Sport

Langer Kampf gegen Rassismus Die spektakuläre Wucht der Globetrotters

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Auch Dirk Nowitzki durfte beim NBA-Allstar-Game 2009 mit den Harlem Globetrotters die Bühne teilen.

(Foto: REUTERS)

Krachende Dunkings, aberwitzige Ball-Tricks, lustige Sprüche: Die Harlem Globetrotters sind weltweit bekannt. Das Show-Basketballteam performt vor 94 Jahren zum ersten Mal, später sogar vor 75.000 Berlinern. Aber die Anfänge des afroamerikanischen Teams sind auch geprägt vom Rassismus in den USA.

Harlem Globetrotters. Schon mal gehört? Bestimmt. Das ist diese Basketball-Mannschaft in den blauen Trikots und den rot und weiß gestreiften Hosen, die auf dem Spielfeld verrückte Sachen macht, die, wenn nicht gerade Corona ist, um die Welt reist, die das Publikum zum Staunen und zum Lachen bringt und immer gewinnt. Wobei: Um das Sportliche geht es längst nicht mehr. Sondern um Entertainment.

Tatsächlich boten die Harlem Globetrotters schon immer eine gute Show. In ihren Anfängen, die in Chicago und mitnichten im New Yorker Stadtteil Harlem lagen, waren sie zuallererst eine sportlich gute Mannschaft. Um ihre Entstehung und ihre ersten Jahre ranken sich bis heute zahlreiche Legenden, nach eigenen Angaben wurden sie 1926 von Abe Saperstein gegründet. Der Name "Harlem Globetrotters" existiert jedoch erst seit 1929.

'Farbige essen im Hinterzimmer!'

Als gesichert gilt, dass die Mannschaft, die später Harlem Globetrotters genannt wurde, am 7. Januar 1927 in dem Flecken Hinckley im US-Bundesstaat Illinois ihr erstes Spiel bestritt. Sie bestand ausschließlich aus schwarzen Spielern, die meist direkt von der Universität kamen und bei Saperstein die Möglichkeit erhielten, mit ihrem Sport Geld zu verdienen. US-Profiligen waren für Schwarze damals tabu.

Jim Horne, der in den 1950er Jahren fünf Jahre lang für Globetrotters spielte, sagte einmal über die rassistische Unterdrückung, die das Team erdulden musste: "Ich war schon in der Armee der Segregation ausgesetzt. Wenn wir reisten, stand auf Schildern geschrieben: 'Farbige essen im Hinterzimmer!'", so Horne. Dann fing er an, mit dem Team bestehend aus Afroamerikanern vor Weißen zu performen. "Aber als ich mit den Globetrottern gespielt habe, war das ganz anders, weil wir Menschen unterhielten aber immer noch so behandelt wurden, als wären wir weniger wert. In den Südstaaten konnten wir an den meisten Orten nicht essen und mussten in den schlechtesten Hotels übernachten. In diesen Tagen war es hart."

Die Globetrotters tourten durch die USA und Kanada, nahmen aber auch an der World Basketball Championship teil, die sie 1940 gegen die Chicago Bruins gewannen. 1948 und 1949 siegten die Globetrotters jeweils gegen die Minneapolis Lakers (heute Los Angeles Lakers), damals Meister der 1946 gegründeten NBA. Sie waren viel populärer als die Mannschaften der Profiliga, deren Entwicklung sie freilich vorantrieben.

Anerkennung in Hollywood

Der spektakuläre Spielstil der Globetrotters hielt nach und nach Einzug in die NBA, die sich mit zunehmender Popularität wiederum die besten schwarzen Spieler sicherte. Die Bedeutung der Globetrotters nahm über die Jahre ab, sie entwickelten sich zu einer Entertainment-Truppe. Am 22. August 1951 spielten sie vor geschätzten 75.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.

Die Globetrotters bestritten mehr als 26.000 Spiele in 124 Ländern vor schätzungsweise 148 Millionen Menschen. Ab 1951 traten sie mindestens 16.000 Mal gegen ihren mitreisenden Gegner an, der in der Regel als Washington Generals auftrat und nur eine Aufgabe hatte: Die Globetrotters gut aussehen zu lassen. Das klappte nur einmal nicht. Am 5. Januar 1971 gewannen die Generals in Martin/US-Bundesstaat Tennessee tatsächlich mal ein Spiel, mit einem Korb in letzter Sekunde.

In diesem Moment, erinnerte sich Red Klotz, entscheidender Schütze (und Generals-Manager), habe das Publikum geschaut, "als hätten wir den Weihnachtsmann umgebracht". 1982 erhielt das Team schließlich die ultimative Anerkennung für die Rolle eines Mega-Entertainers: ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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