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München in Showdown gezwungen Eisbären verlängern den DEL-Final-Wahnsinn

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Vor dem Tor der Münchner herrschte Hochbetrieb. Am Ende erzwangen die Berliner mit fünf Toren den Ausgleich in der Finalserie.

(Foto: picture alliance / Gregor Fische)

Die hochklassige DEL-Finalserie zwischen Eishockey-Rekordmeister Berlin und Meister München bekommt ihren großen Showdown. In Spiel 6 beißen die Eisbären auch den zweiten Münchner Matchball nervenstark weg - und träumen jetzt wieder vom Titelgewinn.

Der EHC Red Bull München hat auch die zweite Chance zur vorzeitigen dritten Eishockey-Meisterschaft in Serie verpasst und muss in einen entscheidenden Showdown gegen die Eisbären Berlin. Der Hauptstadt-Club von Trainer Uwe Krupp gewann das sechste Playoff-Halbfinale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nach ganz starker Vorstellung verdient mit 5:3 (1:1, 1:0, 3:2) gegen den großen Favoriten. Nach Toren von Louis-Marc Aubry (4.), James Sheppard (23.), Jamie MacQueen (41.), Daniel Fischbuch (45.) und Kai Wissmann (58.) kann der einstige Serienmeister nun selbst am Donnerstag im siebten Match der Best-of-Seven-Serie den ersten Titel seit 2013 holen.

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Den Fans in Berlin wurde Einiges geboten.

(Foto: picture alliance / Gregor Fische)

Meister München zeigte sich bei den Eisbären zu nervös, zu undiszipliniert und hatte in einigen Phasen zudem selbst Pech mit Schiedsrichterentscheidungen. Konrad Abeltshauser (9.), Mads Christensen (58.) und Patrick Hager (59.) schossen die Tore für das Team von Trainer Don Jackson, der zum achten Mal Meister werden will und einst die Eisbären zu fünf DEL-Titeln geführt hatte. Schon am Sonntag hatte München die Meisterparty in eigener Halle durch ein spektakuläres 5:6 verpasst. Bislang gelang es noch keinem DEL-Team, eine Playoff-Serie nach 1:3 Siegen noch zu drehen. Das Momentum spricht nun aber für Berlin.

Eisbären von Beginn an bissig

Angetreten in den roten Gewinner-Trikots vom Sonntag machten die Eisbären wieder von Beginn an mächtig Druck. Der verdiente Lohn war die Führung durch das zehnte Playoff-Tor von Aubry. Der Kanadier profitierte dabei von einem Geniestreich des Olympia-Silbermedaillen-Gewinners Jonas Müller. Der 22 Jahre alte Nationalverteidiger leistete die Vorarbeit mit einem Traumpass. Erst danach kam der Titelverteidiger besser ins Spiel und sorgte für ein ausgeglichenes, hochklassiges erstes Drittel. Nationalspieler Abeltshauser glich schnell aus.

Unnötig geriet Berlin dann in Unterzahl, zeigte aber auch nach Wiederanpfiff ein überragendes Defensivspiel mit nur drei gegen vier Feldspielern. Selbstbewusst setzten die Eisbären-Angreifer anschließend den Favoriten unter Druck und erzwangen die erneute Führung geradezu. Eine scharfe Hereingabe von Sheppard lenkte Münchens Jason Jaffray unglücklich in Bedrängnis ins eigene Netz.

München hadert, Berlin dreht auf

Anschließend haderten die Gäste auch mit den Unparteiischen, die einen Check von Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann in Jaffrays Gesicht nicht ahndeten. Dies brachte die Gäste aus der Fassung. Münchens "Bad Guy" Steven Pinizzotto wurde für eine seiner gewohnt vielen Provokationen hinausgestellt und Abeltshauser bekam eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen offensichtlich unschöner Worte in Richtung der Schiedsrichter.

Wenig später folgte noch Keith Aulie auf die Strafbank. So kam der EHC nicht zurück ins Spiel. Stattdessen erhöhte Berlin zu Beginn des Schlussdrittels in Überzahl auf 3:1, wenig später erhöhte Angreifer Fischbuch mit seinem ersten Playoff-Tor gar auf 4:1. Das Spiel war entschieden, daran änderten auch die Anschlusstore von Christensen und Hager nichts mehr. Zwischenzeitlich hatte Wissmann ins leere Münchner Tor auf 5:2 erhöht.

Die endgültige Entscheidung fällt nun am Donnerstag. Dann gibt es entweder den ersten Titel-Hattrick in der DEL seit den Meisterschaften der Berliner zwischen 2011 und 2013. Oder die Eisbären ziehen nach Titeln mit der Düsseldorfer EG oder den Kölner Haien gleich.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa