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Equanimeous St. Brown fängt Ball Ein Deutscher auf dem Sprung zum NFL-Star

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Bald ein Star? Equanimeous St. Brown.

(Foto: imago/Icon SMI)

Equanimeous St. Brown - ein Name, den sich Fans merken sollten. Der 22 Jahre alte Footballspieler schafft in der nordamerikanischen Profi-Liga NFL etwas, was noch nie ein Deutscher geschafft hat: Er fängt drei Bälle. Mehr aber auch noch nicht.

Der Sport braucht seine Helden. Bei dem NFL-Hype in Deutschland passt die Leistung von Equanimeous St. Brown gut ins Bild. Er durfte am Wochenende für seine Green Bay Packers im Spiel gegen die Detroit Lions ran. Und er hat geliefert. Seine drei Catches sind für ihn die Erfüllung eines Traums und für die Fans Grund zur Freude. Aber ein Star ist "EQ", wie der 22-Jährige oft einfachheitshalber genannt wird, damit noch lange nicht.

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Und hier der junge Mann noch mal ohne Helm.

(Foto: imago/Icon SMI)

Equanimeous St. Brown spielt als Wide Receiver. Das ist vergleichbar mit einem Mittelstürmer im Fußball. Auf so einer Schlüsselposition hat noch kein anderer deutscher Spieler in der NFL überzeugt. Sebastian Vollmer, Markus Kuhn und Björn Werner waren fürs Verteidigen da. St. Brown aber mischt ganz vorne mit. Die Wide Receiver bekommen vom Quarterback den Ball zugespielt, um damit möglichst viel Raumgewinn zu schaffen oder gar einen Touchdown zu erzielen. "EQ" hat in dem Spiel gegen Detroit dreimal den Ball von Quarterback Aaron Rodgers gefangen und damit 89 Yards gutgemacht.

Das war sogar mehr als die Megastars Julian Edelman oder Rob Gronkowski von den New England Patriots in ihrem Spiel gemacht haben. Aber überbewerten muss man die Leistung nicht. Bis St. Brown Spiele entscheiden kann, muss noch viel passieren. Die NFL ist ein knallhartes Business. An einem Sonntag kannst du noch der gefeierte Held sein und eine Woche später schon auf der Straße sitzen. Da kennen die Trainer keine Gnade. Es geht nur um den Erfolg. Da wird auf Namen keine Rücksicht genommen.

Ein neuer Name, der einfach besser aussieht

Equanimeous St. Brown hat aber ohne Frage das Zeug, zu der ersten Gruppe zu gehören. Als kleiner Junge wurde er von seinem Vater fit gemacht. John Brown war in den 1980ern zweimal "Mr. Universum" - wie auch Arnold Schwarzenegger einst. Brown traf seine Frau Miriam bei einer Fitness-Messe in Deutschland. Sie zogen nach Kalifornien, wo die Geschichte begann. Equanimeous hat noch zwei jüngere Brüder - Osiris und Amon-Ra. Auch die spielen Football und auch die beiden wurden und werden von ihrem Vater gedrillt. Aufgeben? Gibt's nicht! Sie sollen die besten werden mit dem, was sie tun, und dabei auch noch gefährlich wirken. Deshalb änderte die Familie Brown ihren Nachnamen auch in St. Brown. Denn: "Das sieht auf einem Football-Trikot einzigartiger aus", sagt der Vater.

Gindorf und die NFL

Matthias Gindorf ist Football-Fan, seit die Buffalo Bills viermal in Folge den Super Bowl verloren. Er berichtet über die NFL - auch aus den Stadien. In seinem Blog beimfootball.de geht es um den Blick auf die Liga und die Spiele, mit Interviews und Expertentalks.

"EQ" schaffte den Sprung in die NFL über das College Notre Dame. Im Draft in diesem Sommer wurde er von den Green Bay Packers an 207. Stelle ausgewählt - von insgesamt 256. Spielern. Mit etwas Mühe überstand er den sogenannten "Cut", also die finale Auswahl in den 53 Mann-Kader derjenigen, die schließlich für die Packers in die Saison starten durften. In den bisherigen 4 Spielen saß der Deutsche zweimal draußen. Die anderen beiden Male reichte es nur für Kurzeinsätze. "EQ" hat aber an diesem Wochenende seine Chance genutzt. Er durfte für seine Green Bay Packers auflaufen, weil zwei andere Receiver ausgefallen waren.

Quarterback Superstar Aaron Rodgers hatte nach dem Spiel lobende Worte für "EQ" übrig. Er hatte ein "paar nette Spielzüge", sagte er. Sein Trainer, Mike McCarthy, war etwas strenger und hatte auch Fehler erkannt, die besprochen werden müssten. Die Stimmung war nach dem Spiel sowieso im Keller. Green Bay hatte gegen Detroit mit 23:31 verloren. Dazu muss gesagt werden: Spiele gegen Detroit sind eine Art Derby für das Team aus Wisconsin und die Mannschaft aus der Motor-City gehört nicht gerade zu den großen der NFL. Das Team ist eines von vier, das noch nie einen Super Bowl erreicht hat. Green Bay hat dagegen schon vier gewonnen.

Equanimeous St. Brown ist mit einer deutschen Mutter und einem amerikanischen Vater in den schlimmsten Ecken von Los Angeles aufgewachsen. Jetzt ist er auf dem Weg, im US-Sport seine Spuren zu hinterlassen. Ein neuer "Dirk Nowitzki" ist er nach seinen drei Catches noch nicht. Aber das kann durchaus passieren - wenn seine Green Bay Packers ihn lassen.

Quelle: n-tv.de

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