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Neureuther hat nach einem Kreuzbandriss gerade wieder das Training aufgenommen.
Neureuther hat nach einem Kreuzbandriss gerade wieder das Training aufgenommen.(Foto: imago/Sven Simon)
Freitag, 10. August 2018

Profitgier statt Sport: Felix Neureuther greift IOC an

Er ist ein Star unter den Skirennfahrern - und kein Duckmäuser: Felix Neureuther kritisiert die Sportverbände und vor allem das IOC scharf. "Das IOC streicht die viele Kohle selber ein", sagt der Deutsche. Das mache den Sport kaputt. "Es geht um persönliche Bereicherung."

Der Skirennfahrer Felix Neureuther kritisiert die internationalen Sportverbände und das IOC. Diese würden den Sport auf mittlere Sicht kaputt machen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Wie soll dieses einzigartige Produkt 'Olympia' noch glänzen? Das IOC streicht die viele Kohle selber ein, anstatt nachhaltig auch die davon profitieren zu lassen, die die Spiele veranstalten oder die Show bieten."

Pyeongchang für die letzten olympischen Winterspiele sei der falsche Ort gewesen, fuhr der Alpin-Ski-Star fort. So erreiche man die Menschen nicht mehr, "sondern killt die grandiose Sportbegeisterung der Menschen". Man müsse die Spiele wieder kleiner und überschaubarer machen, dann wären viele zufrieden, und man würde wieder gute Austragungsorte finden, sagte Neureuther, der gerade nach einem Kreuzbandriss wieder das Training aufgenommen hat.

Neureuther: Spirale dreht sich immer weiter

Das Problem sei, dass im Sport unglaubliche Summen bewegt würden. Die Spirale drehe sich immer weiter, erläuterte Neureuther. Das Verteilungsprinzip stimme nicht, weil wenige alles für sich haben wollten und dabei Mittel und Wege einschlügen, die absolut nichts mehr mit den ideellen Werten des Sportes zu tun hätten. "Es geht um persönliche Bereicherung, Macht, Politik und das eigene Ego und nicht mehr um das, wofür Sport steht, nämlich Fair Play", sagte er dem Blatt.

Neureuther schlägt zudem vor, die Anzahl der Disziplinen im Alpinbereich deutlich zu reduzieren, um die Attraktivität wieder zu erhöhen: "Ich würde einen radikalen und extrem mutigen Schnitt gut finden - im alpinen Skisport zurück zu drei Disziplinen": Abfahrt, Riesenslalom und Slalom. so der Sportler. "Der Erfolg des Fußballs liegt halt in seiner genialen Einfachheit: Elf gegen elf, 90 Minuten, der Ball muss ins Tor, und immer dieselben Regeln."

Quelle: n-tv.de