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Übernachtung nach Spielabsage Dortmunder laden Monaco-Fans zu sich ein

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Nach dem Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund wird das Champions-League-Spiel verschoben. Fans von AS Monaco wollen bleiben, haben aber keine Übernachtung. Die Dortmunder zeigen, was das Vereinsmotto "Echte Liebe" heißt.

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Eine Viertelstunde vor dem geplanten Anpfiff des Fußballfestes steht fest, was die Zehntausenden im Dortmunder Stadion ohnehin längst ahnen: Das Viertelfinalspiel der Champions League gegen AS Monaco ist abgesagt. Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB ist nicht an Fußball zu denken. Innenverteidiger Marc Bartra und ein Polizist sind verletzt. Das Spiel soll stattdessen einen Tag später, am frühen Mittwochabend stattfinden.

Für viele Fans der diesjährigen Überraschungsmannschaft im Wettbewerb ist das ein Problem: Die Monaco-Anhänger wollten eigentlich noch in der selben Nacht wieder nach Hause - mit Flugzeug, Auto oder Zug. Eine Übernachtung haben sie deshalb nicht gebucht. Selbst wer auf die Schnelle etwas auftreiben könnte: Eine Auswärtsfahrt ins Nachbarland kommt die Fans auch so schon teuer genug, vom Ticketpreis ganz zu schweigen. Hier setzt das kleine Wunder der vergangenen Nacht ein.

Unter dem Hashtag #bedforstayawayfans (Bett für Auswärtsfans) bieten zahlreiche Menschen in Dortmund ihre Wohnungen für private Übernachtungen an. Dortmunder melden sich und bitten darum, mit privater Nachricht angeschrieben zu werden. Monaco-Fans schreiben, für wie viele Personen sie ein Bett suchen. Ein Nutzer twittert: "Hallo, wir sind vier Monaco Fans und suchen ein Platz für heute abend. Kann jemand uns helfen?" Jede dieser Nachrichten wird beantwortet und Dutzendfach geteilt.

Anteilnahme ist keine Einbahnstraße

Noch in der Nacht twittern viele Fans Bilder von ihren Begegnungen. Da sitzen Menschen in den Trikots beider Mannschaften in Küchen und Wohnzimmern im Großraum Dortmund bei Bier zusammen, lachen gemeinsam und verdauen den Schock der Ereignisse.

Viele Twitter-Nutzer, die zu weit weg wohnen, um selbst zu helfen, zeigen ihre Begeisterung: "Wenn ein einziger Hashtag beweist, dass Fußball die Welt verändern kann. Und Hass niemals siegen wird", schreibt eine Nutzerin.

Die Unterstützung und Anteilnahme ist keine Einbahnstraße: Noch im Stadion skandierten Tausende Auswärtsfans immer wieder "Dortmund, Dortmund". Als die Heimfans noch auf den Rängen die Nachrichten verarbeiteten, zeigten die Monaco-Anhänger ihre Unterstützung und Betroffenheit. Sie feuerten den Gegner an, der in dieser traurigen Dortmunder Nacht der Freund war.

Quelle: n-tv.de

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