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Blamageverbot gegen Nikosia Der Bosz-BVB braucht seine Euphorie zurück

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Unter Druck: BVB-Trainer Peter Bosz.

(Foto: dpa)

Die Start-Euphorie? Verpufft. Platz 1 in der Bundesliga? Verspielt. Die Chance aufs CL-Achtelfinale? Minimal. Der BVB stürmt unter Peter Bosz nicht mehr durch die Saison, sondern hinkt seinen Ansprüchen hinterher. Gegen Apoel Nikosia muss die Trendwende her.

Die Spieler in der Kritik, die Spielphilosophie des Trainers in der Diskussion: Borussia Dortmund gibt nach dem grandiosen Bundesliga-Saisonstart Rätsel auf. Der Sturz von der Tabellenspitze, die Flut an Gegentoren, der lustlose "Alibifußball" auf dem Platz - das sorgt für mehr Gesprächsstoff, als den BVB-Bossen in der Woche der Wahrheit lieb ist. Denn nach dem Champions-League-Heimspiel gegen den zyprischen Fußball-Zwergriesen Apoel Nikosia (20.45 Uhr im n-tv.de Liveticker) steht am Samstag das Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern an, in dem der BVB die Tabellenführung schon wieder zurückerobern könnte - wenn er vorne endlich wieder mehr Tore schießt als er hinten kassiert. Anfangen will der BVB damit schon gegen Nikosia. Die Fakten zur geplanten BVB-Trendwende im Überblick.

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Gegen Hannovers Konterstärke ging die BVB-Taktik wieder einmal nicht auf.

(Foto: imago/Kirchner-Media)

Taktik: Dürfte bei beiden Teams im Vergleich zum Hinspiel unverändert bleiben. Heißt: Der BVB wird den Ball haben und stürmen, Nikosia mauern und lauern - auf Konter. Für die sind die Dortmunder angesichts der riskanten Spielphilosophie von Coach Peter Bosz in dessen offensivem 4-3-3-System extrem anfällig. Die immer lautere Kritik daran stößt bei Bosz jedoch nur auf eins: Unverständnis. "Dass immer wieder nach dem System und den Räumen hinter unserer Viererkette gefragt wird, kann ich verstehen. Das macht es aber nicht richtiger", sagte der Coach der "Sport Bild". Die aktuellen Probleme im BVB-Spiel lägen nicht am System, sondern allenfalls an der Umsetzung: "Jedes System ist anfällig, wenn man es nicht perfekt ausführt und selbst Fehler macht. Wir müssen uns darin verbessern, unser System richtig auszuführen." Apropos Konter: Den setzte Bosz ganz gelassen auch beim Vorwurf, seinem BVB fehle ein Plan B. Zitat: "Natürlich haben wir einen Plan B. Aber wir haben zuletzt viel über Plan A gesprochen. Der war in Hannover nicht richtig."

Ausgangslage: Mit Blick auf Erreichen des Champions-League-Achtelfinales sieht es düster aus für Bosz und seine Dortmunder. Nach nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen sind die Chancen der Borussia minimal. Trennen sich die Gruppengegner Tottenham Hotspur und Real Madrid (jeweils 7 Punkte) im direkten Duell erneut unentschieden, könnten beide Teams mit Siegen über Außenseiter Nikosia auf elf Punkte kommen. Damit wäre der Knockout des BVB selbst bei noch drei Erfolgen in den restlichen Gruppenspielen und dann zehn Punkten besiegelt. Aber, sagt BVB-Coach Peter Bosz: "Wenn es noch nicht vorbei ist, muss man daran glauben. Das werde ich machen, und das wird die Mannschaft auch machen." Was wohl BVB-Sportdirektor Michael Zorc dazu sagt? Der hatte nach dem 2:4 in Hannover bereits das CL-Ziel nach unten korrigiert: "Ich bin kein Träumer, sondern Realist. Für uns geht es jetzt darum, den dritten Platz zu sichern."

Lichtblick: Tröstlich für den BVB: Gegen Nikosia könnte theoretisch schon ein 0:0 im eigenen Stadion reichen, um letztlich das Minimalziel Europa League zu erreichen. Angesichts des 1:1 auf Zypern hätten die Dortmunder dann den direkten Vergleich gewonnen - und könnten theoretisch mit zwei Punkten in die Europa League einziehen. Dann nämlich, wenn BVB und auch Nikosia die restlichen Gruppenspiele verlieren.

Personal: Noch ein Lichtblick, denn: Die Verletzungssorgen beim BVB werden geringer. Vor dem Duell mit Nikosia und dem Bundesliga-Gipfel drei Tage später gegen den FC Bayern meldeten sich Ömer Toprak und Mahmoud Dahoud fit zurück. Innenverteidiger Toprak dürfte Dan-Axel Zagadou aus der Startformation verdrängen. Zudem ist Coach Bosz optimistisch bei einem Spieler, der gar nicht verletzt war, aber trotzdem ein Ausfall. Drei Pflichtspiele wartet Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang inzwischen auf ein Tor: "Wenn ich seine Leistungen im Training sehe, bin ich sicher, dass er schon bald wieder treffen wird."

Was sagt Nikosia? Das Wort hat Apoel-Coach Georgios Donis: "Bei europäischen Spielen wissen wir, was auf dem Spiel steht. In der heimischen Liga haben wir zuletzt schlecht gespielt. Die Champions League ist ein anderer Anreiz. Man soll defensiv spielen und die wenigen Chancen nutzen, die man hat. Wir wissen, dass wir einiges verbessern müssen. Wir werden sehr bald auf dem richtigen Weg sein - auch in der heimischen Liga." Dort schaffte Apoel am Wochenende nur ein 1:1 beim Schlusslicht Ethnikos Achnas und klemmt als Achter weiter im Tabellen-Niemandsland.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa

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