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Geiger springt hinterher Deutsche Bob-Piloten dominieren

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Francesco Friedrich steuerte sein Team zum Sieg im Eiskanal von Innsbruck.

(Foto: imago images/Eibner Europa)

Die deutschen Wintersportler erleben einen eher durchwachsenen Tag: Skispringer Karl Geiger und die deutsche Biathlon-Staffel der Männer verpassen Top-Platzierungen. Die deutschen Bob-Teams dagegen begeistern.

Die deutschen Bobpiloten haben beim Weltcup in Innsbruck eine Machtdemonstration abgeliefert. Olympiasiegerin Mariama Jamanka meldete sich mit ihrem ersten Saisonsieg in diesem Winter zurück, bei den Männern feierte Weltmeister Francesco Friedrich im Zweierbob den dritten Sieg in Serie. Die 29-jährige Jamanka setzte sich mit Anschieberin Annika Drazek bei starkem Schneefall in Innsbruck mit 19 Hundertstelsekunden vor der deutschen Meisterin Laura Nolte durch.

Die Gesamtweltcupführende Kaillie Humphries (+0,22), die vor der Saison aus dem kanadischen Team zur US-Mannschaft gewechselt war, wurde Dritte, Stephanie Schneider (0,36) landete auf Platz fünf. Schneider ist in der Gesamtwertung nach fünf Weltcups als Zweite beste Deutsche: Mit 1011 Punkten liegt die Olympia-Vierte knapp hinter Humphries (1034), Jamanka ist mit 995 Zählern nun auf Rang drei.

Friedrich gewann mit seinem Anschieber Thorsten Margis in überlegener Manier, sein erster Verfolger Brad Hall (Großbritannien) lag 74 Hundertstelsekunden zurück. Knapp dahinter komplettierte der deutsche Zweier-Meister Richard Oelsner (0,75) mit Tobias Schneider das Podium, Nico Walther mit Malte Schwenzfeier wurde Vierter (0,90).

Skispringer Geiger abgeschlagen, Leyhe und Schmid stark

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Die Trockenübungen halfen Karl Geiger nicht.

(Foto: imago images/Eibner Europa)

Die Skispringer Stephan Leyhe und Constantin Schmid haben beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt einen geteilten fünften Platz eingefahren. Leyhe sprang 139 und 134,5 Meter, Youngster Schmid brachte es auf 136 und 139,5 Meter. Der Weltcup-Führende Karl Geiger hat mit der Hochfirstschanze im Schwarzwald weiter seine Probleme, er kam nach Versuchen auf 132,5 und 135 Meter nicht über Rang zwölf hinaus. Der Allgäuer bleibt dank seines großen Vorsprungs aber weiter im Gelben Trikot. Den Sieg sicherte sich Vierschanzentournee-Gewinner Dawid Kubacki (Polen) vor dem Österreicher Stefan Kraft und Ryoyu Kobayashi aus Japan.

Am Sonntag (15.15 Uhr/ZDF und Eurosport) steht in Titisee-Neustadt ein weiteres Einzel auf dem Programm. Der Deutsche Skiverband (DSV) tritt beim Heim-Weltcup mit einem jungen und umgebauten Team an, weil die Routiniers Richard Freitag, Severin Freund, Andreas Wellinger und Markus Eisenbichler derzeit nicht in Form oder verletzt sind.

Biathlon-Staffel verschießt Podium

Die deutschen Biathleten haben es bei der WM-Generalprobe in der Staffel nicht auf das Podest geschafft. Beim Weltcup in Ruhpolding leisteten sich Roman Rees, Philipp Nawrath, Arnd Peiffer und Benedikt Doll am Samstag insgesamt zwölf Nachlader und mussten sich mit Platz fünf zufrieden geben. Vor 22 000 Zuschauern hatten die deutschen Skijäger nach 4x7,5 Kilometern 2:13,1 Minuten Rückstand auf die erstmals in dieser Saison siegreichen Franzosen. 35 Tage vor dem WM-Staffelrennen in Antholz liefen die Norweger 1:12,2 Minuten dahinter auf Platz zwei. Rang drei ging an Österreich (+ 1:24,3 Minuten).

Das Team von Bundestrainer Mark Kirchner verpasste damit nach den Rängen zwei und drei in Hochfilzen sowie zuletzt in Oberhof das dritte Podium der Saison. Der zweite Heim-Weltcup endet am Sonntag mit den Verfolgungsrennen der Frauen und Männer.

Rodler zwischen Freude und Enttäuschung

Rodlerin Julia Taubitz jubelte verhalten über EM-Silber, die deutschen Doppelsitzer hatten indes überhaupt keinen Grund zur Freude: Während sich Taubitz am Samstag bei den Europameisterschaften im norwegischen Lillehammer nach Bestzeit im ersten Lauf noch knapp geschlagen geben musste, fuhren die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt sowie Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken überraschend deutlich am Podium vorbei.

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Die deutschen Doppelsitzer fuhren bei der EM hinterher.

(Foto: imago images/Sammy Minkoff)

Taubitz verpasste ihren ersten großen Titel nur knapp, die 23 Jahre alte Vize-Weltmeisterin war als Dritte 0,142 Sekunden langsamer als ihre Dauerrivalin Tatjana Iwanowa (Russland). Zweite wurde die Amerikanerin Summer Britcher (+0,117 Sekunden), die nicht für die EM-Wertung berücksichtigt wurde. Der Wettbewerb in Norwegen ist gleichzeitig Teil des Rodel-Weltcups. Im Gesamtweltcup baute Iwanowa (582 Punkte), die ihren vierten EM-Titel holte, ihre Führung auf Taubitz (550) etwas aus.

Die Doppelsitzer kamen mit dem Eiskanal von Lillehammer hingegen überhaupt nicht zurecht. Viele Fahrfehler bedeuteten nur Platz sieben für Wendl/Arlt, die Gesamtführenden Eggert/Benecken wurden gar nur Achte, Robin Geueke/David Gamm belegten Rang zehn. Damit endete auch der Erfolgslauf bei Europameisterschaften nach fünf Siegen in Serie. Zuletzt waren die deutschen Doppelsitzer vor sechs Jahren in Sigulda/Lettland nicht auf dem Podium vertreten.

Dritter Platz für Skicrosserin Bohnacker

Die deutschen Skicrosser haben trotz einer starken Mannschaftsleistung den ganz großen Coup beim Weltcup in Nakiska verpasst. Bei zweistelligen Minusgraden im bitterkalten Kanada belegten Daniel Bohnacker und Florian Wilmsmann die Plätze drei und vier, verpassten aber den ersten deutschen Sieg des Winters. Platz eins holte sich der Kanadier Reece Howden vor seinem Landsmann Kevin Drury. Tobias Müller wurde im kleinen Finale Dritter und belegte damit Rang sieben der Tageswertung. Bei den Damen kam die einzige deutsche Starterin Daniela Maier ebenfalls ins kleine Finale und beendete den Tag auf Platz acht. Die Schwedin Sandra Näslund gewann.

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid