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Zverev ist souverän weiter Djokovic-Eklat stellt US Open auf den Kopf

Fokussiert und souverän stürmt Alexander Zverev erstmals ins Viertelfinale der US Open. Doch dieser Erfolg wird überschattet von der Disqualifikation des Favoriten Novak Djokovic. Der trifft mit dem Ball eine Linienrichterin und muss das Feld verlassen. Eine Entscheidung, die das Turnier erschüttert.

Ein Skandal um Superstar Novak Djokovic hat die US Open am späten Sonntagabend erschüttert. Als Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev noch Interviews nach seinem Turbo-Einzug ins Viertelfinale gab, wurde der Weltranglistenerste und klare Turnierfavorit disqualifiziert. Djokovic hatte eine Linienrichterin mit einem Ball getroffen, den er nach einem Ballwechsel nach hinten geschlagen hatte. Den Offiziellen blieb in der Entscheidung keine Wahl.

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Djokovic blieb der Pressekonferenz nach der Partie fern, äußerte sich erst später in den sozialen Medien. "Die ganze Situation hat mich wirklich traurig und leer zurückgelassen. Ich habe mich nach der Linienrichterin erkundigt, und Gott sei Dank fühlt sie sich okay", schrieb Djokovic bei Instagram. Er verstehe die Ereignisse als Lektion, die ihn als Spieler und Mensch wachsen lassen solle. Bei den Veranstaltern der US Open und allen betroffenen Personen bat er um Entschuldigung.

Beim Stand von 5:6 in seinem Achtelfinalduell gegen Pablo Carreno Busta musste der Serbe Djokovic seine Sachen packen. Zuvor hatte er sich nach der groben Unsportlichkeit, die wohl unabsichtlich passierte, schwer erschrocken und war zu der Frau geeilt, die sichtlich nach Luft rang.

Die Ereignisse waren ein schwerer Schock für das Turnier in New York, bei dem Zverev für sportliche Schlagzeilen sorgte. Der Deutsche schlug den Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:2, 6:2, 6:1 in nur 1:34 Stunden und steht erstmals bei den US Open in der Runde der letzten Acht. "Ich habe in den ersten beiden Sätzen eine ganz gute Qualität gezeigt. Es scheint zu laufen bei mir, ich meine, ich bin im Viertelfinale", sagte Zverev happy.

Zverev fühlt mit Djokovic

In der Runde der besten Acht wartet nun ein Duell mit Borna Coric (Kroatien/Nr. 27), der Jordan Thompson (Australien) 7:5, 6:1, 6:3 bezwang. Der Hamburger glaubt an seine große Chance in New York. Er präsentierte sich von Beginn an hoch konzentriert und dominierte die Partie gegen seinen 21 Jahre alten Gegner, der in der Weltrangliste auf Rang 99 geführt wird. Zverev servierte stark und leistete sich kaum einfache Fehler. Schon nach 58 Minuten gewann er den zweiten Satz. Anfang des dritten Satzes verletzte sich der Spanier am Knöchel und musste behandelt werden, kämpfte aber anschließend weiter. Zverev, der bei den Australian Open im Frühjahr das Halbfinale erreicht hatte, blieb souverän und setzte sich problemlos durch.

Neben all seiner Freude war er gedanklich aber auch bei seinem Kumpel Djokovic. "Es ist wirklich unglücklich, dass er die Linienrichterin so getroffen hat. Dafür gibt es Regeln. Die Supervisors machen nur ihren Job", sagte Viertelfinalist Alexander Zverev: "Aber es ist wirklich Pech für ihn. Wenn er den Ball nur einige Zentimeter woanders hingeschlagen hätte, wäre alles gut gewesen."

Die Disqualifikation schmerzt nicht nur Djokovic, sondern auch die Veranstalter der US Open. "Man muss es sich nur vorstellen. Er ist die Nummer eins der Welt, der absolute Superstar, Federer und Nadal sind nicht da", sagte Boris Becker bei Eurosport. Es sei für die Verantwortlichen die "schwerste, aber richtige" Entscheidung gewesen. Das Turnier ist damit sportlich auf den Kopf gestellt, Spielern wie dem an Nummer fünf gesetzten Zverev, aber auch Dominic Thiem (Österreich/Nr. 2) oder Daniil Medwedew (Russland(Nr. 3) öffnet sich plötzlich weit die Tür für einen möglichen ersten Grand-Slam-Sieg. Zverev wollte sich zu seinen Chancen nicht äußern: "Ich bin im Viertelfinale, das ist alles, was ich weiß."

Quelle: ntv.de, ara/sid