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Ohne Abwehr gegen die Weltklasse Die völlig absurde Handball-Reise der USA

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Robert Hedin kann sein Rumpfteam in Ägypten wohl nicht vor gewaltigem Schaden bewahren.

(Foto: imago/Deutzmann)

Am Mittwoch startet die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Das Turnier wird von Sorgen vor Corona-Infektionen begleitet, kurz vor Turnierstart werden Pläne für eine Zuschauerrückkehr wieder kassiert. Doch das nutzt einem Handball-Zwerg nichts: Den USA droht eine schlimme Vorrunde.

Einen Tag vor Beginn der Handball-WM in Ägypten (13. bis 31. Januar) ist im Team der USA das Coronavirus ausgebrochen. Wie Nationaltrainer Robert Hedin der norwegischen Zeitung "Aftenposten" bestätigte, sind 18 Spieler an Covid-19 erkrankt. Auch er selbst habe sich infiziert. "Das ist unglaublich heftig", sagte Hedin und ergänzte: "Wir schicken am Mittwoch zwölf Spieler nach Ägypten, wir haben keine Abwehr. Aber wir haben einen Keeper."

Die US-Handballer bereiten sich in Norwegen auf das Mega-Turnier am Nil vor. Zu dem vor dem Ausbruch nominierten Team zählen auch sieben in Deutschland aktive Spieler, allerdings steht keiner von ihnen bei einem Erstligisten unter Vertrag. Am Montag hatte es bereits Wirbel um Corona-Fälle im tschechischen Team gegeben. Laut einem Bericht der Sportschau haben sich bei den Tschechen mehr als zehn Menschen im Betreuerstab und im Team mit dem Virus infiziert, darunter seien auch die Cheftrainer Jan Filip und Daniel Kubes.

Wie es zum Corona-Ausbruch im Handballteam der USA kam, konnte Hedin nicht klar beantworten. "Wir wurden die ganze Zeit getestet. Am Montag haben wir noch einen Schnelltest absolviert, der war negativ", berichtete der Schwede. Es gebe die Vermutung, dass ein aus den USA angereister Spieler das Virus mitgebracht habe. Die USA nehmen erstmals seit 20 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teil und gelten als krasser Außenseiter.

"Wirklich grandiose Stimmung" beim DHB-Team

In Gruppe E steht für die US-Handballer planmäßig am Donnerstag das erste Vorrundenspiel gegen Österreich an, weitere Gegner sind Mitfavorit Norwegen sowie Rekordtitelträger Frankreich. Tschechien bestreitet laut aktuellem Spielplan ebenfalls am Donnerstag sein erstes Spiel gegen Schweden, das Team ist am Samstag außerdem Vorrundengegner des Gastgebers Ägypten. "Es gibt keine Überlegungen, die Teilnahme abzusagen", sagte eine Sprecherin des tschechischen Handballverbandes der Sportschau.

Klar ist schon jetzt: Der Eintritt in die Turnierblase wird für beide Nationen eine Herausforderung. Nach ihrer Ankunft in Ägypten werden alle Nationen laut Protokoll auf Covid-19 getestet. Anschließend begeben sie sich bis Bekanntwerden des Testergebnisses in Isolation. Wer einen negativen Befund vorweisen kann, zählt zur "Bubble". Anschließend stehen Corona-Tests im Zwei-Tages-Rhythmus an. Die WM beginnt am Mittwoch mit dem Eröffnungsspiel zwischen Ägypten und Chile. Am Donnerstag starten dann weitere der insgesamt 32 Teams in das Turnier. Eine Änderung des Spielplans scheint spätestens seit Dienstag aber nicht mehr ausgeschlossen.

Die deutsche Mannschaft ist derweil mit 20 Spielern und viel positiver Energie nach Ägypten aufgebrochen. "Wir spüren Vorfreude auf das Turnier", sagte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer am Düsseldorfer Flughafen. Nach der kurzen, aber intensiven Vorbereitung und den beiden Siegen gegen Österreich "fliegt es sich schon mit einem guten Gefühl zur Weltmeisterschaft". Die Stimmung sei "wirklich grandios", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer: "Alle sind Gott sei Dank gesund und haben eine riesengroße Begeisterung für das Turnier. Jetzt geht es endlich bald los." Die Auswahl des DHB startet nach dem bisherigen Plan am Freitag gegen Außenseiter Uruguay ins Turnier. Weitere Vorrundengegner sind Kap Verde und Ungarn.

Quelle: ntv.de, ter/sid