Sport

NBA-Rekord bei Kurz-Comeback Der ewige Nowitzki ist jetzt historisch

Die lange Leidenszeit Dirk Nowitzkis ist beendet. Nach acht Monaten Pause steht der deutsche Basketball-Star mit den Dallas Mavericks wieder auf dem NBA-Parkett. Doch seine ersten Schritte gegen die Phoenix Suns zeigen, der Weg zur Bestform ist noch ein weiter.

Gleich mit der ersten Offensivaktion verzückte Dirk Nowitzki seine Fans und sorgte für Jubelsprünge bei Team-Besitzer Mark Cuban. Eine Drehung, eine kurze Finte, der schon legendäre Wurf im Rückwärtsfallen - der Start bei seiner lang ersehnten Rückkehr auf das NBA-Parkett nach achtmonatiger Zwangspause hätte für den deutschen Basketball-Superstar kaum besser laufen können. Doch die überraschende 89:99-Niederlage seiner Dallas Mavericks bei den Phoenix Suns zeigte auch, dass es für den 40-Jährigen in seiner Rekordsaison noch ein weiter Weg ist.

"Es ist gut, zurück zu sein", sagte der Würzburger am Donnerstagabend nach dem Spiel. "Ich habe viel Arbeit vor mir in Bezug auf mein Timing und meine Ausdauer." Wie zuvor geplant, stand Nowitzki nur sechs Minuten auf dem Feld, es blieb bei zwei Punkten für ihn. Doch auch damit stellte der deutsche Ausnahmespieler eine Bestmarke in der nordamerikanischen Profiliga auf. Als erster Profi hat Nowitzki 21 Spielzeiten mit ein und demselben Team bestritten.

"Alles zusammengenommen hat er sich gut geschlagen", lobte Dallas-Coach Rick Carlisle seinen Anführer. "Das ist eine herausfordernde Situation für Dirk. Er hat sich den Hintern aufgerissen. Ich habe höllischen Respekt davor, was er getan hat, um auf das Parkett zurückzukehren." Nowitzki war im April am linken Knöchel operiert worden, die erhoffte schnelle Rückkehr verzögerte sich immer weiter. Aufgrund von Rückschlägen im Heilungsprozess und Problemen an der Achillessehne konnte er sein Team in den ersten 26 Saisonspielen nur von der Bank aus unterstützen.

"... du versucht es mit Erfahrung zu kompensieren"

"Wenn du älter wirst, gewinnst du auch Erfahrung. Du verlierst einige Schritte, aber du versucht es mit Erfahrung zu kompensieren", schilderte Nowitzki seinen Alterungsprozess als Basketballprofi. "Du siehst Dinge anders als mit 20. Aber es ist frustrierend, wenn du dich bewegen willst, und dein Körper reagiert nicht mehr richtig." Da seine Teamkollegen um den slowenischen Top-Rookie Luka Doncic in Phoenix einen ganz schwachen Abend erwischten, setzte es beim schlechtesten Team der Liga eine überraschende Niederlage. Mit einer positiven Bilanz von 15 Siegen aus 27 Spielen liegen die Mavs aber weiter auf einem Playoffrang in der Western Conference. Damit darf Nowitzki in seiner womöglich letzten Saison noch einmal auf den Einzug in die K.o.-Runde hoffen.

Auch in der weiteren Spielzeit ist Nowitzki erstmals in seiner Karriere dauerhaft als Ersatzspieler eingeplant, soll von der Bank aus kommend für Schwung sorgen. Mit seiner schwindenden Athletik ist der Meister von 2011 vor allem defensiv zwar ein Minusfaktor, kann aufgrund seiner offensiven Wurffähigkeiten aber immer noch Räume für seine Mitspieler kreieren. "Er hat schnell klargemacht, dass er keine Intentionen hat, eine bloße Weihnachtsdekoration in seinem Team zu sein", schrieben die "Dallas Morning News" angesichts des körperlichen Zustands von Nowitzki. "Auch wenn er ein etwas zerbrechlicher Schmuck ist."

Quelle: n-tv.de, Florian Lütticke und Hansjürgen Mai, dpa