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"Mehr Verantwortung übernehmen" Der Bad Boy des Sprints läuft wieder frei

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Bei der WM 2019 gewann Coleman trotz mehrfach verpasster Dopingstests Gold.

(Foto: imago images/Sven Simon)

He's back: Dreimal war Weltklasse-Sprinter Christian Coleman für Doping-Fahnder nicht anzutreffen, wird deshalb gesperrt und verpasst die Olympischen Spiele. Jetzt darf er wieder an Wettkämpfen teilnehmen - und präsentiert sich als geläutert.

"Am Boden lag" er, sagte Sprint-Bad-Boy Christian Coleman über seine Sperre und das Aus für Olympia. Doch jetzt meldet sich der 100-Meter-Weltmeister zurück, über 60 Meter gibt Coleman am heutigen Samstag unter dem Hallendach in New York sein mit Spannung erwartetes Comeback: "Ich denke, es wird emotional werden - da rauszugehen und endlich wieder mein Talent zu zeigen."

Dass Hallen-Weltrekordler Coleman (6,34 Sekunden) am Boden lag, hat sich der 25-Jährige natürlich selbst zuzuschreiben. Schließlich stand der US-Amerikaner den Anti-Doping-Fahndern für unangemeldete Tests nicht so zur Verfügung, wie es hätte sein sollen. Drei "Verstöße gegen die Meldepflicht" kosteten ihn die Olympia-Teilnahme, auch wenn der Internationale Sportgerichtshof CAS in einem Berufungsverfahren Colemans Sperre von 24 auf 18 Monate reduzierte.

"Ich muss es einfach besser machen"

Vor seiner Rückkehr gibt sich Coleman, der meist als grimmiger Pitbull daherkommt, geläutert. "Ich denke, es kommt darauf an, mehr Verantwortung zu übernehmen", sagte Coleman, der bei den Millrose Games unter anderem auf seinen Intimfeind Noah Lyles (200-Meter-Weltmeister) trifft: "So lauten die Regeln, und ich muss es einfach besser machen."

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Sonst wäre sein Ruf auch endgültig ruiniert. Schließlich konnte Coleman in Doha im Oktober 2019 nur wegen eines Formfehlers WM-Gold holen, nachdem er drei "missed tests" hatte. Ein Meldepflichtverstoß wurde nachträglich umdatiert und fiel damit nicht innerhalb des Zeitraums von zwölf Monaten. Coleman triumphierte - und zeigte hinterher wenig Reue.

Kein Wunder, dass Coleman - nur fünf Menschen waren über 100 Meter jemals schneller als er - auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung bei der Heim-WM in Eugene im Sommer sehr skeptisch beäugt wird. Der 9,76-Sekunden-Sprinter selber will die "harte" und "dunkle" Zeit seiner Sperre hinter sich lassen.

Quelle: ntv.de, tsi/dbe/sid

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