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Fünf-Satz-Krimi in Melbourne Djokovic siegt in dramatischem Finale

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Acht Mal im Finale der Australian Open - acht Mal gewonnen: Novak Djokovic liegt das Turnier in Melbourne.

(Foto: imago images/AAP)

Novak Djokovic gewinnt den ersten großen Tennis-Titel des Jahres 2020. Bei den Australian Open setzt sich der Serbe im packenden Finale gegen den Österreicher Dominik Thiem durch. Er sichert sich damit seinen achten Titel in Down Under - und die Führung in der Weltrangliste.

Sein Thron wackelte gewaltig, doch dann wehrte der "König von Melbourne" den Aufstand doch noch ab: Titelverteidiger und Rekordsieger Novak Djokovic hat bei den Australian Open noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen und in seinem achten Endspiel im Melbourne Park zum achten Mal triumphiert. Nachdem er bereits mit 1:2 nach Sätzen zurücklag, gewann der 32-jährige Serbe ein phasenweise hochklassiges Match gegen Dominic Thiem aus Österreich mit 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4. "Ich war an der Schwelle, dieses Match zu verlieren. Ich habe mich nicht gut gefühlt auf dem Platz. Meine Energie war völlig weg. Ich habe dann teilweise alles oder nichts gespielt und hatte Glück", bekannte Djokovic, der zweimal auf die Toilette veschwand.

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Thiem machte Djokovic das Leben schwer, muss letztlich aber die Niederlage hinnehmen.

(Foto: imago images/AAP)

"Es ist nur gut für unseren Sport, wenn neue Champions nachkommen", hatte Djokovic erst wenige Tage vor dem Finale gesagt. Und fast wäre es in der Rod Laver Arena so weit gewesen. Doch mit einem Kraftakt gewann der phasenweise schwächelnde Djokovic erst den vierten Satz, holte sich im fünften früh das Break, wehrte einen letzten Breakball von Thiem ab - und blieb unbeirrt bis zum Ende. "Ich bin gesegnet, diese Trophäe wieder in der Hand zu halten", sagt er.

Thiem verliert auch sein drittes Endspiel

Djokovic setzte mit seinem Sieg die Serie der "Großen Drei" fort: Seit dem Erfolg von Stan Wawrinka (Schweiz) bei den US Open 2016 sind alle 13 Titel bei den vier großen Turnieren an Djokovic, Rafael Nadal (Spanien) oder Roger Federer (Schweiz) gegangen. "Es ist unwirklich, was ihr tut", sagte Thiem über Djokovic und dessen Team. "Ihr und die zwei anderen Großen, die Tennis auf ein neues Level gehoben haben. Ich bin stolz, dass ich diese Ära erleben darf."

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Mit seinem 17. Grand-Slam-Titel hat Djokovic den Abstand zu Nadal (19) und Federer (20) verkürzt, darüber hinaus wird er am Montag die neue Nummer eins der Weltrangliste sein, vor Nadal, Federer und Thiem, der um eine Position nach vorne rückt. Der Österreicher verlor auch sein drittes Grand-Slam-Endspiel: 2018 und 2019 unterlag er bei den French Open in Paris, jeweils gegen Nadal. "Deine Zeit wird kommen, du hast noch Zeit, du wirst deine Grand-Slam-Trophäe bekommen, und noch viele mehr", sagte Djokovic zu Thiem.

Djokovic schien der frischere Spieler zu sein

Einstweilen aber bleibt Djokovic der Herrscher über den Melbourne Park: Bis zum Finale hatte er nur in der ersten Runde gegen Jan-Lennard Struff einen Satz abgeben müssen. Im Halbfinale besiegte er den angeschlagenen Federer. Sein weiterer Vorteil: Thiem hatte nach seinem epischen Viertelfinalsieg in vier Sätzen gegen Nadal sein Halbfinale gegen Alexander Zverev erst am Freitag bestritten und sich dabei 3:42 Stunden lang über vier Sätze abgekämpft. Djokovic war 24 Stunden zuvor nur 2:18 Stunden auf dem Platz.

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Djokovic - der König von Melbourne.

(Foto: imago images/AAP)

Djokovic schien tatsächlich zunächst der frischere Spieler zu sein. Thiem kämpfte sich aber schnell in das Match hinein, es folgten lange, oft spektakuläre Ballwechsel, am Ende hatte Thiem sogar mehr direkte Punkte erzielt (55) als Djokovic (46), allerdings standen in seiner Statistik auch deutlich mehr Fehler. Erstaunlicherweise ließ Djokovic nach dem Gewinn des ersten Satzes nach - Thiem nutzte seine Chancen und riss den zweiten und den dritten Satz an sich. Doch Djokovic blieb Djokovic: unerbittlich. Als Thiem im vierten Satz kurz nachließ, holte sich der Serbe das Break zum 5:3 - kurz darauf auch das Break zum 2:1 im fünften Satz. Von da an ließ er nicht mehr nach.

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, sid