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"Tut mir leid für die Anderen"Deutsche Biathlon-Staffel startet katastrophal in Olympia-Saison

29.11.2025, 16:49 Uhr
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Selina Grotian haderte mit ihrer Leistung. (Foto: IMAGO/TT)

Während die französische Biathlon-Staffel an der Spitze ihren Problemen davonzulaufen scheint, holt das deutsche Quartett das schlechteste Ergebnis seit mehr als vier Jahren. Im ersten Rennen des Olympia-Winters geht ziemlich viel daneben.

Franziska Preuß trudelte enttäuscht über die Ziellinie. Nur Rang elf mit der Staffel zum Auftakt des Olympia-Winters - der Frust war entsprechend groß. "Das hätte nicht passieren dürfen. Ich war total aufgeregt vor dem Rennen. Das hatte ich schon lange nicht mehr, dass ich so aufgeregt war. Mir tut es total leid für die Anderen", sagte Selina Grotian, die den Wind laut eigener Aussage wohl falsch eingeschätzt hatte und dafür bestraft wurde.

Die 21-Jährige, an Position drei laufend, traf im Liegendanschlag nur drei ihrer acht Schüsse und leistete sich somit zwei Strafrunden. Vorbei war es mit der erhofften Podiumsplatzierung beim Weltcup im schwedischen Östersund. Dass Gesamtweltcupsiegerin Preuß als Schlussläuferin auch noch in die Strafrunde musste, passte ins Bild.

Der Sieg im Rennen über 4x6 Kilometer ging an Frankreich (0+8) vor Italien (1+9/+13,8 Sekunden) und Tschechien (0+8/+30,8). Preuß und Co. (3+10) hatten satte 3:16,2 Minuten Rückstand. Für ein deutsches Frauenteam war es das schlechteste Staffelergebnis seit dem zwölften Platz von Nove Mesto im März 2021.

Hettich-Walz mit starkem Comeback nach Geburt des ersten Kindes

Wenigstens hatten sich Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz nach längeren Pausen ordentlich zurückgemeldet. "Ich war doch sehr aufgeregt. Aber es ist einfach schön, wieder dabei zu sein, diese Nervosität zu spüren", sagte Voigt in der ARD. Für die 28-Jährige war es das erste Rennen seit Januar gewesen. Hettich-Walz war Mutter geworden und hatte noch länger gefehlt. Sie sei nervös gewesen, "aber auf der Strecke hat es sich dann angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen".

Voigt traf bei ihrem Comeback alle zehn Scheiben, konnte läuferisch aber nicht ganz mit der Spitze mithalten und übergab als Siebte auf Hettich-Walz. Die Einzel-Vizeweltmeisterin von 2024 brauchte drei Nachladepatronen und schob sich auf den vierten Platz nach vorn. Danach patzten Grotian und Preuß.

An der Spitze unterstrichen indes die favorisierten Französinnen trotz aller Querelen im Vorfeld gleich einmal ihre Ambitionen. Topläuferin Julia Simon fehlt in Östersund nach ihrer Verurteilung wegen Diebstahl und Kreditkartenbetrug aufgrund einer verbandsinternen Sperre. Zudem hatte eine angebliche "Gewehr-Affäre" um Jeanne Richard, die ihrer Kollegin Océane Michelon die Waffe manipuliert haben soll, zuletzt für Wirbel gesorgt.

Quelle: ntv.de, tsi/sid/dpa

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