Sport

Öberg holt Gold in der Heimat Für Dahlmeier reißt unglaubliche WM-Serie

fe1c7a2bd6e2420afbc687ab37f353ed.jpg

Laura Dahlmeier läuft im 14. WM-Rennen erstmals nicht aufs Podest.

(Foto: dpa)

Die schwedische Biathletin Hanna Öberg gewinnt mit einer fehlerfreien Schießleistung bei ihrer Heim-WM Gold im Einzel. Die deutschen Biathletinnen gehen leer aus - und für Laura Dahlmeier endet nach einem Schießfehler eine unfassbare Medaillen-Serie.

Unglaubliche 13 Rennen schloss Laura Dahlmeier bei Biathlon-Weltmeisterschaften mit einem Platz auf dem Treppchen ab, siebenmal stand die Partenkirchenerin ganz oben. Im 14. Rennen ist die Serie gerissen, nach einem Schießfehler im zweiten Liegendschießen verpasste Dahlmeier im Einzel-Rennen über 15 Kilometer als Vierte um sieben Sekunden. Bei den diesjährigen Titelkämpfen in Östersund hatte sie zuletzt jeweils Bronze in Sprint und Verfolgung gewonnen. "Es können leider nur drei auf dem Podium stehen, am Schluss haben leider ein paar Prozent gefehlt", sagte Dahlmeier in der ARD. Die 25-Jährige war dennoch zufrieden: "Es war wieder ein richtig gutes Rennen. Vielleicht war ich beim Schießen nicht schnell genug."

Den Titel holte Olympiasiegerin Hanna Öberg. Die 23-Jährige blieb bei ihrem ersten WM-Sieg und der ersten Medaille für den WM-Gastgeber fehlerfrei. Sie verwies mit 23,6 Sekunden die ebenfalls fehlerfreie Italienerin Lisa Vittozzi auf Rang zwei. Bronze sicherte sich Justine Braisaz mit einer Strafminute. Wäre Dahlmeier fehlerfrei geblieben, hätte sie ihren achten WM-Titel geholt. Die mit Mixed-Silber dekorierte Vanessa Hinz rehabilitierte sich mit Platz 17 (zwei Schießfehler) für ihre Enttäuschung im Sprint, als sie als 65. die Qualifikation für die Verfolgung verpasst hatte. Franziska Hildebrand (drei Fehler) als 28. und Franziska Preuß (vier Fehler) als 34. landeten abgeschlagen im Feld.

Im Ziel zunächst auf Platz eins

Laura Dahlmeier ging zum ersten Mal seit 13 WM-Rennen leer aus.

Laura Dahlmeier ging zum ersten Mal seit 13 WM-Rennen leer aus.

(Foto: imago images / Bildbyran)

Dahlmeier begann das längste und anspruchsvollste Rennen der Skijäger genau so, wie sie ihre beiden ersten Medaillen gewonnen hatte. Aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Probleme vor und während der Titelkämpfe lief die Bayerin überlegt und mit dosiertem Tempo, dafür räumte sie beim ersten Anschlag liegend alle Scheiben ab. Mit rotem Kopf verschwand sie wieder in den Wäldern Östersunds. Dort ging sie auf der zweiten Runde offenbar auch nicht über die Schmerzgrenze hinaus, denn auch im viel kniffligeren Stehendanschlag fielen die Scheiben so sicher wie in besten Zeiten.

Das gab Mut für die zweite Rennhälfte, in der meistens erst über die Medaillen entschieden wird - so auch im Falle von Dahlmeier. Während zunächst alles nach einer erneut tadellosen Einlage aussah, ging der 13. Schuss neben das Ziel. Gold war damit zwar in weite Ferne gerückt, allerdings nicht unerreichbar. Die nötigen Voraussetzungen dafür: Eine fehlerfreie Einlage und eine superschnelle letzte Runde. Dahlmeier, die in ihrer Karriere drei Erfolge im Einzel gefeiert hatte, gelang beides. Sie mobilisierte zum Schluss ihre letzten Kraftreserven und sah beim Blick auf die Anzeigetafel die "1" vor ihrem Namen aufleuchten. Zunächst schob sich dann aber die neue Weltmeisterin Öberg vor die Deutsche, dann Vittozzi - und am Ende auch noch Braisaz.

Nach den beiden Dahlmeier-Medaillen, Gold für Denise Herrmann in der Verfolgung und Silber in der Mixed-Staffel zum Auftakt der Titelkämpfe, hat der Deutsche Skiverband (DSV) damit weiter vier Medaillen auf dem Konto. Weiter geht's bei den Biathlon-Titelkämpfen am Mittwoch (16.10 Uhr) mit dem Einzelrennen der Männer über 20 Kilometer. Für den DSV werden Olympiasieger Arnd Peiffer, Roman Rees, Benedikt Doll und Erik Lesser ins Rennen gehen.

Quelle: n-tv.de, ter/sid

Mehr zum Thema