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Trauerfeier für NBA-Legende "Das ist, was Kobe Bryant mit mir macht"

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Michael Jordan hielt eine bewegende Rede - und fand trotz der Trauer Zeit für humorvolle Worte.

(Foto: USA TODAY Sports)

Michael Jordan weint nicht gerne öffentlich, doch bei der Trauerfeier für Kobe Bryant bricht es aus der NBA-Ikone heraus. Um Abschied von dem tödlich verunglückten Basketballer und seiner Tochter zu nehmen, kommen mehr als 20.000 Menschen zusammen. In der Trauer ist auch Platz für etwas Humor.

Tränen überströmten Michael Jordans Gesicht, die Basketball-Ikone presste die Lippen zusammen, seine Stimme zitterte. Der 57-Jährige stand in der Mitte des Staples Centers von Los Angeles und sprach über seinen "kleinen Bruder", über Kobe Bryant. 20.000 Menschen in der Arena, darunter viele Prominente aus Sport- und Showbusiness, hielten tief bewegt inne. "Mit Kobe Bryant ist ein Teil von mir gestorben", sagte Jordan, der die Passion seines Freundes rühmte. Den Antrieb Bryants, besser zu werden. Als Basketballer, als Mensch: "Seit ich ihn kannte, wollte ich der beste große Bruder sein, der ich sein konnte."

Jordans traurige, gefühlvolle und immer wieder auch mit heiteren Momenten versehene Rede war nach den bewegenden Worten von Bryants Witwe einer der eindrücklichsten Momente der Trauerfeier für Bryant und seine Tochter Gianna. Am 26. Januar waren beide mit sieben weiteren Menschen bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. "Kobe war der MVP unter den Vätern", sagte Vanessa Bryant. Sie werde ihre Töchter immer daran erinnern, was für ein toller Ehemann und Vater ihr Kobe war. Ihr breche es das Herz, ohne Gianna weiterleben zu müssen: "Es ist ein Verlust, den ich immer noch nicht verstehe. Babe, pass auf Gigi auf! Ruht in Frieden und habt Spaß im Himmel."

Neben Vanessa Bryant waren 33.643 Rosen drapiert worden - eine Blume für jeden Punkt, den ihr Mann in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga erzielt hat. Beyonce Knowles und Alicia Keys spielten bei der Zeremonie Lieblingslieder des Verstorbenen. Auch Magic Johnson und Shaquille O'Neal hielten Reden, von Jennifer Lopez bis Rekordolympiasieger Michael Phelps war das ganze Spektrum an Stars vertreten.

Das Datum erinnert an die Trikotnummern

Der Termin für das große Gedenken "A Celebration of Life for Kobe and Gianna Bryant" war nicht zufällig auf den 24. Februar gelegt worden. Bryant, der 41 Jahre alt wurde, streifte viele Jahre die Rückennummer 24 über. Seine als großes Talent geltende Tochter Gianna spielte mit der Nummer 2. Beide waren bereits im engsten Kreis am 7. Februar beigesetzt worden. Die Teilnehmer des rund zweieinhalbstündigen Festakts im Staples Center, in dem Bryant in seinen 20 NBA-Jahren von 1996 bis 2016 fünf Titel gefeiert hatte, verließen die Arena nachdrücklich bewegt. Die Karten hatten regulär bis zu 224 Dollar gekostet, viele weitere Menschen wären gerne dabei gewesen, um Abschied von Kobe und seiner Tochter zu nehmen.

In all der Trauer aber verloren die Redner auch ihren Humor nicht. O'Neal, der mit Bryant drei Meisterschaften bei den Lakers gewann, scherzte, dass er den verbliebenen Bryant-Töchtern alles beibringen wolle außer seiner Freiwurf-Technik bei den Freiwürfen. Die traf O'Neal so miserabel wie nur wenige andere in der Historie der Liga, auch wenn das seiner Dominanz in der NBA kaum einen Abbruch tat. Auch Jordan scherzte über sich selbst, nachdem er die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Er müsse sich nun wieder jahrelang Bilder davon anschauen, wie er weinend eine Rede hält. Ein eben solches Bild war bereits entstanden, als Jordan in die Ruhmeshalle des Basketballs aufgenommen wurde, mittlerweile hat es sogar einen englischen Wikipedia-Eintrag.

Jordan betonte, er werde Bryant nie vergessen, mit dem er "über das Geschäft, über die Familie, über alles" sprechen konnte: "Ruhe in Frieden, kleiner Bruder." Und sprach über die Fotos, die in diesem Moment entstehen würden: "Das ist, was Kobe Bryant mit mir macht."

Quelle: ntv.de, tsi/sid