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Hinze begeistert bei Bahnrad-WM Die Sprinterin mit den dicksten Eiern

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Emma Hinze jubelt nach ihrem Sieg im Sprint-Finale bei der Bahnrad-WM in Berlin.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Emma Hinze ist die große Gewinnerin bei der Bahnrad-WM in Berlin. Die Olympia-Erwartungen an die Doppel-Weltmeisterin sind groß. Ex-Olympiasiegerin Kristina Vogel hat ein besonderes Kompliment für die neue Sprint-Königin übrig, der nun endgültig ihr Durchbruch gelang.

Kristina Vogels deftiges Lob entlockte Emma Hinze ein verlegenes Lachen. "Mädchen, du hast die dicksten Eier gehabt", sagte die einstige Sprint-Königin Vogel in einem gemeinsamen Video über ihre Nachfolgerin, die bei der Bahnrad-WM in Berlin zu ihrem zweiten Gold gerast war.

Unersetzlich im Teamsprint, unnachahmlich im Sprint - Hinze gelang beim letzten großen Härtetest vor den Olympischen Spielen in Tokio endgültig der Durchbruch. "Ich kann es nicht fassen. Es ist ein Traum für mich. Ich habe noch keinen Sprint-Weltcup gewonnen", sagte Hinze.

Am Freitagabend triumphierte sie in der Disziplin, die Vogel über Jahre geprägt hatte. Zwischen 2014 und 2018 war die nach einem schweren Trainingsunfall 2018 querschnittsgelähmte Erfurterin viermal Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin 2016. So souverän wie Hinze hatte Vogel ihre Rennen längst nicht immer gewonnen. Hinzes Angstgegnerin Lee Wai Sze aus Hongkong, die sie als Titelverteidigerin entthronen sollte, ließ sie im Halbfinale in zwei Läufen keine Chance. "Ich war so nervös", sagte Hinze: "Sie war immer die Hauptgegnerin von mir, bisher konnte ich sie noch nie schlagen."

Tränen der Freude im Ziel

Im Finale setzte sich Hinze dann äußerst souverän gegen die russische Europameisterin Anastassija Woinowa in zwei Läufen durch. "Grandios, überragend. So deutlich hat glaube ich noch nie eine Sprinterin im Finale gewonnen", sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Im Ziel hielt sie sich ungläubig die Hand vor den Mund, Tränen der Freude flossen. "Ich habe noch nie geweint, wenn ich etwas gewonnen habe. Es ist einfach so besonders, ich habe es nicht erwartet", sagte Hinze.

Angesichts ihrer Dominanz im Berliner Velodrom rückte Hinze in den Kreis der Top-Favoriten für die Sommerspiele in Japan auf. Gesteigerten Druck verspürt sie durch ihre Erfolge in Berlin aber nicht. "Bisher gibt das Rückenwind", sagte Hinze: "Ich versuche es positiv zu sehen. Ich freue mich einfach drauf." Am Ruhetag freute sich Hinze zunächst auf die wohlverdiente Pause. "Ich kann mich ausruhen, ein bisschen stärken und einfach mal frische Luft einatmen", sagte sie.

Am Sonntag wartet auf Hinze der letzte Test der WM, der sie im Sprintbereich der Frauen ihren Stempel aufgedrückt hat. Im Keirin bietet sich ihr eine weitere Medaillenchance. Dreifach-Weltmeisterin war zuletzt Vogel im Jahr 2014.

Quelle: ntv.de, Emanuel Reinke, sid