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Lehrstunde in WM-Qualifikation "Erschütterndes" DFB-Team nährt Zweifel an EM

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Das war nichts.

(Foto: IMAGO/Aleksandar Djorovic)

Was das DFB-Team beim WM-Qualifikationsspiel in Serbien anbietet, ist erschreckend schwach. Die schärfste Kritikerin ihrer Spielerinnen ist Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Sie fällt ein vernichtendes Urteil, da die Fragezeichen drei Monate vor der EM größer werden.

Martina Voss-Tecklenburg musste tief Luft holen, bevor sie am Ende ihrer minutenlangen Selbstkritik sorgenvoll nach vorne blickte. "Das ist etwas, puuuuh, was uns zum Nachdenken bringt", seufzte die mitgenommen wirkende Bundestrainerin nach dem herben Rückschlag für die deutschen Fußballerinnen kurz vor der EM.

Die erschreckend schwache Leistung ihrer Schützlinge beim 2:3 (0:1) in der WM-Qualifikation in Serbien war für "MVT" nur schwer zu verdauen. Die Bundestrainerin weiß schließlich auch, dass die Fragezeichen hinter der Verfassung des Rekord-Europameisters knapp drei Monate vor der EM in England (6. bis 31. Juli) noch einmal größer geworden sind.

Die Kritiker, die der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein frühes Turnier-Aus prophezeien, fühlen sich nach der Vorstellung beim letzten Pflichtspiel vor der EM jedenfalls bestätigt. In diesem Zustand droht den Deutschen eine erneute Enttäuschung. Schon bei den zurückliegenden Endrunden (EM 2017 und WM 2019) war jeweils im Viertelfinale Endstation.

Lange Mängelliste

Die aktuelle Mängelliste, die von Voss-Tecklenburg nach der "richtig schlechten" Leistung ausführlich vorgetragen wurde, lässt kaum etwas Gutes erahnen. Dabei sprach die Bundestrainerin unter anderem das mangelhafte "Zweikampfverhalten", Fehler in "allen Bereichen", fehlende "Emotionalität", vermisste "Cleverness" und eine unzureichende "Passqualität" an. "Alle Faktoren, die wichtig gewesen wären, waren nicht da. Das müssen wir uns ankreiden lassen", kommentierte Voss-Tecklenburg, die ihr Fazit selbst als "erschütternd" bezeichnete: "Das müssen wir ertragen."

Dennoch möchte MVT "nicht verzweifeln" und baut darauf, dass "uns die Erkenntnisse hoffentlich weiterbringen". Es gehe jetzt darum, dass "wir uns schütteln, hart arbeiten und Dinge ansprechen". Voss-Tecklenburg, die am 16. Mai ihren vorläufigen EM-Kader nominieren wird und im Juni drei Lehrgänge plant, ist sich darüber im Klaren, dass die Zeit drängt: "Wir müssen die richtigen Schritte machen, sonst wird es gegen jeden Gegner schwer."

"Besser jetzt so eine Leistung, als bei der EM"

Nicht mehr so leicht wie vorher gedacht wird auch die Qualifikation für die WM 2023 in Australien und Neuseeland. Der zweimalige Weltmeister, der zuvor sieben Siege in sieben Spielen geholt hatte, liegt in der Gruppe H nur noch drei Punkte vor Serbien. Die DFB-Auswahl muss nun in den ausstehenden Partien im September in der Türkei und Bulgarien ihr Endrunden-Ticket lösen.

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Soweit wollte Alexandra Popp aber noch nicht denken. Die Spielführerin legte zwar auch den Finger in die Wunde ("Wir haben immer wieder solche Spiele, bei denen nichts funktioniert - die Konstanz ist das Problem"), hofft aber schon mit Blick auf die EM auf Besserung. "Wir müssen unsere Lehren ziehen und stärker zurückkommen", sagte Popp: "Besser jetzt so eine Leistung als bei der EM. Wer weiß, wofür es am Ende gut ist."

Bis zum EM-Auftakt am 8. Juli gegen Dänemark sollten es die DFB-Frauen allerdings herausgefunden haben.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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