Team bangt bei EM um Tom KieslerDeutscher Handballstar "kotzt im Viertelstundentakt"

Abwehrkante Tom Kiesler kämpft mit einem heftigen Magen-Darm-Infekt und könnte Deutschlands Handballern auch im EM-Halbfinale fehlen. Warum Bundestrainer Alfred Gislason jetzt besonders auf Miro Schluroff guckt.
Den deutschen Handballern droht auch im EM-Halbfinale am Freitag der Ausfall von Abwehrspieler Tom Kiesler. "Als wir das Hotel verlassen haben, hat er im Viertelstundentakt gekotzt. Er hat Magen-Darm. Ich hoffe natürlich, dass wir es hinkriegen, dass er in zwei Tagen spielen kann und keinen angesteckt hat. Er ist Zimmerkollege gewesen mit Miro Schluroff. Also werden wir erstmal auf Schluroff schauen", erklärte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem Sieg gegen Frankreich.
Im bisherigen Turnierverlauf war der kräftige Rückraumspieler von Bundesligist VfL Gummersbach ein sehr wichtiger Anker der deutschen Defensive gewesen. Sein Fehlen wurde gegen Frankreich vor allem vor der Pause deutlich. In der Anfangsphase bekam die deutsche Defensive ohne Kiesler zu wenig Zugriff und konnte den französischen Starspieler Dika Mem nur selten stoppen.
Dass die Defensive im Laufe der Partie dann bester stand, freute Gislason umso mehr. "Aus meiner Sicht fehlte uns der beste Abwehrspieler des Turniers. Also von daher eine wirklich großartige Leistung der Abwehr ohne ihn", lobte der Bundestrainer den Turnierdebütanten.
Im Kampf ums Finale wartet am Freitag (17.45 Uhr in der ARD, bei Dyn und im Liveticker bei ntv.de) Angstgegner Kroatien. Das andere Halbfinale bestreiten Topfavorit Dänemark und Island. "Wir haben die sogenannte Todesgruppe überstanden, um jetzt gegen die Vize-Weltmeister spielen zu dürfen", fasste Torhüter Andreas Wolff die knifflige Aufgabe zusammen. Ihre Niederlagenserie im direkten Duell hatten Deutschlands Handballer unmittelbar vor der EM mit zwei Testspielsiegen beendet. Aber das Team von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist eine Turniermannschaft.