiden Ränge und das Erreichen der K.o.-Runde hatte zuvor Ungarn mit einem 30:26 (16:10)-Sieg gegen Polen zunichte gemacht.

Von Beginn an bestimmte Deutschland die Partie. Nach einem gelungenen Start und einer 7:2-Führung schlichen sich zwar einige Fehler ein. In Verlegenheit geriet das DHB-Team aber nie. Großen Anteil daran hatte Torwart-Oldie Johannes Bitter, der mit zahlreichen Paraden ein starker Rückhalt war. Der 38-Jährige parierte in der ersten Halbzeit 39 Prozent der Würfe und zeichnete sich auch nach dem Wechsel öfter aus. Stammtorwart Andreas Wolff saß dagegen nach seinen zuvor durchwachsenen Leistungen nur auf der Tribüne, von wo er seine Teamkollegen anfeuerte. Ersetzt wurde er durch Silvio Heinevetter, der in der Schlussphase noch für einige Minuten zum Einsatz kam.

Im Angriff lief ebenfalls einiges besser. Aus dem Rückraum sorgten vor allem Julius Kühn (5), Philipp Weber (5) und Kai Häfner (4) für Gefahr. Auch der im bisherigen Turnierverlauf blasse Kapitän Uwe Gensheimer wusste zu gefallen und brachte seine vier Versuche ausnahmslos im Tor unter. Stärkste Offensiv-Waffe war aber Kreisläufer Golla. Der 23-Jährige vom deutschen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt kam ebenfalls auf eine hundertprozentige Trefferquote. So brachte die DHB-Auswahl den letztlich bedeutungslosen Sieg sicher über die Zeit.

Im abschließenden Hauptrundenspiel am Montag (20.30 Uhr) gegen Polen will die DHB-Auswahl nun den dritten Platz sichern. Kurz darauf wird die Mannschaft nach Deutschland zurückfliegen.

Kroatien braucht neuen Trainer

Mehr zum Thema

Unterdessen muss Mitfavorit Kroatien um den Einzug ins Viertelfinale bangen - und sich nach dem Turnier einen neuen Trainer suchen. Nach  der überraschenden 19:23 (12:12)-Pleite gegen Argentinien gab Nationalcoach Lino Cervar in einem Live-Interview im tschechischen Fernsehen überraschend seinen Rücktritt zum Ende der WM bekannt. "Das ist eine Enttäuschung. Ich übernehme Verantwortung, egal, was passiert", sagte der 70-jährige Cervar nach der bitteren Niederlage. "Ein Trainer, dessen Team ein Entscheidungsspiel so spielt, wie es heute getan wurde, sollte nicht Trainer dieser Mannschaft sein."

Mit einem Sieg hätte Kroatien, das nach der Pleite lediglich auf Rang drei (5:3 Punkte) hinter den Südamerikanern liegt, das Weiterkommen bereits sicher gehabt. Im letzten Hauptrundenspiel  wartet auf den EM-Zweiten um Kapitän Domagoj Duvnjak am Montag nun Tabellenführer Dänemark (8:0). Der Titelverteidiger setzte sich mit 34:27 (19:17) gegen Japan mit Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson durch und machte damit den vorzeitigen Viertelfinal-Einzug perfekt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/sid