Mitfavorit Schweden geht unterDeutschlands mögliche EM-Gegner fahren Achterbahn

Die Sorge geht um bei EM-Mitfavorit Schweden: Der Co-Gastgeber verliert erstmals ein Spiel, das aber so hoch, dass es zum Problem werden kann.
Was für ein wildes Auf und Ab in der Hauptrundengruppe 2 der Handball-Europameisterschaft: Am zweiten Spieltag geht der bislang beeindruckende Mitfavorit Schweden in Malmö vor eigenem Publikum gegen Island böse mit 27:35 (12:18) unter. Zuvor musste Slowenien einen frühen deutlichen Rückstand gegen Außenseiter Ungarn drehen und führt die Gruppe nach dem 35:32 (15:17)-Sieg nun mit vier Punkten an.
Zum Abschluss des Tages machte Kroatien mit einem Sieg über Underdog Schweiz (28:24) die kuriose Konstellation perfekt: Der Vizeweltmeister, der nach einer herben Klatsche gegen Schweden in der Vorrunde (25:33) mit null Punkten in die Hauptrunde eingezogen war, ist die vierte Nation mit vier Punkten. Aus diesem Quartett wird dann der Gegner der deutschen Mannschaft nach Abschluss der Hauptrunde kommen.
Klatsche kann teuer werden
Co-Gastgeber Schweden muss nach seiner ersten Niederlage bei dieser Europameisterschaft sogar um den Einzug ins Halbfinale bangen. Der Rekord-Europameister lief früh einem deutlichen Rückstand hinterher, kämpfte sich aber beim 22:23 noch einmal heran. Der Ausgleich wollte aber nicht fallen, dann zog Island wieder davon. Am Ende stand aus schwedischer Sicht ein enttäuschendes 27:35 (12:18). Sollten in der engen Gruppe am Ende mehrere punktgleiche Team um einen oder mehrere freie Plätze im Halbfinale kämpfen, würde Schweden durch die deutliche Niederlage nun aufgrund des Torverhältnisses den Kürzeren ziehen.
Bei Island, das zum Hauptrundenauftakt gegen die Kroaten des ehemaligen Bundestrainers Dagur Sigurdsson 29:30 (15:19) verloren hatte, überragte Bundesliga-Profi Viggo Kristjansson vom HC Erlangen mit elf Treffern. Bester Werfer der Schweden war der Magdeburger Albin Lagergren mit fünf Treffern. Slowenien hatte zuvor mühsam 35:32 (15:17) gegen Ungarn gewonnen. Nur die beiden ersten Teams erreichen das Halbfinale.
Die deutsche Mannschaft wird nach dem 30:28 (15:17)-Sieg über Norwegen sicher mindestens gegen den Dritten der Gruppe 2 um Platz 5 spielen. Das klare Ziel des DHB-Teams lautet aber eindeutig Halbfinale. Dafür benötigt die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason aus den beiden anstehenden Mammutaufgaben gegen Serienweltmeister Dänemark (Montag, 20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf ntv.de) und Europameister Frankreich (Mittwoch, 18 Uhr/ZDF und im Liveticker auf ntv.de) noch zwei Punkte.