Sport

Er geht als Spieler des Spiels "El Gigante" muss die WM-Bühne verlassen

e3888c9c738fef31d8e7845cd0c79878.jpg

Mvumbi eroberte die Herzen der Handball-Fans.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Für den Liebling der Handball-Weltmeisterschaft ist das Turnier schon beendet. Gauthier Mvumbi muss mit seinem Team des Kongo im Verlierer-Wettbewerb weiterspielen. Der Koloss mit der Wurfgewalt dürfte es gelassen hinnehmen: Mvumbi hat mehr erreicht, als er sich erträumt hat.

Sander Sagosen, Mikkel Hansen, Domagoj Duvnjak oder gar der deutsche Torhüter Andreas Wolff? Wer ist der Star dieser Handball-Weltmeisterschaft? Die Herzen erobert hat eindeutig Gauthier Mvumbi. Der Kreisläufer des Kongo ist der heimliche Superstar dieses Turniers in Ägypten.

Offiziellen Angaben zufolge 110 Kilogramm schwer, dürfte er doch mehr Gewicht auf die Platte bringen - zu sehr wackelt der Bauch im Lauf, zu häufig rutscht das Trikot hoch, zu schnell geht ihm die Puste aus, weswegen er relativ wenig Spielanteil hat. Das hält ihn nicht von Torgewalt und durchaus wendigen Bewegungen ab. 13 Tore gelangen dem selbsternannten "El Gigante", er brauchte dafür lediglich 14 Versuche - eine Topquote.

Trotzdem hat es nicht gereicht. Für "El Gigante" ist die WM schon wieder vorbei. Das Handball-Märchen des Kolosses, der in der vierten französischen Liga spielt, ist ausgeträumt. Der Kongo verliert auch das dritte Gruppenspiel, gegen Bahrain heißt es am Ende 27:34. Nach Niederlagen gegen Argentinien (28:22) und Dänemark (19:39) scheidet das afrikanische Team ohne Punktgewinn aus dem Turnier aus.

Nun haben Mvumbi und Co. noch im sogenannten Presidents Cup die Chance auf weitere Aufmerksamkeit. Dort spielen alle Gruppen-Vierten, die es nicht bis in die Hauptrunde der WM geschafft haben. Das Auffangbecken der Verlierer sozusagen. Für Kongo geht es gegen Angola und Tunesien.

100-prozentige Chancenverwertung

Ein Verlierer aber ist Mvumbi ganz und gar nicht. Der 26-Jährige hat mehr erreicht als er wohl je erträumt hat. Er ist plötzlich eine Berühmtheit, ihm fliegen die Herzen zu. Basketball-Legende Shaquille O'Neill hat ihm geschrieben - sein großes Vorbild. "Ein Traum wird wahr, ich glaube es nicht. Mein Idol. Ich verstehe noch gar nicht, was eigentlich passiert." Der heute 48-Jährige, der aufgrund seiner ebenfalls kolossalen Maße sowie seiner Fertigkeiten im Basketball außergewöhnlich war, meldete sich bei Mvumbi.

Ein anderes Ziel erreichte er dagegen nicht: Im Team war die Jagd auf das Stirnband von Hansen ausgebrochen, es gab eine Wette, wer es dem Superstar wohl entwenden könnte. Doch als sie gegeneinander spielten, bekam der frühere Welthandballer eine Pause vom dänischen Trainer Nicolaj Jacobsen verordnet. Mvumbi dürfte es verkraftet haben.

Die WM endet für ihn ohnehin versöhnlich: Trotz der Niederlage gegen Bahrain wurde er zum Spieler des Spiels gewählt. Jeder seiner fünf Würfe aufs Tor sitzt, die 100-prozentige Chancenverwertung wird honoriert.

Quelle: ntv.de