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Alle Deutschen raus French Open als Desaster

Das deutsche Tennis hat bei den French Open ein Debakel erlebt. Als letzte Profis verabschiedeten sich am Donnerstag Philipp Kohlschreiber und Martina Müller aus dem Grand-Slam-Turnier in Paris. Der 23 Jahre alte Augsburger musste sich dem Spanier Oscar Hernandez klar mit 6:7 (8:10), 1:6, 1:6 geschlagen geben und verpasste damit auch im dritten Anlauf den erstmaligen Einzug in die dritte Runde von Roland Garros. Müller verlor am Abend nach einer Regenunterbrechung 3:6, 2:6 gegen die Slowakin Dominika Cibulkova.

Vor dem Weltranglisten-32. Kohlschreiber waren bereits Florian Mayer (Bayreuth) und Benjamin Becker (Mettlach) beim wichtigsten Sandplatz-Turnier der Welt frühzeitig ausgeschieden. In der Damen-Konkurrenz scheiterten Anna-Lena Grönefeld, Sandra Klösel, Angelique Kerber, Julia Schruff und Andrea Petkovic frühzeitig. Eine historische Pleite erlebten auch die amerikanischen Herren. Alle neun Profis hatten sich bereits in der ersten Runde verabschiedet, womit zum ersten Mal seit 34 Jahren die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers bei den Herren ohne Amerikaner stattfand.

"Am Ende war es ein großer Klassenunterschied zwischen uns beiden. Ich habe gegen einen Besseren verloren", sagte Kohlschreiber. "Ich bin schlaff und war ausgepowert. Es ist schade, weil ich mir viel vorgenommen habe." Vorerst bleibt damit das Achtelfinale bei den Australian Open 2005 sein bestes Grand-Slam-Ergebnis. Nach der Pleite wurde er auch noch zu allem Überfluss zur Dopingkontrolle ausgelost.

Gegen die Nummer 55 der Welt verpasste Kohlschreiber auch die Revanche für die im vergangenen Jahr erlittene 1:6, 1:6-Pleite in Palermo. Dem München-Sieger, der nach den Absagen der verletzten Haas und Kiefer als großer Hoffnungsträger im deutschen Team galt, waren am Ende die Strapazen des knapp vierstündigen Erstrunden-Duells gegen den Tschechen Lukas Dlouhy zwei Tage zuvor deutlich anzumerken. "Nach dem Match habe ich auch noch eine Grippe bekommen", sagte er. Nach 2:11 Stunden beendete Kohlschreiber mit einem Doppelfehler das Match. Auch Anna-Lena Grönefeld musste nach ihrem Erstrunden-Aus im Einzel einen weiteren Rückschlag einstecken. An der Seite der Argentinierin Paola Suarez verlor die Nordhornerin im Doppel 2:6, 0:6 gegen Michaella Krajicek/Agnieszka Radwanska (Niederlande/Polen).

Die Favoriten dagegen gaben sich auch am fünften Turniertag auf der Anlage am Bois de Boulogne keine Blöße. Einen Tag nach Roger Federer zog auch Titelverteidiger Rafael Nadal in die dritte Runde ein. Drei Tage vor seinem 21. Geburtstag setzte sich der Spanier locker 6:2, 6:1, 6:4 gegen den Italiener Flavio Cipolla durch. Auch der frühere Weltranglisten-Erste Lleyton Hewitt aus Australien und der Zyprer Marcos Baghdatis stehen bei der mit 15,265 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung in der dritten Runde. Bei den Damen gelang dies Maria Scharapowa (Russland), Serena Williams (USA) und Amlie Mauresmo. Die frühere Nummer eins gewann 6:3, 6:7 (3:7), 6:1 gegen die ebenfalls aus Frankreich kommende Nathalie Dechy.

Quelle: ntv.de